Nachbericht: Social Media Politik und Queer-Feministisches Bloggen

Am Samstag war ich in Hannover, um bei der Tagung Social Media Politik einen Workshop über Frauen_Lesben_Trans* in der digitalen Welt und queer-feministisches Bloggen durchzuführen. Trotz des Stichwortes DIY habe ich beim „Workshop“ die meiste Zeit geredet und konnte den Teilnehmer_innen so hoffentlich einen Einblick in die (queer-)feministische Netzszene geben. Es war mir wichtig zu zeigen, wie das eigentlich konkret aussieht mit der Vernetzung, welchen Stellenwert Blogs und andere Medien darin spielen und was für Projekte dabei entstehen können. Ganz durchgekommen sind wir nicht, und ich hatte auch den Eindruck, dass die Teilnehmer_innen sich das Ganze doch praktischer gewünscht hätten. Zum einen hatten aber nicht alle Notebooks zur Verfügung. Zum anderen bin ich nicht sicher, was sinnvollerweise praktisch gemacht werden kann in einem zweistündigen Workshop, bei dem eben nicht klar ist, ob überhaupt alle anfangen wollen zu Bloggen oder zu Twittern. Allerdings konnte ich die Gelegenheit nutzen, den Leuten Etherpads zu zeigen. Dazu hatte ich ein Pad mit Links zu Seiten, Tools und Projekten, die im Vortrag vorgekommen sind, angelegt. Ich bin nicht sicher, ob das alles richtig angekommen ist, aber sie haben es mal gesehen und eine hat auch was reingeschrieben. Bei dem ganzen Web 2.0 Zeug gilt ja wahrscheinlich auch, dass eine es einfach mal ausprobieren muss, dabei aber die Berührungsängste und Lerngeschwindigkeiten einfach sehr unterschiedlich sind.

Für den Input habe ich zum ersten Mal mit Prezi gearbeitet. Meine eigene Lernkurve dabei zu beobachten war interessant. Am Anfang fand ich es frustierend, nach einer Stunde rumprobieren hatte ich es dann aber raus und im Laufe eines (unkontinuierlich durchgearbeiteten) Tages alle möglichen Features verstanden. Und siehe da: Es hilft tatsächlich, um von den bösen Bulletpoints von herkömmlicher Präsentationssoftware wegzukommmen. Schön ist auch, dass man Prezis anderen online zur Verfügung stellen kann.

Leider hatte ich keine Zeit, nach dem Workshop noch Feedback einzuholen. Falls eine_r von euch das hier liest, schreibt mir gerne was dazu! Ich fand die Frage besonders interessant, wie die Produktionsbedingungen von queer-feministischem Bloggen eigentlich sind, also wie viel Zeit Leute investieren und wie sie ihr Engagement finanzieren.

Erstaunlich viel Spaß gemacht hat mir auch die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema „Entwicklungsszenarien digitaler Gesellschaften. Repression oder Transparenz? Überwachung oder Informationsfreiheit?“ Julia Seelinger (@zeitrafferin), Jürgen Kuri (@jkuri) und ich beantworteten die Fragen des Moderators Heiko Idensen (@web2write) und des Publikums. Kontrovers war es nicht, aber ich fand die Gesprächsatmosphäre nett und vielleicht haben wir beim Publikum die ein oder andere Überlegung zum Thema angestoßen. Das Podium wurde von einem Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg Stiftung aufgenommen und wird dann vermutlich irgendwann online zu sehen sein.

7 Gedanken zu „Nachbericht: Social Media Politik und Queer-Feministisches Bloggen“

  1. Liebe Kathrin, ich habe eben *jede* Folie der Prezi-Präsentation gelesen und muss sagen. Das hast du schön gemacht! Es ist gut, ab und an mal gezeigt bekommen, was wir alles bereits erreicht haben ;-)

    Danke!

  2. wieso eigentlich auf antje schrupp bezug nehmen? findest du nicht dass religion ein widerspruch zum feminismus ist?

  3. nein, finde ich nicht. feminismus ist messy und uneindeutig, es gibt keine reine lehre.

  4. wenn es also kein richtig und falsch gibt, wie kann dann am ende was snnvolles rauskommen? also kurz- wie langfristig gedacht? oder reicht es aus, biologisch als weiblich definiert zu sein, um feministische politik zu machen?

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