CFP: Konferenz zu Begehren, Ökonomie und Gerechtigkeit

Ende Juni 2010 veranstalten Nikita Dhawan, Antke Engel, Christoph Holzhey und Volker Woltersdorff in Berlin eine internationale Konfernz mit dem Titel „Desiring Just Economies / Just Economies of Desire„. Der Call For Papers ist gerade raus und läuft bis zum 20. Januar.

„Desiring Just Economies / Just Economies of Desire“ fragt danach, wie Begehren aktuelle Ökonomien aufrecht erhält, jedoch auch das Potenzial birgt, neue Formen des Wirtschaftens oder des Verständnisses von Wirtschaft zu inspirieren. Wir schlagen vor, dass Begehren sowohl Zugänge eröffnet, um die sexuellen Dimensionen der Ökonomie als auch die ökonomischen Dimensionen der Sexualität zu untersuchen. In der Annahme, dass Begehren jenseits heteronormativer Prämissen verstanden werden kann, und dass hinter dieser Annahme ein Streben nach Gerechtigkeit (sexual justice) steht, entwickelt sich die Frage: Treffen sich das Anliegen sexueller Gerechtigkeit und das Anliegen ökonomischer Gerechtigkeit, wenn das Begehren die Ökonomie queered? Die Konferenz verfolgt also die dreifache Perspektive, deutlich zu machen, wie Sexualität den Wirtschaftsprozessen eingeschrieben ist, wie Ökonomie sexuelle Verhältnisse bestimmt, und was beides mit Gerechtigkeit zu tun hat bzw. mit Unrechtserfahrungen verbunden ist. Inwiefern bringen gegenwärtige Globalisierungsprozesse (der Produktion, Reproduktion, Konsumtion, Zirkulation und Spekulation) spezifische sexuelle Identitäten und Praktiken hervor, die in unterschiedlicher Weise in Ausbeutungs- Dominanz- und Unterwerfungsprozesse verwickelt sind? Und umgekehrt, wie kann über die Art, wie Sexualität organisiert ist, auf Wirtschaftsprozesse Einfluss genommen werden?

Die Konferenz ist eine Kooperation des Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies (Goethe-Universität Frankfurt), des Instituts für Queer Theory (Hamburg/Berlin), des ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry und SFB “Kulturen des Performativen” (FU Berlin).