Bericht zu Gestern (das mit dem gender und dem studiVZ)

Gestern hatte ich ja auf die Veranstaltung zu Geschlecht und Web2.0 in der Clémentine Clayonnage hingewiesen. Es folgt eine kurze Zusammenfassung, die ich eben schon beim Genderblog gepostet habe.

Henning hat seine diskursanalytische Arbeit zum StudiVZ vorgestellt, die sich mit zwei Fragen auseinandersetzt: (1.) Welche Möglichkeiten der geschlechtlichen Positionierung gibt es bei StudiVZ und auf anderen Web 2.0 Plattformen und (2.) wie sieht die Debatte um geschlechtergerechte Sprache dort aus?

Das StudiVZ bietet den User_innen nur die Möglichkeit, sich als männlich oder weiblich anzumelden. Kreuzt mensch keines der entsprechenden Kästchen an, kommt mensch nicht rein. In den meisten Fällen werden die User_innen im StudiVZ auch mit der männlichen Form angesprochen. In anderen Web 2.0 Communities (Flickr, last fm) sieht es glücklicherweise anders aus.

Hennings Diskursanalyse untersuchte den Diskurs im Forum der StudiVZ-Gruppe “Gendergerechte Sprache im StudiVZ”, in der auch Interaktion mit Gegener_innen von geschlechtergerechter Sprache stattfand. Sein Ergebniss ist u.a., dass die hegemoniale Norm der Zweigeschlechtlichkeit als Referent für den Diskursverlauf bestehen bleibt und sie einerseits die Argumentation an die Norm anpassen muss und andererseits die Ziele der Gruppe im Laufe der Diskussion zurückgeschraubt wurden.

Einige interessante Punkte im Vortrag und in der Diskussion waren außerdem:

– die Antwort des StudiVZ-Teams, eine Abkehr von der Geschlecherbinarität bei der Anmeldung sei technisch nicht möglich;
– trotzdem aber bei anderen Angaben offener ist: auch das Legoland wird als Wohnort akzeptiert;
– die These, dass wirtschaftliche Interessen der Grund dafür sind, dass das StudiVZ so auf das preisgeben des “wahren” Geschlechts pocht (Generierung von Mediadaten);
– die Strategie von User_innen, durch Änderung der persönlichen Angaben immer wieder ein Gender-Switching zu betreiben;
– und Hennings These, dass das Internet nicht nur ein Werkzeug ist und dass die Grenzen von Technik und Geschlecht verwischen.

Der Beitrag zu World Of Warcraft ist leider ausgefallen ist. Wir sind nur in der Diskussion kurz auf WoW eingangen sind. Es war trotzdem ein angregender Abend in der sehr netten Atmosphäre der Clémentine Clayonnage.

Veranstaltung zweigeschlechtliche Zwangspositionierung im Web zwopunktnull

das passt doch super zum unten angerissenen thema!

Digitale Geschlechterverhältnisse
Ein Abend zu Gender in Internet und Computerspielen

Am nächsten Donnerstag (26. April) wird ab 20:30 Uhr in der Clémentine Clayonnage (Hamburg, St. Pauli) ein Abend zu Geschlechterverhältnissen im Web 2.0 und Computerspielen stattfinden. Neben einem Vortrag zu Gender-Switching in World-of-Warcraft werde auch ich (henning) eine kleine Präsentation halten. Thematisiert werden hier geschlechtliche Positionierungsmöglichkeiten (wenn man so will: Rollen) in Online-Communities. Hierbei wird insbesondere das studiVZ in einem diskursanalytischen Versuch auseinander genommen. Außerdem soll ein Blick auf Widerstände und Alternativen zu zweigeschlechtlichen Zwangspositionierungen in Web 2.0-Plattformen geworfen werden.

Die Adresse der Clayonnage ist: Clemens-Schulz-Straße 70 / 20359 Hamburg
Das ganze kostet nix.

bekommen per mail. die absender_in hats gefunden im Genderblog, die Nachricht saß aber zuerst auf dem Plastikstuhl.

Hach, Du bist so unbeschreiblich männlich!

Nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream hat Männlichkeit ungebrochen Konjunktur, sondern scheinbar selbstverständlich auch zunehmend in den Communitys von Lesben, Schwulen, Trans-Menschen und anderen Queers: Schwule orientieren sich an Idealen heterosexueller Männlichkeit, sei es der Sportler, der Skinhead oder der Cowboy aus Brokeback Mountain. Drag Kings zelebrieren ihrerseits Inszenierungen von Männlichkeit auf den Bühnen queerer Subkulturen. Gleichzeitig schreiben heterosexuelle Frauen schwule Pornos, während die Figur des Metrosexuellen, die Werbeplakate und Fernsehshows des westlichen Mainstreams bevölkert, Elemente schwuler Kultur aufgreift. Wie ist die Allgegenwart dieses Männlichkeitshypes zu erklären? Erleben wir etwa das Ende der vielbeschworenen «Krise der Männlichkeit»? Aber welche Männlichkeit ist überhaupt in der Krise?

Der gerade bei Männerscharmskript erschienene Sammelband „Unbeschreiblich Männlich. Heteronormativitätskritische Perspektiven“, Herausgegeben von Robin Bauer, Josch Hoenes und Volker Woltersdorff (Hg.), wird am Freitag bei einer Veranstaltung in der T-Stube, Allende-Platz 1, in der Uni Hamburg präsentiert und gefeiert. Die oben angerissenen Fragen werden vielleicht auch bei der Podiumsdiskussion mit den Herausgebern besprochen. Das absolute Highlight wird aber der Auftritt der polyphonen Knabenchorschwuchteln sein, die mit ihrem Programm „Parole Stößchen“ für Männlichkeiten schwärmen. Es geht los um 20 Uhr. Die Veranstaltung wird übrigens co-organisiert vom LesBISchwulTranSM – polymorph-perversen Referat der Uni Hamburg.

Fragt sich nur, wohin gehen am Freitag. Im exilierten Hafenklang spielen ja auch die Kids On TV und danach legt Elli Pirelli auf. Und im Übel Und Gefährlich ist später am Abend noch polysexuelle Indie-Bespassung bei Misshapes. Ich sag mal: Die Entscheidung fällt spätestens am Freitag.

Butler kommt und auch sonst ist viel los

Die Ankündigung für all die tollen queer-theoretischen und -künstlerischen Ereignisse, die diesen Mai in Hamburg stattfinden werden, verbreiten sich langsam aber sicher.

Judith Butler ist am 18. Mai 2007 in Hamburg und wird einen Vortrag mit dem Titel Sexual Politics, Torture, and Secular Time halten. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr in der Universität Hamburg, Hauptgebäude, Hörsaal A, Edmund-Siemers-Allee 1.

Das Institut für Queer Theory veranstaltet außerdem einen Workshop zu Queer, Sexualpolitiken und der Menschenrechtsdiskurs am Samstag, 19. Mai, von 10.30 bis 20 Uhr.

Es wird eine Ausstellung in der Kirchenalle 25, nähe Hauptbahnhof geben. Sie trägt den Titel
Behauptungen ausstellen :: Haltungen einnehmen :: Strike a pose! und wird bis zum 30. Mai gezeigt. Die Eröffnung ist am 16. Mai um 19.00 Uhr, und damit leider zeitgleich mit dem Vortrag von Nina Mackert im Rahmen der Ringvorlesung Jenseits der Geschlechtergrenzen an der Uni Hamburg. Nina spricht dort über ihre Magistraarbeit, der Titel des Vortrages ist „An area of contest – Skizzen dekonstruktivistischer Geschichtsschreibung der USA im 20. Jahrhundert“.

Aktiv werden queere Kunstproduzent_innen und solche, die es werden wollen, beim Workshop Queere Kunst Machen von Freitag bis Sonntag, 27.-29.April 2007.

Und damit es in den Tage davor nicht zu langweilig wird und die ganzen Events dann viel zu plötzlich da sind, wurde für Samstag, den 12. Mai noch der Filmabend Die gefühlte Hose im Metropolis Kino organisiert und am Montag (14. Mai) lädt der Queer Monday in den Buttklub mit Evi Nic und C, Bounty und Band (20 Uhr, Hafenstr. 126)

Das wird ne harte Woche ;-)

Alle weiteren Infos, Veranstaltungsbeschreibungen und Kontaktmöglichkeiten findet ihr unter

Queer-Institut.de und Galerie-Broll.com

butler on the critical perspective

Without the critical perspective, politics relies fundamentally on an unknowingness – and a depoliticizsation – of the very relations of force by which its own field of operation is insituted.

The questioning of taken-for-granted conditions becomes possible on occasion; but one cannot get there through a though experiment, en epoché, an act of will. One gets there, as it were, through suffering the dehiscence, the breakup, the ground itself.

Judith Bulter, Is Kinship Always Already Heterosexual?

Work work W o r k

My paper is done! I am not really satified with it, but curious what my professor will say, but first of all, when he’ll be ready to say something.

Anyway, my next project is already on the table. Actually, it should have been finished by the end of last month, but I had no time for it. Or let’s say: I am not able to do two major things at a time. But I really want to get better on that particular problem of mine.

I am writing an article now that deals with family politics and the political, legal and fiscal recognition of different forms of living together and being responsible for another. I am trying to explore how a neo-liberal refamiliarization of individual economic security as well as household security opens up new possiblities for queer-feminist accounts regarding the recognition of the diverse forms families can exist in. This goes beyond campaigning for same sex marriage, by for example disconnecting household recognition from the idea that there is or was a couple in a sexual relationship. The main questions are: Does a queering of family politics go hand in hand with the privatisation of the social, and what, if anything, can we do about it?

There is an interessting statement on the issue which lots of people already signed, and I think that I’m going to take it as the main example in my paper:

Beyond Same-Sex Marriage: A New Strategic Vision for All Our Families & Relationships

Besides working on this paper, I going to prepare the introductionary seminar in political science, where I am going to be the tutor. It’s starting this month and I’ll have to teach the new undergraduate students how to find literature, how to read texts and how to write term papers. But for now, I am still dealing with the question of how the first session and the getting to know each other will take place.

queering the humanities – confernence (2004) – book published

Elahe Haschemi Yekani und Beatrice Michaelis (Hg.), Im Auftrag des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin:

Quer durch die Geisteswissenschaften. Perspektiven der Queer Theory

Berlin: Querverlag, 2005. 312 Seiten. Sprachen: deutsch und englisch

Wie queer ist queer eigentlich noch? Kann queeres Leben nur in Metropolen stattfinden? Und wie queer sind Captain Kirk & Co. wirklich? Antworten auf diese Fragen und weiterführende Beiträge zu u.a. Black Queer Studies, Trans-/Intersexualität und queeren Intellektuellen sind in Quer durch die Geisteswissenschaften versammelt. Queer Theory ist heute weder aus dem öffentlichen noch aus dem universitären Diskurs wegzudenken. Mit Quer durch die Geisteswissenschaften erscheint nun ein Werk, das über den aktuellen Stand der Diskussionen informiert und dabei international etablierte Stimmen aus den Literatur-, Kultur-, Film- und Sozialwissenschaften vereint. Dieser Band bietet einen umfassenden Überblick zum jetzigen Forschungsstand nicht nur für DozentInnen, StudentInnen und sonstiges Fachpublikum, sondern eignet sich auch bestens für NeueinsteigerInnen als erster Einblick in die breit gefächerten Themen und Diskussionsfelder der Queer Theory.
Mit Beiträgen von u.a. Judith Halberstam, Robert Reid-Pharr, Alan Sinfield, Annette Schlichter, Stefanie von Schnurbein und Stephen Whittle

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interesting speech at hamburg university on july 9th 2005

Appropriations of Queer as a Lifestyle: (How) Do We Resist It?

Tomasz Basiuk and Dominika Ferens

We would like to consider the paradoxes that haunt efforts to preserve the non-identitarian, fuzzy, and contaminated meaning of "queer" in the face of a need to invest the category „queer“ with enough specificity to make it a recognizable style of thinking and a rallying point for radical activism. Related questions that concern us are: How can queer politics avoid becoming dissolved in the larger category of radical politics without becoming synonymous with LGBT activism? Is a radical political stance, such as queer, characteristic of extreme oppression or extreme privilege? And what precisely is the difference between them? Is the adoption of a queer stance a matter of mere survival or also a matter of imaginative joy? Are these two categories ever to be separated when it comes to gender and sexuality? We will attempt to address these issues with reference to the specifically Polish deployments and appropriations of queer since 2000.

Gay Pride in Warsaw

I got this messages via email

For the second year running the Warsaw city council have banned the gay parade in the city. Although officially done on a technicality this is just another example of a right turn in Polish politics. The Mayor of Warsaw, Lech Kaczyñski, is a member of the Law and Order Party (PiS). In the city of Poznañ their members did a similar thing and argued that the gay parade was promoting paedophilia, necrophilia and bestiality. This party is not a fringe or regional party as it heads the parliamentary and presidential opinion polls. If you think there are ways of showing your solidarity with the Campaign Against Homophobia that would be good. You can contact them through email at: info a kampania.org.

There is also an English version of their website: http://www.kampania.org.pl/homofobia/angwer.php

The Parade is taking place in spite of the homophobic, undemocratic decision to ban it. It will be a very important manifestation of the will to fight the bigotry of Kaczynski, the Mayor of Warsaw, his party and also the even more extreme right wing that last year attacked
similar marches in Krakow and Poznan. These are the forces Kaczynski is promoting with his homophobic dictate.

There are now cheap flights going to Warsaw from different countries. If you have the possiblity: come to Warsaw on Saturday June 11, join the Parade to resist discrimination and direct a blow against right wing confidence. The Parade starts in front of the Polish Parliament (Sejm) at 12.00 noon.

Best regards
Ellisiv Rognlien
Komitet EFS 2006
Poland