Auf das die Männer immer neuer werden

Bei Spiegel Online gibt es heute ein Interview mit Lisa Ortgies zum Thema Elternzeit und Vätermonate: „Die Frauen müssen die Machtfrage stellen“.

SPIEGEL ONLINE: Warum sind Väter im Kinderzimmer so wichtig?

Ortgies: Nur so wird sich das Rollenverhalten langfristig ändern. Solange es nach wie vor Frauen sind, die das ganze Pflegerische und Fürsorgliche in der Familie übernehmen, werden die Kinder sich das abgucken. Wenn aber kleine Kinder künftig ihre Väter regelmäßig am Wickeltisch und hinter dem Herd erleben, dann werden kleine Jungs bald auch öfter mit Puppen spielen. Dieser unsinnige Biologismus, die Mär, dass das Rollenverhalten angeboren ist, all das wird sich in Luft auflösen.

3 Gedanken zu „Auf das die Männer immer neuer werden“

  1. Solange sich der Mythos von der (deutschen) Mutter hält, wird sich gar nichts ändern. Wenn kleine Jungs sehen, dass Mama der Chef, die Heiligkeit und die Heroine ist was alle Belange der Kinder betrifft, werden sie eher nicht mit Puppen spielen – Und wenn sie Mamma auch nur eine Stunde am Tag sehen (Quality Time), Doof sind Kinder nicht.

    Betrachtet man unsere EU-Nachbarn, dann ist der spezifisch deutsche Muttermythos die Hauptursache für den Gender-Gap bei den Karrieren. Da ist die „Machtfrage“ wohl eher zweitrangig, in Frankreich machen beide Karriere.

    Als HarzIV-Empfängerin ist bisher diejenige, die sich am tradierten Rollenmodell orientiert hat, nicht gendet. Wie soll das gehen, wenn der Mann fleissig Karriere gemacht hat und bisher zu Unterhalt verpflichtet war? Ein Totalwiderspruch.

    Lustig, wie alle Frauen in einen Topf geworfen werden, und die am ärgsten Betroffene dann zum Maßstab für kollektives Bewußstsein wird. „Frauen haben jahrzehntelang Übung, diesen Knick zu erleben“

    Trotz Bekenntnis gegen „unsinnigen Biologismus“ bemühen Frau Ortgies und Frau Demmer eifrig Mutterklischees:

    „und die Männer jammern“ (Waschlappen! Frauen sind die wahren Männer)

    „Besonders zäh sind sie nicht, die „Neuen Väter““ (inspired by Louann Brizendine?)

    „Sie interessieren sich für ihr Kind“ (Ein historischer Moment! Das gab´s noch nie!)

    „Das müssen die erst mal verarbeiten“ (Frau hat Küche, Kind und Krabbelgruppe im Blut, das ist auch beim ersten Kind nix neues)

    „Ich habe gehört, es gibt schon die erste Beratungsstelle für gestresste Väter mit Burnout-Syndrom“ (Männer, die sich beraten lassen wollen? tss tss. Eine Supermutti hätte keinen Burnout)

    „Das ist jedenfalls neu. Langweilig und fremd fanden die Männer so ein Baby.“ (Ein Meilenstein in der Menschwerdung des Mannes! Im Jahr 3095 werden sie den Stand der deutschen Mutter erreicht haben)

    Kübelweise Häme für Männer, die es wagen aus der Versorgerrolle ausbrechen zu wollen. Eher Ausdruck eines unersättlichen Wunsches nach Anerkennung des „spezifisch Weiblichen“, als eines Wunsches nach Veränderung.

    Ein Lippenbekenntnis.

    Und, natürlich:

    „Aber kaum sind Männer betroffen, wird das Problem zu einem gesellschaftlichen Skandal.“ Habe ich was vepasst? Im Brigitte-Forum werden gesellschaftliche Skandale verkündet?

    Wer ist die_der Drama-Queen_King?

    Na gut, wenn man Zeitschriften verkaufen will, dann schmiert man Honig um gekränkte Mäuler. Und: Mutti kritisiert man nicht. Ein bisschen Ehrfurcht, bitte!

    Ich würde sagen: Thema verfehlt.

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