Koloniale Schattenseiten: Frappant wird Christiansquartier

Bei Blackprint wird ein Offener Brief von Jokinen dokumentiert, der sich dagegen ausspricht, den Frappant Komplex in Altona-Altstadt (aka „größte Bausünde der Stadt“) im Zuge seiner Umgestaltung in Chrisitans-Quartier umzubenennen. In der Pressemitteilung schreibt der Investor k-werkstatt

Das von k-werkstatt jetzt konzipierte Christians-Quartier soll zukünftig mit einer Verbindung von Kultur, Konsum und Wohnen die Altonaer Altstadt neu beleben. Der Name wurde in Anlehnung an die Blütezeit Altonas unter der Regierung des dänischen KönigsChristian VI. im 18. Jahrhundert gewählt.
Das Christians-Quartier wird ein freundliches, zeitgemäßes Objekt, das deutlich kleiner ist als der bisher die Große Bergstraße erdrückende Komplex. (christians-quartier.de)

Besonders freundlich und zeitgemäß ist der gewählte Name aber nicht. Schließlich würde er einen weiteren unkritischen Marker der hamburgischen Kolonialgeschichte darstellen. Jokinen schreibt dazu:

Christian VI war Hauptaktionär der „Dänisch-Westindisch-Guinesischen Kompanie“ und damit einer der größten Sklavenhändler und -halter im transatlantischen Dreieckshandel. Seine Vorgänger Christian V und Frederik IV hatten den globalisierten Sklavenhandel zwischen Kopenhagen, Guineischer Küste in Afrika und den Jungferninseln in der Karibik angeschoben. Sein Nachfolger Frederik V perfektionierte das perfide System des Menschenhandels, der zur Haupteinnahmequelle des Königs wurde und wesentlich zum Reichtum des dänischen Staates beitrug.

In Altona profitierten vom dänischen Sklavenhandel unter vielen anderen auch Emile Nölting, der sein Geld auf der dänischen Karibik-Insel St. Thomas machte und der Reeder von (van) der Smissen, der Sklavenschiffe chartete – beide werden in Altona mit Straßennamen geehrt.

Den ganzen offenen Brief könnt ihr bei Blackprint lesen: Wird ein weiterer Sklavenhändler in Hamburg geehrt?.