Über das Internet wird viel geredet.

Internet und Politik“ Vorlesung an der Uni Hamburg. Es geht heute um Grassroots. Die Hörer_innen erfahren, dass man sich im Internet nicht nur informieren, sondern auch partizipieren kann. Zum Beispiel durch Petitionen, die sehr erfolgreich sind in diesem Internet. Diese Mobilisierungschancen bringen allerdings auch Risiken wie Slacktivism und Astroturfing mit sich. Wieder was gelernt. In der Diskussionsrunde fragt eine ältere Dame, ob man denn dazu geforscht hätte, ob Frauen in den arabischen Ländern überhaupt ins Internet dürften.

Ich beschließe, noch mal kurz zum IT Innovationsforum im Hörsaal nebenan zu schauen. Es referiert Dr. Nelson M. Mattos (Vice President of Engineering“ für den Raum Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei Google) zum „The Future of the Web: Opportunities & Challenges“. In den Minuten des Vortrages, die ich noch mitbekomme, erzählt er, wie die Kunden von Google die Kontrolle über ihre Daten wahren. Mit Google Desktop können sie auf einen Blick sehen, wie viele Kontakte sie haben und wie viele Dokumente sie mit anderen teilen. Er berichtet auch von dem Commitment seines Unternehmens, die Einsprüche gegen Streetview gewissenhaft zu bearbeiten. Das Publikum erinnert an Verschollene Häuser. Viele grinsen. Dann geht es um Google Mail und den Social Graph. Eine will wissen, wie Google ihre Daten schützt, wenn sie an jemanden mit einer Google-Mail-Adresse schreibt und Teil ihres oder seines Social Graph wird. Mattos zuckt mit den Schultern: Die Mail gehört aus Sicht von Google dem Empfänger. Kontrollillusion und Kontrollverlust liegen manchmal nah beieinander.