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hatr.org — Wie Maskulisten den Feminismus unterstützen

Leah, Nadine und ich haben zusammen einen Artikel geschrieben, in dem wir uns mit Kommentarpolitiken auf Blogs mit gesellschaftskritischem und emanzipatorischen Anspruch und insbesondere auf queer-/feministischen Blogs auseinandersetzen und das Projekt Hatr vorstellen. Wir möchten mit dem Artikel außerdem weitere Blogs und Projekte ermutigen, sich bei Hatr anzumelden und damit andere Projekte zu unterstützen. Der Text ist in einem von Andreas Kemper herausgegebenen Sammelband mit dem Titel „Die Maskulisten“ erschienen, der kürzlich bei Unrast veröffentlicht wurde.

hatr.org — wie Maskulisten den Feminismus unterstützen

Inhalt:
Kackscheiße im Netz
Das Projekt Hatr
Die Resonanz auf Hatr

Wer die Seite Hatr.org im Browser aufruft wird sich wundern. Auf der Startseite finden sich unter der Überschrift “Das Letzte” eine Reihe von scheinbar zusammenhanglosen Kommentaren von “Leon”, “Horst” oder “Antigenderwahnbeauftragter”. Manche Einträge sind kurze, drastische Beschimpfungen, bei anderen handelt es sich um längere Texte, die zum Teil nicht zu verstehen sind, ohne zu wissen, worauf sie sich beziehen. Ab und zu taucht der hervorgehobene Name “Xena” in den Texten auf. Oben rechts auf der Seite ist ein “Trollcounter”, der die Zahl der bereits geposteten Kommentare anzeigt. Darunter ein Flattrbutton1 und für diejenigen, die in ihrem Browser keinen Werbeblocker installiert haben, sichtbare Google Anzeigen. Das Logo von Hatr ist ein pinkfarbenes Herz mit meinem geschwungenen “h”. Read more »

  1. Flattr.com ist eine Internetdienst, der es ermöglicht, frei verfügbare Inhalte im Netz durch Mikrospenden zu unterstützen. Ein Teil der Einnahmen von Hatr kommt über diesen Dienst zusammen. []

Beckedahl/Lüke: Die Digitale Gesellschaft

Falk Lüke und Markus Beckedahl haben ein informatives Sachbuch über Die Digitale Gesellschaft geschrieben. Wieder so eins, dass man zum Beispiel den Eltern™ oder Freund_innen, die mit Netzpolitik nicht so viel am Hut haben, schenken kann, um ihnen zu zeigen, was wir den ganzen Tag im Internet so machen, was uns bewegt und wie die Welt sich verändert.

Das Buch informiert über Datenschutz, Urheberrecht, Wikileaks, Open Data, Jugendschutz, Verbraucherschutz, Killerspiele-Debatten, Sicherheitspolitik, Suchmaschinen, Wikipedia und viele weitere Themen. Die zahlreichen Abschnitte des Buches machten auf mich manchmal den Eindruck einer langen Assoziationskette. Für diejenigen, die die behandelten Diskurse schon kennen, gibt es wenig Neues. Die Lektüre macht zwar klar, dass das alles irgendwie mit Macht und Bürgerrechten zu tun hat, die Komplexität und Historizität der dahinterstehenden Fragen lassen sich nur erahnen. Anregungen zum Weiterlesen fehlen leider.

Ein Beispiel hierfür ist die Diskussion von Bildung im digitalen Zeitalter, die ohne Bezüge zu aktuellen medienpädagogischen Entwicklungen auszukommen sucht und stattdessen ein stereotypes Bild zeichnet von unzeitgemäßen Lehrer_innen und Bildungseinrichtungen, die sich einer neuen Generation gegenüber sehen, die ganz ander Skills benötigt und schon heute ganz anders mit Wissen umgeht. Das Internet macht einfach alles ganz anders, oder?

Um die netzpolitischen Themen und Stories, die uns in den letzten Jahren bewegt haben, noch mal gebündelt zwischen zwei Buchdeckeln (oder als ebook) greifbar zu haben taugt das Buch; eine aussagekräftigere Gliederung hätte das noch unterstrichen. Gut gefallen haben mir die eingestreuten Anekdoten, mit denen Falk und Markus von ihren Erfahrungen als Vertreter der Zivilgesellschaft berichten. Da bekommt man einen Einblick, wie das so läuft, wenn das Bundeswirtschaftsministerium versuchen muss, alle Stakeholder einzubinden, mit den Buddies aus der Wirtschaft aber eben doch enger vernetzt ist. Damit verdeutlicht das Buch auch, warum sich die beiden Autoren zusammen mit anderen dazu entschlossen haben, eine Organisation wie die Digiges e.V. zu initiieren, die professionellere Kampagnenarbeit machen will. Es geht um die Mobilisierung von Ressourcen, die es ermöglichen, zusammen mit anderen Organisationen auch auf der schwierigen europäischen Ebene etwas zu bewirken.

Aber nicht alle Interessenwidersprüche und politischen Konflikte lassen sich durch mehr Sachkompetenz und durch das Einbinden der Zivilgesellschaft lösen. Hier bleibt es idealistisch: Die Autoren bekennen sich zur Marktwirtschaft, wollen aber nicht, dass IT-Branche und Politik zu eng „kuscheln“, den „am Ende steht als Dummer der Bürger und Steuerzahler da“ (S. 207). Hartz-IV-Empfänger_innen sollen halt nicht daran gehindert werden, sich Vorlesungen von Harvard und Yale online zu verfolgen (S. 214). Wenn wir alle gemeinsam einen Konsens für die freie digitale Gesellschaft gefunden haben, können wir „alle gemeinsam davon profitieren“ (S. 219). Ein Denken, dass für die Netzszene nicht untypisch ist und das auch dieses Buch (Leseprobe) nicht hinterfragt.

Hackerbrause zum Lesen

Die letzten Monate haben johl, yetzt und ich damit verbracht ein Buch über Hackerbrausen zu schreiben. Jetzt ist es Ende Dezember endlich soweit — gerade noch rechtzeitig für die letzten geekigen Weihnachtsgeschenke erscheint „Hackerbrause kurz&geek“ im O’Reilly Verlag. Alle weiteren Infos, Vorbestellmöglichkeiten und ein Link zu einem Probekapitel findet ihr auf hacker.brau.se

Die Datenfresser und post-private Technologien des Selbst

Die Datensätze werden dann auf dem grauen Markt meistbietend verkauft, nicht selten an Kriminelle, die sie dann für den Identitätsdiebstahl mißbrauchen können“. Immer mehr Menschen müssen Nachts raus. Man muss keine Wissenschaftlerin sein, um sich von solchen Sätzen ein bisschen manipuliert zu fühlen. Aber gut, „Die Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staaten sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen“ (2011, Frankfurt/Main) ist möglichst allgemeinverständlich geschrieben. Um ihre Zielgruppe (ich vermute, es geht um die $Mutter) zu erreichen, scheint es für Constanze Kurz und Frank Rieger strategisch wichtig zu sein, auf Belege für die von ihnen beschriebenen Entwicklung und Szenarieren weitestgehend zu verzichten.

Es ist leicht, aus einer sich informiert fühlenden Position über diesen Beitrag zur Privatsphären-Debatte zu schmunzeln. Aber immerhin: Sie konkretisieren, was sie mit der Verdatung von Individuum und Gesellschaft meinen und zeigen einige (mehr oder weniger) bedrohliche Konsequenzen auf. Dabei gehen sie über das übliche Halt deine Daten zusammen! hinaus. Unterm Strich lautet der Appel der Sachkapitel über Soziale Netzwerke, Scoring oder Biometrie und die beiden fiktionalen Schreckgeschichten über ein datensammelwütiges Startup und Robert, einen Anwalt im Jahre 2025: Bürger, lasst euch nicht entmündigen! Reflektiert, was ihr tut, ob die Preisgabe von Daten jeweils nötig ist, wem ihr vertraut. „Souveränität über die eigenen Daten bedeutet daher, Handlungsspielräume zu erhalten, nicht heute für alle Zukunft zu entscheiden, was wer wissen soll.“ (S. 202) Pseudonyme, falsche Daten, Datensparsamkeit (nicht Askese) sind Handlungsvorschläge gegen den Kontrollverlust. Eines der zentralen Argumentationsmuster von Kurz/Rieger lautet: Daten haben einen Wert. Cui bono und wer ist der Dumme?

Es mag ihnen jedoch nicht so recht gelingen, meine Angst um die Privatsphäre anzufeuern. Vielleicht habe ich mich ja schon angesteckt mit diesem Post-Privacy-Virus? „Der soziale Umgang mit Menschen, die keine Privatsphäre-Manieren haben oder gar offensiv Post-Privacy-Ideologien vertreten, kann im Ernstfall ähnlich riskant sein wie intimer Umgang mit habituellen Safe-Sex-Verweigerern.“ (S. 205) Im Konflikt zwischen Datenschutz und Post-Privacy werden die diskursiven „Gegner“ radikal pathologisiert, und zugleich wird die Privatsphäre sexualisiert und in einem heteronormativen Rahmen aufgespannt. Gefährlich wird’s wenn rauskommt, dass Du schwul, queer und pervers bist (vor allem in der Provinz!). Die diskursive Funktion von Queerness in aktuellen Datenschutz, aber auch in den Post-Privacy Diskursen (Coming Out als verallgemeinerte Methode der Emanzipation) erfordert eine eigene Analyse.

Wenn Post-Privacy doch so ein „realitätsfernes Gedankenexperiment“ (S. 252) sein soll, stellt sich die Frage, warum post-private Technologien des Selbst für viele scheinbar unbedrohlich, spannend, gar erfolgsversprechend sind (und auch wenn Machtverhältnisse auch hier eine Rolle spielen bekomme ich auf Twitter bei weitem nicht nur Einblicke in die Lebensrealitäten weißer, heterosexueller Mittelstandsmänner). Kurz und Rieger schreiben, dass Privatsphäre „kein einfach zu verstehendes Konzept ist, das sich in simplen Schlagworten verkaufen läßt“ (S. 204). Es bietet „Schutz vor der Macht anderer – sei es dem Staat oder dem Chef. Es schützt vor unangemessener Belästigung, aber auch vor der Asymmetrie von Machtverhältnissen. Gleichzeitig bewahrt es den gegenseitigen Respekt, die Individualität, letztlich die Menschenwürde.“ (S. 205) Und schließlich, eine Aussage des Juristen Edward Boustein von 1964(!) zitierend (ohne Quellenangabe): „Es ist der Schutz der Privatsphäre, der den Menschen vor dem Druck des Konformismus bewahrt.“ (S. 271)

Die Antwort, die „Datenfresser“ auf die Frage, woher die Lust an der Offenheit/Öffentlichkeit kommt, gibt, ist einfach: Sie ist Resultat von hauptsächlich privatwirtschaftlicher Manipulation, die geschickt genug waren, ihre Begehrlichkeiten in die Gestaltung von Technologien (location based services, soziale Netzwerke, die cloud) einzuschreiben. Gesellschaftsanalytisch muss an dieser Stelle jedoch auf neoliberal-gouvernementale Machtformationen verwiesen werden: Es geht in unserer heutigen Zeit nicht mehr so sehr um den Konformismus der Masse. Normativität hat sich verschoben, subjektive Differenz ist für viele zum kulturellen Kapital geworden. Unter diesem Licht betrachtet werden post-private Selbsttechnologien verstehbar, aber auch kritisierbar. Doch diesen analytischen Schritt zu machen steht noch aus.

Schmutzige Bücher unordentlich sortiert

Dank Amazon kann ich mir jetzt in den Lebenslauf schrieben, Mitherausgeberin einer Erotik-Anthologie zu sein. Nele Tabler ist wohl schon seit längerem aufgefallen, dass sie bei Amazon die virtuellen Bücherregale umsortiert haben. Heute twittert sie: „Nach Wochen endlich eine brauchbare Antwort bekommen: Belletristik für #Lesben + #Schwule läuft bei amazon nur noch unter Erotik“.

Verqueerte Verhältnisse“, der 2009 erschienene Sammelband zu unserer Hamburger Vorlesungsreihe „Jenseits der Geschlechtergrenzen“ ist in den Kategorien „Bücher > Erotik > Tipps für Schwule“ und „Bücher > Ratgeber > Lesben & Schwule > Schwul“ gelandet. Nina Degeles „Gender / Queer Studies: Eine Einführung“ findet sich unter anderem bei „Bücher > Erotik > Tipps für Lesben“, aber auch bei der sozialwissenschaftlichen Fachliteratur.

Eine ganz amüsante Verqueerung kategorialer Zuschreibungen, zumal nicht alle Fachbücher und Textsammlungen aus dem Bereich Queer in der Erotikecke gelandet sind. Problematisch wird es allerdings bei den Romanen und Krimis. Bellestrik mit lesbischen, schwulen, bi– oder transsexuellen Held_innen klassifiziert Amazon pauschal als „Erotik > Tipps für Schwule“ (bzw. Lesben). Oder aber sie landet in der Ratgeberecke wie zum Beispiel der Roman „Stone Butch Blues“ von Leslie Feinberg (Ratgeber > Lesben & Schwule > Coming-out). In genau diesen beiden Kategorien findet sich auch das Werk „Mein schwuler Friseur — oder wie Sie sich mit 2222 Vorurteilen über Ihre Mitmenschen lustig machen“. Das ist wirklich grotesk. Es muss doch möglich sein, dass Amazon seinen Bestand katalogisiert ohne damit Leute erneut vor den Kopf zu stoßen.

Digitale und analoge Überforderung

Ich komme gerade aus der Unibibliothek mit Schirrmachers „Payback“ in der Hand, steige in den Aufzug in den 8. Stock und beginne ein bisschen zu lesen. Wie üblich hält der Aufzug auf fast jeder Etage. So komme ich ein paar Seiten weit und erfahre, dass sich Schirrmacher von den digitalen Medien, dem Internet und den ganzen Gerätschaften überfordert fühlt. Sein Kopf kommt nicht mehr mit. „Nicht mehr lange, und ich könnte Ehrenmitglied jener wachsenden Gruppe von Japanern werden, die nicht nur systematisch ihre U-Bahn-Station verpassen, sondern mittlerweile auch immer häufiger vergessen, wie die Station überhaupt heißt, an der sie aussteigen müssen.“ Der Aufzug hält im siebten Stock und ist leer. Ich schaue auf die Anzeige und sehe: Es hat niemand auf die Taste 8 gedrückt. Der Aufzug fährt nach unten.

Verqueerte Verhältnisse live und in Farbe

Die AG Queer Studies präsentiert an diesem Wochenende den Sammelband „Verqueerte Verhältnisse“ auf den Linken Buchtagen in Berlin (Samstag) und im Centro Sociale in Hamburg (Sonntag).

Buchpräsentation mit Antke Engel im Centro Sociale

Heute Abend (20 Uhr) wird Antke Engel ihr gerade erschienenes Buch „Bilder von Sexualität und Ökonomie. Queere kulturellen Politiken im Neoliberalismus“ (transcript) im Centro Sociale vorstellen – organisiert von der AG Queer Studies, auf deren Blog ihr mehr Infos zur Veranstaltung findet. In der taz Hamburg erschien heute ein kleines Interview mit Antke Engel.

Woohoo! Verqueerte Verhältnisse ist da!!!

So viele Ausrufezeichen seht ihr bei mir nicht alle Tage. Das ist purer Mitherausgeberinnenstolz. Muss auch mal sein, nach so langer Arbeit.

"Verqueerte Verhältnisse" – jetzt im Buchhandel

Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen“ ist seit gestern erhältlich. Damit hat die AG Queer Studies den zweiten Sammelband zur Vortragsreihe Jenseits der Geschlechtergrenzen veröffentlicht. Das Buch ist beim Männerschwarm Verlag in Hamburg erschienen und enthält neben der Einleitung 10 Beiträge zu den Themenbereichen Queer Studies und rassifizierende Machtverhältnisse, Ökonomiekritik, neoliberaler Kapitalismus und Reflektionen queerer Praxen. Zum Sammelband beigetragen haben Jin Haritarworn, Felix Krämer, Nina Mackert, Alexandra Ganser, Antke Engel, Sonja Mönkedieck, Renate Lorenz, Do Gerbig, Joke Janssen, Annett Losert, Jo Bucher und Angelika Goeres (falls ihr das lest an dieser Stelle noch einmal Danke für die tolle Zusammenarbeit!).

Dem Band liegt ein Verständnis von Queer Theory zugrunde, das den Blick über die „klassischen“ Themenfelder der Queer Studies erweitern und Regime der Heteronormativität und Zweigeschlechtlichkeit in ihrer Verwobenheit mit anderen Herrschaftsachsen untersuchen will.
Neben Sexualitäten und Geschlechterkonstruktionen rücken vielfältige gesellschaftliche Felder und wissenschaftliche Disziplinen in den Blick, in denen (Identitäts-)Kategorien festgeschrieben und Machteffekte produziert werden. Machtvolle Zuschreibungen und ihre performative Herstellung sind nahezu jedem gesellschaftlichen Handeln und Sprechen immanent und können damit zum Untersuchungsgegenstand werden. Queer Studies stehen demnach vor der Herausforderung, ihr Untersuchungs– und Interventionsfeld radikal erweitern zu müssen und dennoch in ihrer Methodik und (wissens-)politischen Zielsetzung nicht beliebig zu werden. Dieses Buch möchte einen Beitrag zu diesem Projekt leisten.

Hier findet ihr ein PDF mit einem Überblick über den Inhalt. Der Band kann ab sofort für 16 Euro im online und offline Buchhandel erworben werden.

Promovieren mit Augenaufschlag

Ich dachte mir neulich, dass es vielleicht keine schlechte Idee ist, einen Promotionsratgeber zu besorgen. Das Angebot auf dem Markt ist vielfältig, doch mangels Alternativen in der Bibliothek griff ich zu dem bei Amazon mit nur zwei Sternchen bewerteten „Promovieren mit Plan. Ihr individueller Weg: von der Themensuche zum Doktortitel“ von Randi Gunzenhäuser und Erika Haas.

Das schmale Büchlein richtet sich an zwölf verschiedene Typen von Promovierenden: Von wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen mit vollen Stellen über Stipendiat_innen bis zu Privatiers, die sich nach erfolgreicher Berufslaufbahn ganz der wissenschaftlichen Muse hingeben. Die Tipps des Ratgebers sind am Rand mit kleine Zahlen gekennzeichnet, so dass mensch gleich sieht, für welche der zwölf Gruppen sie zutreffen. Außerdem finden sich kleine Weiblichkeitszeichen an den Stellen, die für Promovendinnen besonders relevant sind.

Lasst es euch auf der Zunge zergehen, was die Autor_innen über Autoritätskonflikte bei beruflich erfolgreichen Promovierenden gegenüber ihren Betreuungspersonen schreiben:

Verschärft wird diese Situation, wenn Sie erfolgreich im Beruf und zusätzlich weiblichen Geschlechts sind: In diesem Fall ist ein besonderes Gespür für ein ausgewogenes Verhältnis von Selbstdarstellung und Anerkennung der Autorität Ihrer Betreuungsperson gefragt. Von Ihnen als Frau wird mehr Unterordnung erwartet als von Männern. Erfolgreiche Frauen wirken auf viele Männer noch immer bedrohlich und diesem Faktum können Sie leider nicht auf einer rationalen Ebene begegnen. Nicht selten werden Sie in einen irrationalen Machtkampf verwickelt. Machen Sie sich das gerade als Frau bewusst, wenn Sie merken, dass sich inhaltliche Diskussionen ohne alle Logik entwickeln: Ihr Doktorvater hat Angst! Sie müssen sie ihm nehmen. Zum Teil reicht ein bewundernder Augenaufschlag, zum Teil müssen Sie zu langweirigen Strategiekonzepten greifen.

Liegt es an mir oder am Text, dass mir zum Thema „langwierige Strategiekonzepte“ nichts anderes einfallen will, als bei der nächsten Fachtagung mit dem Doktorvater ein Doppelzimmer zu buchen?

Ich bin gespannt, was dieses Buch noch zu bieten hat. Erstaunt hat mich, dass es beim Verlag Barbara Budrich erschienen ist. Dort erscheinen viele Bücher zu Geschlechterforschung, und auch die Fachzeitschrift für feministische Politik-Wissenschaft femina politica wird dort verlegt. Peinlich!

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