Archive for Podcasts

Dawn of Midi: Post-Digital

Gestern habe ich eine nicht ganz neue Folge von Radio Lab gehört, in der es um Dawn of Midi ging. Das ist ein Akkustikensemble aus Brooklyn. Ich hatte seit langem mal wieder dieses Gefühl. Wenn Musik mir neuartig vorkommt und mich interessiert, statt nur zu erinnern. Und ich habe den Begriff Post-Digital verstanden: Die Kultur nach der digitalen Kultur, die durch das Digitale denkbar wurde, aber sich nicht mehr um das Digitale selbst dreht. Das Album Dysnomia (2013) ist bei Youtube abspielbar.

nrrrdz000022: ein_geladen

nrrrdz logoIm Gegensatz zu anderen Podcast brauchten wir heute keinen Wecker, um auf genau eine Stunde zu kommen. Wir starten ins neue Jahr mit einem Rückblick auf den 30C3. Ungeplant landen wir bei einer Diskussion über die Frage, für wen der Ort funktioniert und warum es trotz der bottom-up Strukturen schwierig ist, den Kreis der derjenigen, die sich zu dieser Party eingeladen fühlen und dort ohne zusätzlichen Aufwand eine gute Zeit haben können, zu erweitern. Zuletzt sprachen wir übrigens in Nrrrdz000011 über den 27C3. Zum Schluss gibt es noch einen Hinweis auf das zweite Dine & Discuss der Hamburg Geekettes.

Leider knistert es auf der Aufnahme :( Tut uns leid!

Links zur Folge:

  • Review zum Projekt ChaospatInnen von einer der Organisatorinnen
  • Hamburg Geekettes Dine & Discuss #2 am 28.1.14
  • Der Computer kann alles Januar 2014 mit noch mehr zum 30C3
  •  
    Download (mp3, 28,8 MB, 60 Minuten)

    #dcka im Oktober 2013: Netzpolitik nach der Bundestagswahl, BND, Cybersexism und GTA

    logo des der computer kann alles podcastNach einer kurzen und vorproduzierten Folge im September waren „Der Computer kann alles“ diese Woche wieder live auf Sendung. Die Oktober-Folge gibt’s jetzt bei freie-radios.net zum runterladen – wie immer ohne Musik.

    Wir sprachen über die Piraten und Netzpolitik nach der Bundestagswahl, den Internetwahlkampf der SPD (Spoiler: Dit war nix. Wir sagen warum.), den Bundesnachrichtendienst, der wenig überraschend auch bei einigen deutschen Providern mithört, ein LOL-Katzenfestival in Nordirland und Laurie Pennys neues Essay „Cybersexism“. Den gibt’s leider nur als Ebook bei Amazon; er wird aber nächstes Jahr als Teil ihres neues Buches erscheinen. Alternativ könnt ihr euch ihren Vortrag zu Cybersexism anschauen. Außerdem hat Heino GTA 5 gespielt und findet, dass es „nicht mehr lustig“ ist.

    Die nächste Sendung hört ihr am 13. November vom 17 bis 19 Uhr auf FSK, später auf freie-radios.net und im Podcast Feed.

    #dcka im August 2013: NSA, kochende Volksseele, Netzpolitik im Wahlkampf

    logo des der computer kann alles podcastZwei Monate nach den ersten NSA/PRISM Enthüllungen ist die Debatte weiterhin im Gang, aber immer noch schwer zu greifen. In der August-Ausgabe von Der Computer kann alles, dem netzpolitischen Magazin im Freien Sender Kombinat, sprechen wir über die politische Debatte in Deutschland zwischen Antiamerikanismus, Diskurssimulation und den Fragen, die angesichts der Vollüberwachung zu stellen sind. Außerdem schauen wir in das Internet als Ort der kochenden Volkseele und reden über die geringe Bedeutung von Netzpolitik im Wahlkampf.

    Die nächste Ausgabe hört ihr am 11. September vom 17 bis 19 Uhr auf FSK, später auf freie-radios.net und im Podcast Feed.

    Kurz notiert: Trackback über die
    Netzbewegung & Frauen in der Netzpolitik

    Letzte Woche hab ich mit Teresa von Trackback telefoniert, die mich zu Internet-Aktivismus und der Netzbewegung befragt hat. Das Interview lief dann am Samstag in der Sendung, ihr könnt es aber auch nachhören. Die Sendung lohnt sich nicht zuletzt auch wegen des Beitrages mit Anne Roth, die über Frauen in der Netzpolitik interviewt wurde. Die Diskussion dazu zieht sich jetzt schon seit ein paar Tagen durch mehrere Blogs. Einen zusammenfassenden Einstieg dazu findet ihr wiederum bei Anne.

    #dcka im Dezember 2012: Piraten, Nazis & das Leistungsschutzrecht

    logo des der computer kann alles podcastDie aktuelle Folge von ‚Der Computer kann alles‘ ist jetzt online. Wir sprachen über die Piratenpartei und den Lawblogger Udo Vetter, der ein Mandat der rechten Gruppe „Besseres Hannover“ angenommen hat und gerne in den Bundestag einziehen möchte. Breaking war am Tag der Sendung die Bekanntgabe, dass einige Piraten sich im Frankfurter Kollegium zusammenschließen. Ihr hört, wie unspektakulär es sein kann, wenn die Polizei in Nordirland Social Media entdeckt, obwohl gerade Riots sind. Wo bleibt die Panikmache? Panik dagegen in den Häusern Springer und Google: Kommt das Leistungsschutzrecht? Zum Schluss fragen wir uns, was eigentlich der Sinn und Zweck der ganzen Kommentarmöglichkeiten im Netz ist und ob die Leute nicht besser mal die Kresse halten sollten.

    Am 9. Januar hören wir uns, wenn ihr mögt, wieder: Live vom 17 bis 19 Uhr auf FSK und später dann auf freie-radios.net und im Podcast Feed.

    #dcka im September 2012: Backlash, GEMA, Konzernmacht, Post-Privacy

    logo des der computer kann alles podcastDie aktuelle „Der Computer kann alles“-Folge vom 12. September ist zwar schon seit einer Woche online, ich möchte sie hier aber noch mal erwähnen, weil sie mir dieses mal besonders gut gefallen hat. Das muss an den schaurigen Themen liegen. Wir sprechen über die vielen Gesichter des Backlash: Leute, die sich über WG-Anzeigen mokieren, sexistische Kackscheiße und die konservative Angst von einer „Zwangssolidarität“ mit Pussyriot. Es geht um den Protest der Clubbetreiber_innen gegen die GEMA-Tariferhöhungen und deren mediale Gegenoffensive, die Macht der großen Netzkonzerne über Informationen und das Ende der Netzneutralität. Schön finden wir beide sancznys Text über das Post-Privacy-Wunderland, also reden wir darüber. Um die Sache abzurunden geht es am Ende noch mal um ein Backlash-Phänomen, diesmal in Form einer DDOS-Attacke gegen Telecomix, die irgendwelchen Hatern zu liberal, zu feministisch und zu pc sind.

    Am 10. Oktober gehen wir dann in die nächste Runde: Von 17 bis 19 Uhr auf FSK und später dann auf freie-radios.net und im Podcast Feed.

    Geschichte wird gemacht (CRE 196)

    CRE, das zu den deutschsprachigen Podcasts mit der größten Reichweite gehört, hat sich dem Thema Feminismus (CRE 196) angenommen. Zu Gast in der über drei Stunden langen Sendung war Katrin Rönicke, die im Gespräch mit Tim Pritlove über ihren feministischen Werdegang, die Geschichte der Frauenbewegung und verschiedene geschlechterpolitische Fragen Auskunft gab. Wie zu erwarten war, gab es nicht nur die üblichen feminismuskritischen Wortmeldungen, sondern auch kritische Anmerkungen aus der (pro-)feministischen Bubble. Sofakissen hat sich in seiner Raummaschine schon darüber ausgelassen, dass er den Feminismus-CRE als sehr männerkompatibel und flauschig wahrgenommen hat, was er daran festmacht, dass zum Beispiel das Thema Gewalt ausgeklammert wird.

    Das ist mir beim Hören auch aufgefallen. Es gab aber noch eine andere große Leerstelle, auf die hinzuweisen ich wichtig finde. Die Debatten, die unter Stichworten wie „Differenzen zwischen Frauen“ oder „Intersektionalität“ bekannt sind, werden in der Sendung nämlich völlig ausblendet. Deutlich wird das zum Beispiel, wenn Katrin Rönicke ihr Verständnis der „dritten Welle“ beschreibt. Was im Podcast rüber kommt: Eine jüngere Generation stellt fest, dass die alten Probleme noch immer nicht (alle) gelöst sind: Sexismus, Vereinbarkeit, Karriere. Also wird Feminismus neu aufgerollt, ein paar Sachen müssen aber über Bord geworfen werden (z.B. die Ablehnung von Pornographie und BDSM, die Männerfeindlichkeit). Die Feministinnen der dritten Welle sind „kooperativer“ als die der Zweiten. Das ist durchaus eine verbreitete Deutung von zeitgenössischem Feminismus, unterschlägt aber mindestens zwei Punkte.

    Zum einen: Intersektionalität kommt nicht vor. Die Diskussion um Mehrfachunterdrückung, sich überschneidende Formen gesellschaftlicher Ungleichheit und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen sozialen Positionierungen fehlt. Gut, Intersektionalität ist ein ziemlich akademisches Wort, eine Analysemethode. Aber ist kein Thema, mit dem sich nur im Elfenbeinturm beschäftigt wird. Feministische Aktivist_innen beschäftigen sich heute mit Themen wie Mehrfachpositionierung. Im Policybereich, z.B. bei den Weltfrauenkonferenzen der Vereinten Nationen geht es schon lange um das Verhältnis von Race, Gender und Class. Viele Konflikte wurden geführt und es waren vor allem marginalisierte Frauen*, die darum gekämpft haben, dass eine weiße, nicht von Behinderung betroffene, bürgerliche Perspektive nicht alles sein kann und dass auch diese Perspektive etwas mit rassistischen Strukturen, Kapitalismus, Gesundheitsdiskursen usw. zu tun hat. Das ist auch alles nicht neu: In der ersten Frauenbewegung gab es neben den bürgerlichen auch sozialistische Feministinnen, die Feminismus und Klassenkampf zusammengedacht haben. Für die Diskussion um Intersektionalität sind Texte von amerikanischen Women of Color (das Combahee River Collective Statement (1977) zum Beispiel) besonders einschlägig. Es ist auch nicht so, als sei das eine US-Debatte, die mit den hiesigen Verhältnissen nichts zu tun hat. Schaut euch mal die Interventionen von Schwarzen Frauen und Migrantinnen an, zum Beispiel den Text Wir, die Seiltänzerinnen (1994) von FeMigra. Oder die Auseinandersetzungen um doppelte Diskriminierung von Frauen mit Behinderung (Texte von Swantje Köbsell: 1, 2). Das sind nur die bekanntesten Beispiele, von denen ich weiß, dass sie immer wieder aufgeführt werden, um wenigstens zu sagen: Hier schaut, das gibt es alles! Nehmt es wahr!

    Ein zweiter Punkt ist die Kritik an der binären Zweigeschlechtlichkeit (d.h.: es gibt nur Männer und Frauen und die sind im Normalfall in ihrem Begehren aufeinander bezogen) und der Ausgrenzung von Menschen, die in dieses Schema nicht passen können oder wollen, auch aus feministischen Räumen. Über das Verhältnis von Feminismus und Queeren Politiken (Woltersdorf: Queer Theory und Queer Politics, 2003) wird im CRE nicht gesprochen. Tim Pritlove versucht das, wenn ich es richtig rausgehört habe, an einer Stelle einzubringen, Katrin Rönicke lenkt das Thema auf ihre Erfahrungen mit (heterosexueller) Mutterschaft. Nicht, dass das kein wichtiges Thema wäre. Der Gesprächsverlauf an der Stelle zeigt aber gut, wie aus einer bestimmten Position heraus Themen gesetzt und andere unsichtbar gemacht werden.

    Die CRE-Folge ist also ein hervorragendes Beispiel dafür für eine Geschichtsschreibung, die dominante gesellschaftliche Positionen reproduziert und andere unsichtbar macht. Ich halte es nicht für falsch, sich zum Beispiel über die Rollenverteilung von heterosexuellen Eltern zu unterhalten, um bestimmte Punkte zu vermitteln. Mit dem Thema können vermutlich viele CRE-Hörer_innen etwas anfangen und es gibt Anstoß, über eigene Erfahrungen nachzudenken (auf eine angenehmere Art, als wenn ich mich fragen muss, wo ich eigentlich in letzter Zeit männliches Dominanzverhalten an den Tag gelegt habe). Ich halte es aber für falsch, intersektionale und heteronormativitätskritische Perspektiven in einem dreistündigen Gespräch, das offensichtlich den Anspruch hat, über die Geschichte des Feminismus etwas zu vermitteln, komplett auszublenden und über 30 Jahre feministische Auseinandersetzung zu übergehen.

    Der „pragmatische Feminismus“ von Katrin kommt gut an, das merke ich an den Reaktionen auf Twitter. Und so wünschenswert ich es finde, dass viele Leute ein Verständnis für Feminismus entwickeln, so frage ich mich doch: Geht das nur um den Preis, sich gegenüber denjenigen abzugrenzen, die mit dem Malestream nicht kompatibel sein wollen? Diese Form von „pragmatische Feminismus“ hat den Effekt, gerade bei den „irgendwann ist mal gut“-Apologet_innen gut anzukommen und erweist so den Vertreter_innen der aktuellen Diskurse einen ErklärBärendienst. Die intersektionalen Ansätze gelten dann en passant als „zu kompliziert, zu radikal“. Sie sind aber State of the Art (seit 30 Jahren!), nehmt sie ernst. They are the stories … that need to be told. sab_culture hat das viel besser formuliert: „they are told, but more often ignored, not acknowledged, over heard, over voiced …“

    Die Wortspielcredits für den Erklärbärendienst gehen an Philip Steffan.

    #dcka im Juni 2012: Transparenz, Schufa & Hackerspaces

    Unser netzpolitisches Magazin „Der Computer kann alles“ läuft ja nun seit einiger Zeit monatlich bei FSK. Im Juni haben Heino und ich wieder eine Sendung gemacht, diesmal topaktuell zum neuen Transparenzgesetz, das am selben Tag in Hamburg verabschiedet wurde. Wir beschäftigen uns recht ausführlich mit dem Gesetz, aber auch mit der Frage, warum Transparenz gerade en vogue ist und wie sich diese Forderung zum Politischen verhält. Das zweite Thema der Sendung waren die – mittlerweile eingestampften – Pläne der Schufa, gemeinsam mit dem Hasso Plattner Institut zu erforschen, wie sich soziale Netzwerke für die Bewertung der Kreditwürdigkeit und Zahlungsmoral von Personen nutzen lassen.1 Zum Schluss ging es noch um Hackerspaces und die Diskussion über die Offenheit der Szene.2. Wenn euch die Themen der letzten Sendungen interessieren klickt ihr einfach unten.

    • Juni 2012: Transparenz, Schufa, Hackerspaces
    • Mai 2012: Re:publica, freies Wlan, gekaufte Follower, Urheberrecht
    • April 2012: Piraten Partei, Urheberrecht, Stille SMS

    Die Sendung gibt es wie gewohnt bei freie-radios.net zum Runterladen und per RSS-Feed auch für den Podcastclient der Wahl. Falls ihr „Der Computer kann alles“ in einem anderen freien Radio als Austauschsendung senden möchtet könnt ihr gerne Kontakt mit mir aufnehmen. Dazu könnte ich auch die insgesamt zweistündige Sendung mitsamt Musik über freie Radios zur Verfügung stellen.

    1. Zum Hintergrund und in der Sendung erwähnte Texte zum Thema: Schufa will Facebook-Nutzer durchleuchten (SpOn), Facebook und die Schufa (tante), Kredit auf Daten (Frank Rieger/FAZ []
    2. Stephan Urbach und tiefpunkt: Eigentlich mag ich Hackersapces, tante: What the Frak are Hackerspaces anyways?, Pylon: Gäste in Hackerspaces []

    nrrrdz00018: punkrock podcasting

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    Vorwarnungsedit: Die Tonqualität ist echt mies, sorry. Nächstes Mal wird’s wieder besser. Also überspringt die Folge einfach, wenn ihr das nicht hören mögt.

    Zum 18. Geburtstag gibt es eine mixed bag Folge mit Spülmaschinengeräuschen, die hoffentlich nicht unerträglich für euch sind. Wir definieren unseren Podcastingansatz kurzerhand als Punkrock und sprechen über’s Programmieren, über die DRadio-Wissen Sendung zu Podcasting und über die re:publica – unter besonderer Berücksichtigung von Genderaspekten. Zum Schluss empfehlen wir den österreichischen Netzpolitikpodcast Netzkinder.

     
    Download (mp3, 45 MB, 1 h 33 min)

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