Feministische Brüche und feministische Archive: „Wir schauen zu, wie Wissen verloren geht“

Wie versprochen nun also der follow-up-post zum Vortrag über die Lesben/Frauen-Archive in der digitalen Welt ein paar Themen der Diskussion und Überlegungen dazu.

Dazu muss ich ein bisschen ausholen: Mit meinem Vortrag wollte ich unter anderem einen Einblick geben, wie Feminismus im Netz Öffentlichkeit herstellt, Beziehungen stiftet und Interventionen ermöglicht. Ich habe versucht, Metaphern dafür zu finden, was Twitter für uns bedeutet und betont, dass es auch für uns, die wir soziale Medien täglich nutzen, alles andere als trivial ist, sich darin zurecht zu finden. Aber es ist eben trotz der Informationsflut und der Unsicherheit, wie Beziehungen in der virtuellen Welt zu gestalten sind, auch unglaublich reizvoll. Daran anschließend habe ich mir die Frage gestellt, welche Bedeutung die Verortung in vorangegangenen feministischer Politiken für uns, die wir im Netz feministisch umherschwirren, hat. Als Beispiel habe ich u.a. Somlu’s Text über das Frauenwiderstandscamp im Hunsrück genannt, der eine sehr alte und bekannte Diskussion über Kinder und Mütter mit aktuellen Diskussionen um Kinder und Heteroprivilegien beim Gendercamp verknüpft. Ich argumentierte, dass solche Blogposts hilfreich für aktuelle feministische Diskussionen sein können, weil Feminismus eben auch heißt, wahrzunehmen, wofür vor uns gekämpft wurde, wer gekämpft hat, worüber gestritten wurde und welche Praxen darin entwickeltet worden sind.


Disability Zines Exhibit by Barnard Library Zine Collection on Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Erzählungen über das, was war, sind immer auch dazu da, etwas darüber zu sagen, was heute ist. Sich kritisch in Geschichte zu verorten heißt deshalb meiner Ansicht auch, diese zu dekonstruieren, also auf ihre Entstehungsbedingungen zu befragen. Zu fragen, warum heute etwas auf eine bestimmte Weise erzählt wird und wie Macht mit dieser Erzählung verwoben ist. Ich habe vor allem von meinen Historiker_innen-Freund_innen und ihrer Arbeit gelernt, dass Archive für dieses Unterfangen von großem Nutzen sein können, wenn sie vielfältig und von kundigen Spezialist_innen erschlossenen und aufbereiteten Quellen und Materialien zur Verfügung stellen.

Als ich die Frauenwiderstandscamps erwähnte murmelten einige im Publikum so etwas wie „ah ja, genau“. Ich erwähnte, dass ich bis zu diesem Blogpost noch nichts davon gehört hatte. In der Diskussion knüpften mehrere Frauen daran an und meinten, dass die Lesben/Frauenarchive, in denen sie arbeiten, voll mit Quellen dazu sind.

Da waren wir an dem Punkt, der die Diskussion beherrschen sollte: Gibt es einen Bruch zwischen der zweiten Frauenbewegung und der heutigen und geht dieser mit einem ähnlichen Verlust von Wissen und Geschichte einher, wie der Bruch zwischen der ersten und der zweiten Frauenbewegung? Und was bedeutet das für die Lesben/Frauen-Archive und Bibliotheken?

Eine Teilnehmerin fasste es zusammen: „Wir schauen zu, wie Wissen verloren geht.“

Es ging also nicht darum, dass die jungen Frauen* heute unpolitisch seien, sondern um die fehlenden Verbindungen zwischen den feministischen Generationen, die – auch das wurde angemerkt – sich nicht immer am Alter festmachen lassen. Eins kann sich das vielleicht als zwei Netzwerke vorstellen, wo die Punkte untereinander jeweils stark verbunden sind, es mehrere Zentren mit besonders vielen Verbindungen gibt, wo es aber zwischen den beiden Netzwerken nur wenige Verbindungen gibt. Das hat meiner Ansicht nach weniger etwas damit zu tun, dass die Themen, die uns beschäftigen, heute ganz andere wären. Ich nehme es eher als eine andere Akzentuierung wahr, wobei einige Grundfragen, gerade die der innerfeministischen Debatten, tatsächlich relativ konstant bleiben. Kämpfen wir im kapitalistischen System oder dagegen? Institutionalisiert oder autonom? Welche Rolle spielt das Begehren? Wer sind (legitime) Bündnispartner_innen? Wer ist das „wir“ des feministischen Projektes? Wie verhält sich Feminismus als politisches Projekt zum Kampf gegen Rassismus und zu anderen politischen Bewegungen? Außerdem muss die Erzählung der sich ablösenden Frauenbewegungen, der feministischen Wellen, auch kritisch befragt werden – daran hat mich Marlen zum Glück noch mal erinnert. Zwar erscheint es mir nützlich, einen Begriff für die Peaks zu haben, also für die Zeiten, wo viel passiert, wo sich Intensität des Diskurses verstärkt. Aber es besteht eben auch die Gefahr, erstens das Dazwischen unsichtbar zu machen und zweitens den Peaks auf einen bestimmten Nenner zu bringen, der die Vielschichtigkeit und die Konflikte ausblendet, die den intensiven Diskurs erst erzeugen. Denn wenn alle das gleiche zu sagen hätten, würde ja gar nicht so viel gesprochen werden.

Zu den Erzählungen, die ich über die zweite Frauenbewegung kenne, gehört, dass die Protagonistinnen erst im Laufe der Zeit ihre Vorläuferinnen bzw. deren Texte entdeckt haben. Ich glaube, da haben wir es heute schon mit einer anderen Situation zu tun: Wir wissen zumindest, dass es die neue Frauenbewegung gab. Sie ist besser dokumentiert und hat sich in die Kulturproduktion eingeschrieben. Es gibt immer mal wieder einen Arte Themenabend. Es gibt Bücher, Verlage, Bibliotheken und Archive, wo eins fündig wird. Es gibt Gender Studies, wo in der Regel die Möglichkeit besteht, sich mit dem Thema eingehender zu befassen.


An ironhard archive with flowers. Foto von Aureusbay auf Flickr. CC BY-NC 2.0

Trotzdem fehlt es vielfach an Wissen und an Verbindungspunkten. Und vielleicht auch am Interesse, sich eingehender miteinander zu beschäftigen. Vielleicht sind es also die Beziehungen, die fehlen, oder die gemeinsamen Orte. Bibliotheken und Archive könnten ja solche Orte sein. Im Publikum bemerkte eine, dass die Institutionen mehr Öffentlichkeitsarbeit machen müssten, um für „Jüngere“ – damit meine ich diejenigen, die den jüngeren/neueren Netzwerken angehören – relevant zu sein. Ich habe überlegt, was das konkret heißen könnte. Der erste Punkt wäre sicherlich, sichtbarer zu sein, das Internet stärker einzubeziehen werden und die Netzwerke auszuweiten. Zum Beispiel mal rausfinden, welche Emailverteiler in der jeweiligen Stadt genutzt werden. Zweitens könnten die Institutionen stärker an aktuelle Debatten anknüpfen und die Verbindungslinien herstellen. Drittens – Raumpolitiken – finde ich es prinzipiell ok, wenn sich die Räume nicht (immer) als „open for all genders“ verstehen. Aber sind das dann unausgesprochen Cis-Lesben/Frauenräume? Die Ein-/Ausschlusspraxen müssten aus meiner Sicht erstens klarer benannt werden, zweitens aber auch überdacht werden.

Von der anderen Seite her gedacht, frage ich mich aber: Muss uns immer alles auf dem Silbertablett präsentiert werden? Wie ist es um das Interesse und Geschichtsbewusstsein derjenigen bestellt, die solche Orte nicht wahrnehmen? Ist das überhaupt eine geteilte Erfahrung von „jüngeren“ Feminist*innen? Für welche der „älteren“ sind die Bibliotheken und Archive auch noch nie interessant oder zugänglich gewesen?

Und dann gibt es noch den Gedanken, dass es Brüche auch aus Gründen sind, dass sie notwendig und produktiv sind. Die Erfahrung, die es bedeutet, einen Diskussionsprozess selbst durchgemacht zu haben, lässt sich wahrscheinlich durch Bücher und Erzählungen nicht ersetzen. Und die Effekte solcher Diskurse verstärken sich ja auch dadurch, dass sie wiederholt werden. Ich kann mir auch vorstellen, dass Frauen*, die bestimmte Debatten schon vor 30 Jahren geführt haben, nur bedingt Interesse daran haben, dass ihnen frisch „Bekehrte“ mit ihrer Begeisterung die Ohren abkauen. Umgekehrt haben die „Jüngeren“ vielleicht auch keine Lust, wenn die „Älteren“ immer sagen, „ach, das haben wir früher auch schon diskutiert und ihr werdet schon noch sehen, dass …“

Ich bin gespannt, wie sich die Diskussion weiter entwickelt. Ich bin sicher, dass die Lesben/Frauen-Archive an der Sache dran bleiben und über Anknüpfungspunkte und neue Formen der Öffentlichkeitsarbeit verstärkt nachdenken. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die aktuellen feministischen Strömungen und gerade auch die Netzaktivistischen demnächst an einen Punkt kommen, wo das Bedürfnis danach wächst, die eigene Arbeit auch längerfristig zu dokumentieren und festzuhalten. Wir können uns ja nicht darauf verlassen, dass sich das Internet alles merkt, dass wir alle Texte, Meme und Shitstorms auch in zwei oder zwangzig Jahren noch finden können. Spätestens dann müssen wir noch einmal darüber nachdenken, wie sich das Digitale archivieren lässt und ob wir unsere Sachen den Firmenarchive von Google, Twitter und Facebook überlassen wollen. Wir sollten also mit denjenigen ins Gespräch kommen, die Ahnung von Archiven haben.

Zum Weiterlesen: „Einzelkämpfer_innen oder Kollektive? Auch eine Generationenfrage“ von Lantzschi.

Die Archive ins Netz und das Netz in die Archive?

Am letzten Freitag war ich in Kassel auf der Jahrestagung der deutschsprachigen Lesben/Frauenarchive und -bibliotheken (Dachverband ida), die von der Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung organisiert wurde. Auf der Tagung wurde unter anderem über „Zugangswege zu und Vernetzung von Quellen zur Geschlechtergleichstellung“ gesprochen. Ich war eingeladen, dazu einen Vortrag zu halten, in dem es zum einen um die Frage ging, warum die Lesben/Frauen-Archive und -Bibliotheken das Internet mehr nutzen und auch in den Sozialen Netzwerken in Erscheinung treten sollten und wie sie das umsetzen könnten. Zum anderen ging es darum, ob sie zukünftig auch feministische Blogs, Diskussionen und Aktionen aus dem Internet archivieren sollen.

Die Diskussion, die sich an meinen Vortrag anschloss, fand ich außerordentlich interessant und ich habe mir fest vorgenommen, darüber auch etwas zu bloggen. Das mache ich dann aber in einem zweiten Post. Hier kommen jetzt erst einmal das Vortragsmanuskript Die Archive ins Netz und das Netz in die Archive? Lesben/Frauenarchive in der digitalen Welt (PDF) und die Prezi zum Durchklicken.

Übergriffigkeit als ‚boys fun‘ beim ZDF

Ich musste heute mal wieder meinen Unmut zum Ausdruck bringen und habe eine Mail ans ZDF geschrieben. In einer Sendung namens „neoparadis“ wurde einfach mal eine Frau von einem Moderator (andeutungsweise) begrabscht, als lustiger Spaß zwischen Kumpels. Worum es genau geht, könnt ihr bei derspringendepunkt.tumbler.com nachlesen. Dort findet ihr auch einen Link zum Youtube Video mit der Sendung.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich wende mich an Sie, um meinen Protest gegen die Sendung “neoparadise” vom 4.10.2012 zum Ausdruck zu bringen. Ich muss an dieser Stelle nicht genauer auf den Inhalt eingehen, weil Sie mit Sicherheit schon eine Reihe von Zuschriften zu dieser Sendung bekommen haben. Nur so viel: Ich finde es schrecklich, wenn sexuelle Übergriffigkeit auf diese Weise verharmlost wird, wenn sich über die Gefühle von Opfern Lustig gemacht wird und so getan wird, als müssten Frauen das halt locker nehmen und wegstecken können. Ist ja nur Spass, eine lustige Wette zwischen Kumpeln, die sich zwar irgendwie merken, dass das „eklig“ ist, aber dann doch rumkumpeln und sich gegenseitig für ihre witzige Aktion auf die Schulter klopfen. Nein, ist es nicht.

Im Übrigen tut es nichts zur Sache, ob die Frau tatsächlich berührt worden ist oder nicht. Für die ZuschauerInnen war das nicht erkennbar. Der Frau zu nahe gekommen ist der Moderator so oder so. Grenzüberschreitendes Verhalten nennt man das.

Es schränkt die Freiheit von Frauen ein, jederzeit damit rechnen zu müssen, dass ihre körperliche Integrität missachtet wird. Diesen Zustand, wie in der Sendung gesehen, unkritisch zu reproduzieren, halte ich für absolut fahrlässig. Mich hat erschreckt, dass anscheinend die gesamte Redaktion bei dieser Sache versagt hat.

Ich verbleibe mit der Empfehlung an die beteiligte Redaktion bzw. Produktionsfirma, ein Antisexismustraining durchzuführen und den verantwortlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sender zum Thema zu machen. Es ist bitter notwendig.

Mit freundlichen Grüßen,

Kathrin Ganz

Update: Mir wurde heute Abend die Standardantwort zugeschickt, die auch der springende Punkt erhalten hat. Darauf habe ich noch mal geantwortet:

Vielen Dank für ihre Antwort. Das wäre doch nicht nötig gewesen! Schließlich handelt es sich darum um eine Standardmail, die ich bereits aus dem Internet kenne. Das Argument, dass es in der Szene nicht zu einer tatsächlichen Berührung gekommen ist, konnte ich in meiner ersten Email darum schon vorwegnehmen. Hätten Sie meine Email gelesen, wäre Ihnen das sicher aufgefallen. Auch war mir bekannt, dass das Einverständnis der Messehostess eingeholt worden ist. Meine Kritikpunkte bleiben also bestehen.

Falls es beim ZDF noch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem kritisierten Inhalt geben sollte, bitte ich Sie, mich darüber zu informieren, ob der Sender etwas zu unternehmen gedenkt, dass dergleichen zukünftig nicht wieder geschieht. Das ist mir wichtiger als schnell ein Feedback auf meine Email zu erhalten, die aus einer bereits bekannten Standardantwort besteht.

Teilhabe durch neutrale Plattformen? Über die Piraten, die Quote und LQFB

Für die Artikelreihe „Was ist der Streit Wert?“ des Gunda-Werner-Instituts habe ich mal wieder mit der parteiinternen Geschlechterpolitik der Piraten beschäftigt. Ich habe versucht, die Diskussionen um Postgender, den Frauenanteil und die Quote differenziert zu betrachten. Am Ende formuliere ich so etwas wie einen Featurerequest. Aber das könnt ihr ja dort nachlesen.

Über den Commentman, der in den Kommentaren noch mal Postgender als die Bekämpfung von Gender Mainstreaming einordnet, habe ich schmunzeln müssen: „Die Genderdiskussion ist extern an die Partei herangetragen worden von politischen Extremisten.“

Aufklärung II: Eine Frage an die Leser

Inhaltswarnung: sexualisierte Gewalt, r*pe culture.

Heute morgen habe ich erst entdeckt, dass dank einer Verlinkung bei der Mädchenmannschaft noch einige Kommentare unter meinen Text über Aufklärung (die über Sex, nicht das Zeitalter) gepostet wurden. Danke für’s Teilen eurer Perspektiven und Erfahrungen! Die Erzählungen machen deutlich, wie rape culture weibliche Sexualität mit-konstruiert. Das gibt zu denken. Mir geht es übrigens dabei nicht darum zu sagen, dass es falsch ist, Mädchen über die Gefahr sexualisierter Gewalt aufzuklären und es besser wäre, eine flauschige Bubble aufzubauen. Ich versuche für mich zu ergründen, wie das Thema Gewalt in das Sprechen über Sex eingewoben ist und was das mit uns macht.

Ich bin neugierig geworden und frage mich auch, wie das eigentlich bei Jungs ankommt. Vielleicht haben ja von den Lesern welche Lust, ihre Erinnerungen zu schildern. Ihr habt ja in der Regel den selben Unterricht erlebt und die selben Fernsehsender gesehen. Was machen diese Erzählungen mit jungen Männern? Wie habt ihr die Aufklärung, das Sprechen über Sex und die Repräsentationen davon wahrgenommen?

Mich interessieren Erfahrungen, wie sie auch in den Kommentaren (Triggerwarnung) unter dem anderen Text geschildert worden sind. Also seid so gut und postet keine allgemeinen Ausführungen und Einschätzungen zum Thema und keine Kommentare, die nur aus Lösungsvorschlägen bestehen. Danke.

Aufklärung

Inhaltswarnung: Es geht um sexualisierte Gewalt.

Ich weiß nicht, wann ich das erste mal davon gehört hab, dass es so etwas wie Sex gibt. Es muss gewesen sein, bevor das Thema in der Grundschule mal dran kam. Der Stille und dem Kichern nach zu urteilen wussten die meisten von uns damals schon Bescheid. Es muss der Sachkundeunterricht in der dritten oder vierten Klasse gewesen sein, als unsere Lehrerin das Thema anschnitt und ich weiß noch, dass es zuerst darum ging, dass man nicht mit fremden Männern ins Auto steigen soll. Auch nicht, wenn sie nett wirken. Auch nicht, wenn sie Süßigkeiten anbieten. Dann ging es darum, wie das mit der Schwangerschaft funktioniert. Wie das Baby im Bauch der Mutter wächst, bis es nach 9 Monaten raus kommt. Wenn wir noch Fragen hätten, könnten wir die auf Zettel schreiben; nach der Pause würden wir darauf zurück kommen. Obwohl es mir irgendwie klar war, schrieb ich auf „Wie kommt es zur Befruchtung?“, denn davon war bisher nicht die Rede. Nach der Pause las die Lehrerin meine Frage vor und fragte in die Klasse, ob jemand die Antwort wüsste. Stille. Eine kleine Ewigkeit. Dann meldete sich Benjamin und sprach es aus: „Penis in die Scheide!“ Alle lachten.

Ich finde diese Aufklärungsepisode eigentlich lustig. In letzter Zeit ist mir aber etwas klar geworden: Es ging zu erst um die Gefahr, zum Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden. In der einen, stereotypen Form. Und dann ging es um Reproduktion. In dieser Zusammenstellung, eng mit einander verbunden, und in dieser Reihenfolge. Um Sex ging es eigentlich nicht.

Um Lust ging es schon gar nicht, auch später nicht, als wir in der sechsten Klasse im Biologieunterricht über Verhütung und Krankheiten sprachen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Wir hätten auch darüber sprechen sollen, was passiert, wenn Menschen miteinander Sex haben. Worauf man achten muss. Nicht nur Verhütung, auch über Kommunikation. Über nein und über ja.

Die Gefahr sexualisierter Gewalt war immer präsent. Sie ist Teil der Kultur, in der ich aufgewachsen bin. Ich erinnere mich, einmal Aktzenzeichen XY gesehen zu haben. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war und warum ich diese Folge geschaut habe, denn eigentlich galt die Sendung bei meinen Eltern als etwas, das „zu gruselig“ ist. Es ging um eine zweifache Vergewaltigung. Sie wurde sehr detailliert nachgestellt. Die Bilder haben sich eingebrannt.

Rape culture bedeutet für mich unter anderem auch, in einer Gesellschaft aufgewachsen zu sein, wo das Konzept Sexualität von vorne herein auch mit Gewalt und der Ausübung von Macht über Schwächere verbunden war. Ich bin mit dem Wissen aufgewachsen, dass Männer mir diese Gewalt antun könnten und dass ich mich davor schützen muss.

Mit 14 legte die Mutter einer Freundin uns nahe, zusammen einen Selbstverteidigungskurs für Frauen zu machen. Das war eine gute Idee und wir wussten, warum das sinnvoll ist. Mit 17 war ich mit einer Freundin im Urlaub bei Freunden ihrer Familie in der Toscana. Die Abende verbrachten wir in deren Restaurant. Einmal kam eine Gruppe von Männern rein. Unsere Gastgeberin nahm uns zur Seite und meinte, sie würde uns heute früher nach Hause bringen. Die Kerle würden oft Ärger machen und für Frauen sei es nicht gut, hier zu sein. Wir wussten, vor was wir gewarnt wurden und machten uns auf den Weg.

Geschichte wird gemacht (CRE 196)

CRE, das zu den deutschsprachigen Podcasts mit der größten Reichweite gehört, hat sich dem Thema Feminismus (CRE 196) angenommen. Zu Gast in der über drei Stunden langen Sendung war Katrin Rönicke, die im Gespräch mit Tim Pritlove über ihren feministischen Werdegang, die Geschichte der Frauenbewegung und verschiedene geschlechterpolitische Fragen Auskunft gab. Wie zu erwarten war, gab es nicht nur die üblichen feminismuskritischen Wortmeldungen, sondern auch kritische Anmerkungen aus der (pro-)feministischen Bubble. Sofakissen hat sich in seiner Raummaschine schon darüber ausgelassen, dass er den Feminismus-CRE als sehr männerkompatibel und flauschig wahrgenommen hat, was er daran festmacht, dass zum Beispiel das Thema Gewalt ausgeklammert wird.

Das ist mir beim Hören auch aufgefallen. Es gab aber noch eine andere große Leerstelle, auf die hinzuweisen ich wichtig finde. Die Debatten, die unter Stichworten wie „Differenzen zwischen Frauen“ oder „Intersektionalität“ bekannt sind, werden in der Sendung nämlich völlig ausblendet. Deutlich wird das zum Beispiel, wenn Katrin Rönicke ihr Verständnis der „dritten Welle“ beschreibt. Was im Podcast rüber kommt: Eine jüngere Generation stellt fest, dass die alten Probleme noch immer nicht (alle) gelöst sind: Sexismus, Vereinbarkeit, Karriere. Also wird Feminismus neu aufgerollt, ein paar Sachen müssen aber über Bord geworfen werden (z.B. die Ablehnung von Pornographie und BDSM, die Männerfeindlichkeit). Die Feministinnen der dritten Welle sind „kooperativer“ als die der Zweiten. Das ist durchaus eine verbreitete Deutung von zeitgenössischem Feminismus, unterschlägt aber mindestens zwei Punkte.

Zum einen: Intersektionalität kommt nicht vor. Die Diskussion um Mehrfachunterdrückung, sich überschneidende Formen gesellschaftlicher Ungleichheit und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen sozialen Positionierungen fehlt. Gut, Intersektionalität ist ein ziemlich akademisches Wort, eine Analysemethode. Aber ist kein Thema, mit dem sich nur im Elfenbeinturm beschäftigt wird. Feministische Aktivist_innen beschäftigen sich heute mit Themen wie Mehrfachpositionierung. Im Policybereich, z.B. bei den Weltfrauenkonferenzen der Vereinten Nationen geht es schon lange um das Verhältnis von Race, Gender und Class. Viele Konflikte wurden geführt und es waren vor allem marginalisierte Frauen*, die darum gekämpft haben, dass eine weiße, nicht von Behinderung betroffene, bürgerliche Perspektive nicht alles sein kann und dass auch diese Perspektive etwas mit rassistischen Strukturen, Kapitalismus, Gesundheitsdiskursen usw. zu tun hat. Das ist auch alles nicht neu: In der ersten Frauenbewegung gab es neben den bürgerlichen auch sozialistische Feministinnen, die Feminismus und Klassenkampf zusammengedacht haben. Für die Diskussion um Intersektionalität sind Texte von amerikanischen Women of Color (das Combahee River Collective Statement (1977) zum Beispiel) besonders einschlägig. Es ist auch nicht so, als sei das eine US-Debatte, die mit den hiesigen Verhältnissen nichts zu tun hat. Schaut euch mal die Interventionen von Schwarzen Frauen und Migrantinnen an, zum Beispiel den Text Wir, die Seiltänzerinnen (1994) von FeMigra. Oder die Auseinandersetzungen um doppelte Diskriminierung von Frauen mit Behinderung (Texte von Swantje Köbsell: 1, 2). Das sind nur die bekanntesten Beispiele, von denen ich weiß, dass sie immer wieder aufgeführt werden, um wenigstens zu sagen: Hier schaut, das gibt es alles! Nehmt es wahr!

Ein zweiter Punkt ist die Kritik an der binären Zweigeschlechtlichkeit (d.h.: es gibt nur Männer und Frauen und die sind im Normalfall in ihrem Begehren aufeinander bezogen) und der Ausgrenzung von Menschen, die in dieses Schema nicht passen können oder wollen, auch aus feministischen Räumen. Über das Verhältnis von Feminismus und Queeren Politiken (Woltersdorf: Queer Theory und Queer Politics, 2003) wird im CRE nicht gesprochen. Tim Pritlove versucht das, wenn ich es richtig rausgehört habe, an einer Stelle einzubringen, Katrin Rönicke lenkt das Thema auf ihre Erfahrungen mit (heterosexueller) Mutterschaft. Nicht, dass das kein wichtiges Thema wäre. Der Gesprächsverlauf an der Stelle zeigt aber gut, wie aus einer bestimmten Position heraus Themen gesetzt und andere unsichtbar gemacht werden.

Die CRE-Folge ist also ein hervorragendes Beispiel dafür für eine Geschichtsschreibung, die dominante gesellschaftliche Positionen reproduziert und andere unsichtbar macht. Ich halte es nicht für falsch, sich zum Beispiel über die Rollenverteilung von heterosexuellen Eltern zu unterhalten, um bestimmte Punkte zu vermitteln. Mit dem Thema können vermutlich viele CRE-Hörer_innen etwas anfangen und es gibt Anstoß, über eigene Erfahrungen nachzudenken (auf eine angenehmere Art, als wenn ich mich fragen muss, wo ich eigentlich in letzter Zeit männliches Dominanzverhalten an den Tag gelegt habe). Ich halte es aber für falsch, intersektionale und heteronormativitätskritische Perspektiven in einem dreistündigen Gespräch, das offensichtlich den Anspruch hat, über die Geschichte des Feminismus etwas zu vermitteln, komplett auszublenden und über 30 Jahre feministische Auseinandersetzung zu übergehen.

Der „pragmatische Feminismus“ von Katrin kommt gut an, das merke ich an den Reaktionen auf Twitter. Und so wünschenswert ich es finde, dass viele Leute ein Verständnis für Feminismus entwickeln, so frage ich mich doch: Geht das nur um den Preis, sich gegenüber denjenigen abzugrenzen, die mit dem Malestream nicht kompatibel sein wollen? Diese Form von „pragmatische Feminismus“ hat den Effekt, gerade bei den „irgendwann ist mal gut“-Apologet_innen gut anzukommen und erweist so den Vertreter_innen der aktuellen Diskurse einen ErklärBärendienst. Die intersektionalen Ansätze gelten dann en passant als „zu kompliziert, zu radikal“. Sie sind aber State of the Art (seit 30 Jahren!), nehmt sie ernst. They are the stories … that need to be told. sab_culture hat das viel besser formuliert: „they are told, but more often ignored, not acknowledged, over heard, over voiced …“

Die Wortspielcredits für den Erklärbärendienst gehen an Philip Steffan.

hatr.org – Wie Maskulisten den Feminismus unterstützen

Leah, Nadine und ich haben zusammen einen Artikel geschrieben, in dem wir uns mit Kommentarpolitiken auf Blogs mit gesellschaftskritischem und emanzipatorischen Anspruch und insbesondere auf queer-/feministischen Blogs auseinandersetzen und das Projekt Hatr vorstellen. Wir möchten mit dem Artikel außerdem weitere Blogs und Projekte ermutigen, sich bei Hatr anzumelden und damit andere Projekte zu unterstützen. Der Text ist in einem von Andreas Kemper herausgegebenen Sammelband mit dem Titel „Die Maskulisten“ erschienen, der kürzlich bei Unrast veröffentlicht wurde.

hatr.org – wie Maskulisten den Feminismus unterstützen

Inhalt:
Kackscheiße im Netz
Das Projekt Hatr
Die Resonanz auf Hatr

Wer die Seite Hatr.org im Browser aufruft wird sich wundern. Auf der Startseite finden sich unter der Überschrift “Das Letzte” eine Reihe von scheinbar zusammenhanglosen Kommentaren von “Leon”, “Horst” oder “Antigenderwahnbeauftragter”. Manche Einträge sind kurze, drastische Beschimpfungen, bei anderen handelt es sich um längere Texte, die zum Teil nicht zu verstehen sind, ohne zu wissen, worauf sie sich beziehen. Ab und zu taucht der hervorgehobene Name “Xena” in den Texten auf. Oben rechts auf der Seite ist ein “Trollcounter”, der die Zahl der bereits geposteten Kommentare anzeigt. Darunter ein Flattrbutton1 und für diejenigen, die in ihrem Browser keinen Werbeblocker installiert haben, sichtbare Google Anzeigen. Das Logo von Hatr ist ein pinkfarbenes Herz mit meinem geschwungenen “h”. „hatr.org – Wie Maskulisten den Feminismus unterstützen“ weiterlesen

  1. Flattr.com ist eine Internetdienst, der es ermöglicht, frei verfügbare Inhalte im Netz durch Mikrospenden zu unterstützen. Ein Teil der Einnahmen von Hatr kommt über diesen Dienst zusammen. []

Kurze Erläuterung regarding Netzfeminismus

Ich seufzte „in sachen #netzfeminismus passiert genau das, was ich erwartet habe“ und erläuterte auf Nachfrage: „ein label claimen löst abgrenzungsreaktionen aus. und dann geht alles seinen gewohnten gang“

Es ist doch so: Netzfeminimus war bis vor einigen Monaten ein diffus benutzter Begriff, auf den sich im deutsch(sprachig)en Internetdiskurs einige Menschen bezogen, die irgendwas mit Feminismus im Internet zu tun haben. Feministische Blogger_innen und Twitterer_innen. Leute, die sich Netzpolitik aus feministischer Perspektive beschäftigen und/oder die sich gegen Sexismus im Netz einsetzen und/oder die mangelende Repräsentanz von Frauen in Internetdiskursen thematisierten und/oder das Netz als Raum zur Vernetzung ansehen und/oder dort feministische Themen artikulieren, die gar nichts mit dem Internet zu tun haben und vieles mehr.

Keine feste Gruppe, sondern ein heterogenes Feld mit verschiedenen Knotenpunkten (und die mädchenmannschaft ist ein mächtiger Knotenpunkt darin, keine Frage). Kein einheitlicher Feminismus, sondern Feminismen mit Bezug auf das Internet als Raum und Thema (dies auch als Antwort auf die Frage von @tante).

Mit der Gründung von netzfeminismus.org wird der Begriff aufgegriffen und inhaltlich gefüllt. Das passiert ganz von alleine, auch wenn die Initiatorinnen Offenheit und Vorläufigkeit betonen und das Projekt noch nicht so recht aus den Puschen zu kommen scheint.1 Gleichzeitig wird die Seite netzfeminismus.org auch zu einer Anlaufstelle für Interessierte. Also zu einem weiteren Knotenpunkt, der sich von den anderen eigentlich nur durch eine kleine Sache unterscheidet: Der Name scheint für etwas größeres zu stehen.

Netzfeminismus: Ist das ein pars pro toto oder ein totum pro parte? Bis jetzt wird das Projekt Netzfeminismus.org vor allem mit dem Netzfeministischen Bier und mit der Frage der Besetzung von Podien mit Frauen in Verbindung gebracht. Obwohl das Projekt noch am Anfang ist, Austausch und Vernetzung als Ziele benannt sind und es dazu sicher noch eine Reihe interessanter Ideen gibt, ist die kritische Außenwahrnehmung bereits zu dem Urteil gekommen, dass es Netzfeminismus.org um das Eindringen in den Mainstream/Malestream geht. Ich vermute, dass das gar nicht die Intention von (allen?) Initiatorinnen von netzfeminismus.org ist. So richtig greifbar ist sie aber nicht, gerade in Bezug auf die Namenwahl.

Jetzt grenzen sich die ersten ab, wollen mit diesem Label nie was zu tun gehabt haben und rufen „Nein, das ist nicht der (Netz-)Feminismus!“

Wer ist schuld? Diejenigen, die Netzfeminismus als Begriff besetzt und hoffnungsvoll gedacht haben, damit nichts zu definieren? Oder diejenigen, die dem Projekt nicht die Zeit lassen, sich zu entfalten?

Das ist tatsächlich gar keine Frage, die ich beantworten will. Ich bin nur ein bisschen genervt, weil dieser feministische Dunstkreis im Netz für mich eine Zeit so aussah, als könnten sich aus der Heterogenität heraus temporäre, strategische Bündnisse finden. Neue Formen des politischen Handelns basierend auf weak ties. Aber irgendwie geht jetzt alles seinen üblichen Gang und man sieht schön, wie das Ringen um Hegemonie gar nicht unbedingt etwas von Intentionen angetriebenes sein muss. Das festigt mich zwar in meiner politischen Theorie (\o/), aber langweilt mich auch. Wahrscheinlich wird uns die Frage, ob Netzfeminismus.org jetzt den ganzen Netzfeminismus repräsentiert („Wollen wir gar nicht!“ – „Wollt ihr wohl!“) jetzt erstmal eine weile beschäftigen. Hoffen wir, es wird wenigstens einigermaßen produktiv.

  1. Vollstes Verständnis dafür. []

Keine Bären auf dem Ponyhof

Der Erklärbär. Ein Wesen, dass Leute an die Hand nimmt, die kritische Interventionen in Sachen Rassismus, Sexismus, Transphobie, Abelism und co. nicht auf Anhieb verstehen, weil sie zu voraussetzungreich formuliert sind und/oder die eigenen Abwehrmechanismen den Weg versperren. Der Erklärbär ist kuschelig, verbreitet Harmonie, ist geduldig und kann gut erklären, ohne unbekannte Begriffe und komplizierte Sätze. Der Erklärbar hat diese guten Eigenschaften, weil er von struktureller Dominanz nicht betroffen ist. Er ist ja ein Bär. (Die kleine Antispezizistin in mir ruft: „As if!“) Ich muss euch was erzählen: Es gibt diesen Bären gar nicht. Wir sind alle im Rahmen von gesellschaftlichen Strukturen aufgewachsen, durch die wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Es gibt darum keinen neutralen Standpunkt, der von oben auf das Geschehen schauen kann, es gibt nur die unbekümmerte Ignoranz des Unmarkierten.

Jetzt wird es wieder heißen: „Unmarkiert? Was issn das für ein überheblicher Akademikersprech?“

Um etwas benennen zu kennen braucht es Sprache und Wissen. Auch das ist nicht neutral, sondern von diesen Machtverhältnissen, um die es gerade geht, geprägt. Einige PoC, Frauen, Queere Leute, Menschen mit Behinderung (diese Kategorien schließen sich alle nicht gegenseitig aus und die aufgezählten Kategorien können auch nicht vollständig sein) haben sich in den letzten Jahrzehnten die Möglichkeit erkämpft, in bestimmten gesellschaftlichen Räume wie der Wissenschaft oder den Medien Positionen einzunehmen. Sie mussten sich dieser Institutionen bemächtigen, um ihre Belange überhaupt artikulieren zu können und gehört zu werden. Daraus jetzt einen Strick zu drehen ist eine harte Nummer.

Sich mit struktureller Dominanz, Privilegien und dem, was das mit mir selbst macht zu beschäftigen ist kein Ponyhof. Das Leben auf der anderen Seite der Hegemonie aber erst recht nicht. Wenn es um Gerechtigkeit gehen soll, müssen wir den Ponyhof verlassen. Dabei sind Abwehrreaktionen an der Tagesordnung. Ich finde mich ständig in Situationen wieder, wo ich versuche, Gründe dafür zu finden, warum mein Verhalten oder meine Gefühle rational sind und nichts mit der Dominanz meiner Position zu tun haben. Ich ertappe mich dabei, die Irrationalität auf der anderen Seite zu suchen. Ich erkenne nicht immer sofort an, dass andere mehr Erfahrungen haben, die Welt wirklich anders erleben müssen und entsprechend Strategien entwickeln, die ich erstmal merkwürdig finde. Ich bin froh, Leute in meinem Umfeld zu haben, mit denen ich mich zu solchen Themen auf unterschiedliche Weise auseinandersetzen kann. Aber was mir auch hilft ist der innere Dialog zwischen mir und dem Anderen. Das können politische Haltungen oder konkrete Personen aus meinem Umfeld sein. Die wissen das gar nicht. Ich habe meinen inneren Scheiterhaufen, meine innere Do., meine innere Lantzschi, die innere Antideutsche und noch ganz viele mehr. Mit denen kann ich mich auch auseinandersetzen, ohne konkreten Personen mit meinen halbdurchdachten Abwehrreflexen auf die Nerven zu gehen. Ich wünsche mir, dass Leute sich auch mal im inneren Dialog üben, statt wütig über den Ponyhof zu rennen, um sich einen Erklärbären zu fangen.