Postgender in Bingen

Gerade ist der Bundesparteitag der Piratenpartei in Bingen zu Ende gegangen. Mein durch Twitter und ein bis zwei Stunden Livestream am Samstag Abend geprägter Eindruck ist, dass die Piraten inhaltlich kein Stück weiter gekommen sind. Personaldebatten, GO-Anträge und eine Meta-Diskussion über Kernthemen und Programmerweiterungen standen im Vordergrund der als chaotisch wahrgenommenen Veranstaltung. Und was macht unsere alte Freundin, die Genderdebatte?

Leena Simon hat als für den stellvertretenden Parteivorsitz kandidiert. Dass sich außer ihr keine Frau um ein Vorstandsamt beworben hat, war ein Faktor für ihre kurzfristige Entscheidung, den sie auch in ihrer Kandidatinnenrede transparent gemacht hat. Darüber hinaus positionierte sie sich – im Gegensatz zu einigen ihrer Konkurrenten – zu Fragen wie Atomkraft, Bildung, Freie Software, um ihre Arbeitsschwerpunkte und Kompetenzen deutlich zu machen. Im Anschluss antwortete die Kandidatin auf Fragen aus dem Plenum. Die Schlange vor dem Mikrofon war deutlich länger als bei allen anderen Kandidaten und unter den Fragestellenden waren deutlich mehr Frauen. Bis auf wenige Ausnahmen ging es um Leenas Position in der Genderdebatte, um ihr angebliches Fehlverhalten bei der Gründung einer Mailingliste für Piratinnen und der Herausgabe einer Presseerklärung zu diesem Thema. Der Ton war oft wütend und feindselig, Parteimitglieder versuchten Leena mit immer gleichen Fragen danach, ob denn eine Frau zu sein ihrer Meinung nach als Qualifikation für das Amt ausreiche und ob sie noch irgendwelche anderen Themen außer diesem Gender habe, festzunageln. Leenas Reaktionen waren bewundernswert souverän und am Ende sprangen immerhin 28,2 Prozent der Stimmen dabei raus. Ein Ergebnis im Mittelfeld der Kandidaten. Der Parteivorstand der Piratenpartei besteht am Ende von Bingen ausschließlich aus Männern.

Für mich hat dieser Parteitag gezeigt, dass eine Debatte über Geschlechterpolitik bei den Piraten zurzeit sinnlos ist. Da stellen sich Frauen hin und finden allen Ernstes, dass es kein Problem gibt, dass sie in diese Partei eingetreten sind, weil für sie Kategorien keinen Rolle mehr spielen und sie nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden wollen. Schön. Warum ist die Kategorie Geschlecht dann aber doch so wirkmächtig, dass sich keine einzige Frau (außer Leena Simon) findet, die Interesse an einem Vorstandsamt in ihrer Partei hat? Ist das statistischer Zufall, oder hat es doch etwas mit der Gesellschaft zu tun?

Ich glaube gar nicht mal, dass Frauenfeindlichkeit und Sexismus bei den Piraten besonders stark ausgeprägt sind. Es gibt allerdings krasse antifeministische Reflexe, die dann in Sexismen und Bashing abgleiten. Hätte eine Frau kandidiert, die bösen F- und G-Wörter vermieden und den female Postgenderpiraten gegeben, wäre sie vermutlich gewählt worden. Es hat aber keine Frau kandidiert. Wenn die Piraten en gros das nicht problematisch finden … dann sollen sie eben finden. Ich finde dann wiederum, dass die Mehrheit der Piraten und Piratinnen naiv und politisch nicht ernst zu nehmen sind, auch wenn ich beispielsweise Mahas Vorstoß in Sachen Queerpolitik ganz charmant finde. Oder um es mit streamspace zu sagen: „Same old, same old, and far from progressive.

Weitere Analysen findet ihr bei Antje Schrupp, mspro und Nilzenburger.

35 Gedanken zu „Postgender in Bingen“

  1. Liebe Frau Ganz, ich finde es schon sehr schade, das Sie eine solch verkürzte Sicht der Dinge propagieren. Kritisiert wurde Leenas Vorgehen am Rande der Landesmitgliederversammlung in Berlin und ihr Vorgehen auf dem Bundesparteitag. Es ist egal ob Frau oder Mann – ein Vorstandsmitglied hat die Aufgabe, die Partei nach aussen hin zu vertreten. Durch Leenas Aktionen ist es für viele fragwürdig, ob sie dies auch, besonders im Hinblick auf die Erfahrungen der Piratenpartei mit Aaron König, auch machen wird. Und bitte vergessen Sie doch nicht zu erwähnen, dass einige Piraten sich durch Leenas Debatte sogar sehr verletzt gefühlt haben, da sie sich ausserhlb des schwarz-weiss Mann-Frau Schemas sehen.

  2. Danke Dir für diese informative Zusammenfassung. Ich verfolge die Sache ja nicht wirklich, was geht mich als Österreicherin die deutsche PiratInnenpartei an? Aber heute auf Twitter konnte ich nicht anders und dein Beitrag klärt für mich nochmal die Fakten im Hintergrund, die Stimmung entspricht genau dem, was du schilderst. Nicht anders als die anderen, …

  3. Es ist schade, dass diese Partei so einen großen Fehler macht. Ohne die Wählerinnen erreichen sie nicht ihre Ziele – und da hilft es auch nichts, dass es in ihren Reihen so merkwürdige Frauen gibt, die sich offen gegen andere Frauen und die Genderdebatte stellen. Wenn diese Partei im Alltag die Frauen nicht wahrnimmt – und das tut sie nicht – dann werden sich auch keine Frauen mit ihr Identifizieren. Das ist eine einfache Rechnung.

  4. Ich denke Lena wäre heute gewählt worden, wenn sie zur Wahl der Beisitzer des Vorstands vor Ort gewesen wäre.

  5. ich finde es am problematischsten, dass immer noch leute kurz vor der wahl kandidieren und so den parteitag überrumpeln. das ist unfair gegenüber denen, die sich mühe mit der organisation gemacht haben und sich vorher über alle kandidaten ausreichend informieren wollen. gäbe es eine kandidaturfrist, wäre uns auch aaron erspart geblieben. diese euphorischen selbstdarstellerischen-strohfeuer-kandidaturen bringen die partei nicht weiter.
    oft genügt eine fragerunde eben nicht, um sich ein bild vom kandidaten zu machen.
    dass keine frau kandidiert hat, hat lena auch vorher schon gewusst und hätte ihre kandidatur anmelden können und online den fragebogen ausfüllenkönnen…

  6. Im aktuellen Bundesvorstand ist keine Frau vertreten, das ist korrekt. Jedoch besteht die Piratenpartei aus *deutlich* mehr als dem Bundesvorstand. In der Mehrheit der Landesvorstände und Schiedsgerichte sind Frauen vertreten, teilweise auch als Vorsitzende. Zugegeben, die Piraten sind stinklangweilig wenn es um Führungspersonal geht – denn es gibt kaum welches. Größe und Einfluss werden bewusst klein gehalten, daher ist der Job nicht besonders exponiert.

    Viel wichtiger ist, wie Piraten miteinander umgehen und welche Chancen Frauen, Männer oder andere geschlechtliche Identitäten dort haben. Aus eigener Erfahrung habe ich wenig Sorge, dass „nicht-Männer“ zu kurz kommen. Die absolute Mehrheit der Piraten ist fair und unvoreingenommen. Die Sache mit Leena hatte eine lange und umfangreiche Vorgeschichte auf der keiner der beiden „Seiten“ besonders gut weg kommt.

    Ja die Piratenpartei ist derzeit zahlenmäßig von Männern dominiert aber keinesfalls ein Männerclub oder anderen unzugänglich. Es geht schonmal hoch her und das schreckt nicht nur Frauen ab.

  7. Wie hieß denn noch gleich der Vorsitzende der Piratenpartei Hamburg? Mist, jetzt fällt mir ihr Name doch glatt nicht ein…

  8. bzgl „Warum kandidieren die wenigen existierenden Frauen eigentlich nicht?“ will ich noch anmerken, daß man bei den Piraten auf Vorstandsposten genau nichts bewegen kann. Wer was ändern will, macht das unten, oben wird das dann nur kanalisiert und umgesetzt und konsolidiert, wenn möglich. Und man trägt die mediale Verantwortung für Entscheidungen, die unten getan werden. Die Mehrheit unten entscheidet, die die anderer Meinung sind, schlagen die oben dann verbal grün und blau. Ich bin mir sicher, daß Frauen berechtigterweise dazu kein Interesse haben. Das ist ein Scheißjob, lieber unten direkt mitarbeiten.

    Führungspositionen sind in anderen Parteien mit Macht verbunden (siehe die Macht einer Zensursula) und da finde ich es weit wichtiger, den Frauen davon auch Macht abzugeben, wenn sie sie mind. genau so gut handlen können wie ein Mann.

    Was die Anzahl der Kandidatinnen betrifft, so ist das zu wenig, ja. Aber ich glaube nicht, daß es in anderen Parteien prozentual mehr Frauen gibt, die kandidieren wollen. Nur haben die Piraten zu wenige Gesamtmitglieder, als daß dann eben genug Kandidatinnen bei der selben Prozentualen Aufteilung verfügbar sind. Eine SPD hat dann vielleicht 100 oder 200 Kandidatinnen. Aber bei wieviel Parteimitgliedern insgesamt? Das ist nicht vergleichbar in meinen Augen.

  9. Die LV-Vorsitzende Hamburg ist Desiree Huthmacher ;) Außerdem Birgit in NRW und Anna in RLP. Verglichen mit der Mitglieder-Frauenquote sind Frauen in Vorstandsämtern deutlich überrepräsentiert.

    LG,
    Teresa (stv. Vorsitzende BaWü, Frau, falls der Name nicht eindeutig ist ;))

  10. Postgender heißt, es ist scheißegal, welches Geschlecht einer hat.
    Piraten wählen jemanden, dem sie vertrauen.

    In den Vorständen ist das Geschlecht gleich doppelt egal.
    Vorstände sind von den Piraten beauftragt, zu arbeiten und zu verwalten. Und nicht, ihr Geschlecht zu vertreten.

    Ich bin weder Piratin noch Pirater – ich bin Pirat.

  11. Und da hier schon so viele LVs genannt wurden: Unsere Frauenquote im Vorstand LV Berlin ist 44%.

    Und ich wünschte, das wäre einfach egal und man würde aufhören, die Piraten an Quoten zu messen, statt einfach mal mitzuarbeiten und festzustellen, was ein außergewöhnlich diskriminierungsfreier Raum das ist (ich hab zwei Jahre als Gleichstellungsbeaufrage meiner Uni gearbeitet und bin für Diskriminierung aufgrund des Geschlechts sensibilisiert).
    Ich habe die Nase gestrichen voll davon, als unsolidarische Kollaborateurin beschimpft zu werden, wenn ich das als Frau sage. Und davon, sagen zu müssen, dass ich etwas als Frau sage, weil es ich mit Menschen diskutiere, für die das wichtig ist. Ich wünschte, man würde anerkennen, dass es eine Unverschämtheit gegenüber den zahlreichen Frauen der Piratenpartei ist, die Definition ihrer angebliche Stellung in der Piratenpartei genau 2 Einzelpersonen zu überlassen.

    Entschuldigt meinen Ton, das ist ungewöhnlich für mich, aber ich bin einfach müde, frustriert und traurig gerade. :( Ich fühle mich, als würden wir gegen Windmühlen kämpfen.

    Ich (und unsere stellv. Vorsitzende) habe(n) in der Vergangenheit schon ausführlicher Stellung dazu bezogen:
    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/wir-rekonstruieren-nicht/
    http://aggregat7.ath.cx/2010/03/10/zum-genderthema-in-der-piratenpartei
    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/wir-rekonstruieren-nicht/

  12. Danke erstmal für die vielen/die meisten Kommentare, besonders an Mopple The Whale und arte povera: Danke für die Perspektive, die mit der Außenansicht auf den großen Bundesparteitag total untergeht. Ich habe eben eine solche Außenperspektive, aber ich bin gespannt, wenn inhaltlich bald interessantere Sachen passieren.

  13. Gerne – freut mich, dass wir angehört werden :). Das ist leider untypisch, üblicherweise machen sich weder Medien noch Blogger die Mühe, z.B. die ganzen weiblichen Vorstände (oder Basispiraten) mal anzurufen und nach ihrer Meinung zu fragen, sondern man diskutiert unsere angebliche Position über unsere Köpfe hinweg. Manchmal habe ich das Gefühl, es gibt einfach zwei Piratenparteien in Deutschland – in der einen bin ich Mitglied, die andere ist die, über die da geschrieben wird, die ich aber noch nie gesehen habe…

    Zum Thema inhaltliches: Ich und andere hatten (in einem hinsichtlich Geschlechtern, sexuellen Orientierungen, Beziehungsformen und Familiensituationen bunt gemischten Team – also wie immer bei den Piraten ;)) inhaltliche Anträge ausgearbeitet, die leider aus Zeitgründen nicht mehr bearbeitet wurden. In den Vorabmeinungsbildern hatten die allerdings deutliche Mehrheiten.
    Als Kapitel zusammengefasst lassen sie sich hier nachlesen: http://wiki.piratenpartei.de/Queerpolitik#Antr.C3.A4ge_Bundesparteitag
    Sie werden jetzt noch mal erweitert und verbessert und auf dem Programmparteitag, der noch dieses Jahr stattfinden wird, erneut eingereicht.

  14. Du schreibst:
    Warum ist die Kategorie Geschlecht dann aber doch so wirkmächtig, dass sich keine einzige Frau (außer Leena Simon) findet, die Interesse an einem Vorstandsamt in ihrer Partei hat? Ist das statistischer Zufall, oder hat es doch etwas mit der Gesellschaft zu tun?

    Es kann doch sein, daß Frauen grundsätzlich einfach weniger Interesse an Führungspositionen haben. Schließt Du solch eine Möglichkeit kategorisch aus?

    Das würde mich interessieren.

  15. „Es kann doch sein, daß Frauen grundsätzlich einfach weniger Interesse an Führungspositionen haben. Schließt Du solch eine Möglichkeit kategorisch aus?“

    grundsätzlich, einfach, frauen an sich? … ja, das schließe ich aus.

  16. Und auf welcher Basis schließt Du dies aus? Findest Du das seriös?
    Ich sage ja nicht, daß dies so sein muß.
    Aber wenn Du dies von vornherein ausschließt, konstruierst Du möglicherweise Defizite, die gar nicht vorhanden sind.

    Es ist meines Erachtens sehr problematisch, wenn man politische Forderungen auf ideologischen Konstrukten aufbaut, die nicht zwingend der Realität entsprechen müssen.

    Deshalb frage ich Dich, ob Du es grundsätzlich ausschließt, daß Frauen ein geringes Interesse an Führungspositionen haben.

    Hast Du für diese Ansicht zwingende Gründe? Diese Gründe würden mich einmal interessieren.

  17. Verzeih mir, aber bei Deinem Link steht der übliche Gender-Katechismus.

    Die dortigen Äußerungen haben reinen Behauptungscharakter.

    Wenn Du Dich lange Jahre mit Erkenntnistheorie beschäftigt hast, müßten Dir meine Überlegungen doch nicht fremd sein.
    Dies wundert mich ein bißchen. Es muß Dir doch klar sein, daß es keine zwingenden Gründe gibt für die Annahme, daß Frauen kein geringeres Interesse an Führungspositionen haben.
    Dies muß Dir als in Erkenntnistheorie Bewanderter doch ausreichen, um zu der Feststellung zu kommen, daß es unseriös ist, ein gleiches Interesse an Führungspositionen von Frauen zu postulieren und darauf politische Forderungen aufzubauen.

    Es reicht doch, daß Frauen genauso wie Männer Führungspositionen einnehmen können. Wieso müssen Frauen dies tun?

    Über eine Antwort würde ich mich freuen.

  18. ich habe ja gar keine forderungen gestellt, außer, dass sich die ppd mit dem thema beschäftigen soll. darüber hinaus halte ich es auf der grundlage unsicherer letzter erkenntnisse für notwendig, politische entscheidungen zu treffen. vielleicht ist das dann ideologisch, alles andere ist es aber auch.

  19. Pingback: soupdidoup
  20. @ihdl:
    Aber in Deinen Äußerungen stecken doch implizit Forderungen bzw. Wertungen, die meiner Meinung nach nicht seriös sind.

    Du tust so, als sei es per se ein Problem, wenn keine oder nur wenige Frauen für ein Vorstandsamt kandidieren. Du konstruierst damit pauschal einen Mißstand, obwohl es hierfür auch völlig legitime und natürliche Ursachen geben kann, also kein Mißstand vorliegen muß.

    Ebenso kritisierst Du die Frauen in der Piratenpartei für ihre kritische Haltung gegenüber dem „Gender“-Thema, ohne Gründe anzugeben, warum ihre Haltung denn so problematisch sei. Du setzt dies einfach voraus.

    Außerdem drückst Du aus, daß Du gerne mehr Frauen im Vorstand hättest und daß Du die Haltung der Piraten(-Frauen) hierzu nicht akzeptabel findest.

    Deine Äußerungen laufen nach dem Muster ab, daß pauschal Mißstände konstruiert werden, die nicht notwendig welche sein müssen, und daß Andersdenkende in ihren Auffassungen delegitimiert werden.

    Es kann doch gute Gründe für „antifeministische“ Reflexe geben und für Kritik am positiven Sexismus der Gender-Ideologie. Es ist Dir doch sicherlich klar, daß diese Frauenfixierung einen Sexismus darstellt.

    Deine letzten beiden Sätze beziehen sich leider auf Sachverhalte, die ich gar nicht angesprochen habe, bzw. stellen ein Art Ausflucht dar.

    Es geht mir nicht um irgendwelche abstrakten letzten Erkenntnisse, also um philosophische Spekulation oder Ähnliches, sondern um ganz konkrete Fakten. Es gibt sehr viele Argumente dafür, daß Männer und Frauen substantiell unterschiedlich sind und daß Frauen z.B. weniger Interesse an Führungspositionen haben. Das ist aber völlig unerheblich. Wichtig ist, daß man nicht ideologisch vorgeht und allen Möglichkeiten Rechnung trägt: Also daß Frauen weniger Interesse, genauso viel oder sogar mehr Interesse an Führungspositionen haben.

    Dieses Ideal heißt Gleichberechtigung. Und die sollte auch vorhanden sein. Dies läßt sich angesichts der Sachlage seriös begründen. Es lassen sich aber nicht irgendwelche „idealen Prozentverhältnisse“ begründen. Das ist Ideologie.

    Ich denke, daß Dir das vom philosophischen Standpunkt her durchaus klar ist, wenn es also um andere, weniger aufgeladene Themen geht. Gender-Theoretiker sind leider nicht willens, die vielen Widersprüche und Inkonsistenzen ihrer Ansichten zu realisiern.

    Es geht also darum, reale Mißstände zu beseitigen. Feministinnen und Gender-Theoretiker sind leider Meister darin, Mißstände zu konstruieren, die sogar prinzipiell vorhanden sein können, sich aber eben nicht pauschal z.B. anhand irgendwelcher Prozentverhältnisse postulieren lassen.

    Es würde mich freuen, wenn Du als philosophisch Gebildete das Wort „Falsifikation“ ernst nehmen würdest. Du kannst Dir vielleicht denken, daß es eine gewisse Dynamik gibt und viele Gender-Anhänger oder Feministinnen nicht gerade das größte Interesse an einer Falsifikation ihrer Anschauungen haben.

  21. Deine letzten beiden Sätze beziehen sich leider auf Sachverhalte, die ich gar nicht angesprochen habe, bzw. stellen ein Art Ausflucht dar.

    Doch, es geht genau darum. Denn politische Meinungäußerung funktioniert nicht wie das Mathegrundstudium, wo bei jeder Aufgabe erstmal alles aus Axiomen abgeleitet werden muss. Es ist vollkommen klar, dass ich hier vor dem Hintergrund bestimmter Überzeugungen schreibe, und genau aus diesem Grund führe ich hier keine Grundsatzdiskussion.

  22. Und wieder fordern angeblich so emanzipierte Frauen, man möge Ihnen doch die Parteiposten bitte zu Füßen legen oder sie doch wenigstens bis zum Posten tragen. Alles andere ist ja frauenfeindlich! Tz,tz,tz… und immer noch nichts gelernt liebe Damen! Arsch hoch und selber machen, sonst machen es eben die Männer. Nachträgliches rumjammern gilt nicht! Wenn keine kandidiert, wirds auch nichts mit dem gewählt werden.

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