nrrrdz00018: punkrock podcasting

nrrrdz logo
Vorwarnungsedit: Die Tonqualität ist echt mies, sorry. Nächstes Mal wird’s wieder besser. Also überspringt die Folge einfach, wenn ihr das nicht hören mögt.

Zum 18. Geburtstag gibt es eine mixed bag Folge mit Spülmaschinengeräuschen, die hoffentlich nicht unerträglich für euch sind. Wir definieren unseren Podcastingansatz kurzerhand als Punkrock und sprechen über’s Programmieren, über die DRadio-Wissen Sendung zu Podcasting und über die re:publica – unter besonderer Berücksichtigung von Genderaspekten. Zum Schluss empfehlen wir den österreichischen Netzpolitikpodcast Netzkinder.

 
Download (mp3, 45 MB, 1 h 33 min)

Es war nicht alles schlecht in der Apfelfabrik

This American Life ist Mike Daisy auf den Leim gegangen, ebenso wie unzählige Hörer_innen der NPR Show. Seine Story hält, wie sich jetzt herausgestellt hat und in der Folge „Retraction“ auf sehr hörenswerte Weise nachvollzogen wurde, journalistischen Standards nicht stand. Daisy bereut, seinen Monolog dem This American Life-Team angeboten zu haben. Ira Glass leistet Abbitte und berichtet darüber, wie Daisy beim Überprüfen der Fakten gelogen hat, aber wo das TAL-Team eben auch die Alarmglocken hätte läuten hören müssen. Mr. Daisy and the Apple Factory wurde zurückgezogen.

Meinen Text dazu muss ich glücklicherweise nicht zurückziehen, weil die dort formulierten Überlegungen zu Handarbeit und digitalisierter Produktion – den Bildern von fleißigen Robotern – nicht bei der Empörung ansetzen, die Daisy durch seine Version der Geschichte bei vielen Hörer_innen ausgelöst hat. Puh!

Und die Moral von der Geschicht‘? Die Kritik an kapitalistischen Produktionsverhältnissen muss man gut vermarkten. Grundsätzliche Kapitalismuskritik vermarktet sich nicht gut, aber darum ging es ja auch nicht bei dieser Sendung.

nrrrdz000017: utopie oder tütensuppe?

nrrrdz logoWir haben uns mal wieder zusammengefunden und eine Runde genrrrdzt. Es geht um offene vs. geschlossene Systeme und die Frage, was passieren muss, bis Apple uns an offenere Plattformen bzw. die Linux-Welt verliert. Es geht um User Experience, den Zugang zur digitalen Welt, glattgeschmirgelte Oberflächen und die Frage, ob IT in den nächsten Jahren die Spur von Utopie, die im universellen Computer, dem Internet und Freier Software angelegt war, verliert und wir es in Zukunft nurmehr mit belanglosen Produkten zu tun haben werden. Die Anregung, uns mit diesem Thema zu beschäftigten, kam von einer Hörerin, die uns auf den den Essay „Wir brauchen wütende Nerds“ von Jonathan Zittrain aufmerksam gemacht hat. Vielen Dank dafür!

Bis wir zu diesem wirklich spannenden Thema kommen müsst ihr allerdings einen etwa zwanzigminütigen Werbeblock überstehen, indem ihr erfahrt, was wir in letzter Zeit so getrieben haben. Kathrin hat, zusammen mit Jens Ohlig und Sebastian Vollnhals, ein Buch über Hackerbrause geschrieben (und wo wir gerade dabei sind, stellen wir auch das Hackerbrause-Quartett von RedQuartett vor). Marlen macht zusammen mit Frank (@frellpumpkin) einen Videospielepodcast mit dem schönen Titel „Peach nerdz no hero“. Auch Kathrin gibt es seit einigen Monaten noch an anderer Stelle zu hören, nämlich bei „Der Computer kann alles“ im FSK und per Podcast.

 
Download (mp3, 49,7 MB, 1 h 44 min)

#dcka – Februar 2012

Der Computer kann alles vom 8. Februar 2012 ist online und kann auf freie-radios.net angehört und runtergeladen werden. Themen der Februar-Sendung:

Mit dem RSS-Feed könnt ihr die monatliche Sendung auch als Podcast abonnieren. Die nächste Sendung läuft am 14. März 2012 von 17 bis 19 Uhr im Freien Sender Kombinat.

Robots and hands

Mike Daisey was a self-described „worshipper in the cult of Mac.“ Then he saw some photos from a new iPhone, taken by workers at the factory where it was made. Mike wondered: Who makes all my crap? He traveled to China to find out.

Die This American Life-Folge Mr. Daisey and the Apple Factory thematisiert die Produktionsbedingungen in den Sonderwirtschaftszonen Chinas. Mike Daisey begab sich auf eine investigative Reise nach Shenzhen. Dort sitzt u.a. der Elektronikhersteller Foxconn, für den mehr als 300 000 Mitarbeiter_innen Appleprodukte und Bauteile für Sony, Nintendo und Hewlett-Packard herstellen. Seine Erkenntnisse und Eindrücke führt Daisey in Form eines Monologs auf. In zweiten Teil der Folge wird seine Perspektive durch das This American Life-Team vor dem Hintergrund weiterer Recherchen eingeordnet.

Hinter der shiny Oberfläche eines Smartphones steckt jede Menge Arbeit, da muss eine sich keine Illusionen machen. Einen Gedanken zum technokapitalistischen Nord-Süd-Verhältnis fand ich aber besonders interessant: Daisey beschreibt, dass ihn die Tatsache, dass ein Smartphone von sehr vielen Arbeiter_innen in einzelnen Schritten per Hand zusammengesetzt wird, ziemlich überrascht hat, obwohl er sich vorher keine großen Gedanken dazu gemacht hat. Seine Vorstellung von moderner Produktion sei geprägt von den Bildern aus japanischen Automobilfirmen der 1980er Jahre. Er war unbewusst davon ausgegangen, dass er diese Bilder auch in Shenzhen sehen würde, obwohl er auch schon von Sweatshops gehört hatte.

Statt der Hightech-Roboter setzen zehntausende von Arbeiter_innen die ganzen kleinen Teile, aus denen die Gerät bestehen, von Hand zusammen. Bis zum letzten Schritt, dem Polieren des Displays. Maschinen nehmen den Arbeiter_innen in Shenzhen die Arbeit nicht weg. Die Arbeit ist dort nämlich noch günstig genug. Tief eingeschriebene Fortschrittsnarrative lassen uns aber glauben, dass die technologische Entwicklung längst so weit sein müsste. Diese Illusion wirkt besonders absurd, wenn wir von den guten alten Zeiten schwärmen, in denen die Dinge, die wir konsumieren, noch aus echter, authentischer Handarbeit waren.

Nach dem diese Illusion vorerst zerstört ist, müsste aber auch die Frage gestellt werden, ob „Maschinen nehmen uns die Arbeit weg“ im Kontext der Forderung eines Bedingungslosen Grundeinkommens1 eine solidarische Annahme ist und ob es uns dabei egal ist, dass es eben nicht nur Maschinen sind, die diese Arbeiten jetzt übernehmen.

  1. Vom Netzwerk Grundeinkommen gibt es Poster mit diesem Spruch. Eine von Anne Allex und Harald Rein herausgegebene Veröffentlichung mit Beiträgen zum Existenzgeld heißt „Den Maschinen die Arbeit … uns das Vergnügen!“ []

Zwei mal mehr „Der Computer kann alles“

Ich bin endlich dazu gekommen, die Dezember 2011 (Themen u.a. Guttenberg und Post-Privacy) und Januar 2012 (Themen u.a. Nazileaks, Anonymous, 28c3) Folgen von „Der Computer kann alles“ bei freie-radios.net online zu stellen. Wie immer ist die Musik rausgeschnitten. Es gibt jetzt auch einen RSS-Feed zur Sendung, also ab damit in die Podcast Playlist. Ich möchte das auch noch bei itunes einreichen, nur fehlt das Artwork dazu. Falls jemand eine Idee hat, nur zu … :)

Das Interview mit Christian Heller aka plomlompom zu seinem Buch „Post-Privacy. Schöner Leben ohne Privatsphäre“ habe ich auch noch mal gesondert bei soundcloud online gestellt. Da geht’s übrigens um Post-Privacy und Kommunismus.

Die nächste Sendung läuft am 8.Februar wie immer von 17 bis 19 Uhr im Freien Sender Kombinat und danach irgendwann in Ihrem Internet.

nrrrdz000016: wie weiter mit dem netzfeminismus?

nrrrdz logoVor einer Woche saßen wir zusammen und haben über die letzten zwei, drei Jahre Netzfeminismus gesprochen. Vorab: Es geht um unsere Perspektiven darauf, die Leute, die wir kennen und die Ereignisse, bei denen wir dabei waren. Was ist passiert vom ersten Wahrnehmen rund um die Re:publica 2009 bis heute, wo sogar die SZ komisches Zeug darüber schreibt? Wie entwickelt sich das alles? Wer nimmt sich darin welchen Platz? Wir sprechen über die Rolle von Events wie dem netzfeministischen Chat, der kürzlich stattgefunden hat, den Gendercamps und anderen Meatspace Formaten wie die Genderbar in Hamburg, das Netzfeministisches Bier Berlin (organisiert von Netzfeminismus.org) und Queer Geeks and Naughty Nerds (ebenfalls Berlin). Es geht um die kleinen, zum Teil zufälligen und belanglosen Dinge, die wir alle so tun und das große Ganze, was am Ende dabei rauskommt.
Da Mikros vor uns standen ist eine nrrrdz Folge dabei rausgekommen. Bei der Gelegenheit habe ich Marlen dann auch einen neuen Podcast vorgestellt: Logbuch Netzpolitik informiert wöchentlich über aktuelle Entwicklungen und Ereignisse.

 
Download (mp3, 43,5 MB, 1 h 30 min)

Der Computer kann alles, November 2011

Zeitnah und -souverän könnt ihr jetzt die aktuelle Folge „Der Computer kann alles“ bei Soundcloud (und hoffentlich später auch auf freie-radios.net) nach hören. In der gestrigen Sendung sprachen Heino und ich über Siri, die Initiative für ein Transparenzgesetz in Hamburg, das SZ-Interview mit Daniel Domscheid-Berg, den sogenannten Schultrojaner, Männerrechtler im Internet und in Gedenken an den 9. November 1938 über die Judenkartei.

Die nächste Folge von #dcka läuft am 14. Dezember, 17-19 Uhr auf Radio FSK.

Der Computer kann alles, Oktober 2011

Benannt nach einem Juliane Werding Song – wobei wir uns immer noch nicht sicher sind, ob die Sendung jetzt „Der Computer kann alles“, „weiß alles“ oder „Die Computer kann was“ heißen wird – ist ein neues netzpolitisches Magazin unter meiner Mitwirkung im Freien Sender Kombinat. Am zweiten Mittwoch im Monat zwischen 17 und 19 Uhr behandeln wir darin aktuelle netzpolitische Diskussionen. Ich habe die zweite Folge vom 12. Oktober heute mal von Musik befreit auf Soundcloud gestellt. Das Hauptthema war der Bundestrojaner, außerdem ging es um die Piratenpartei und ein bisschen auch um Steve Jobs. Beim Trojaner habe ich schon gehört, dass meine Erklärung des Reverse Engineering nicht ganz treffend war. Dafür sind Heinos grundrechtliche Ausführungen um so hörenswerter und ich hoffe, dass wir das Thema in seiner Brisanz insgesamt verständlich gemacht haben. Die nächste Sendung läuft dann am 9. November.

Der Computer kann alles Oktober 2011 by ihdl

Podcasts mit/von Frauen*

Gestern habe ich mich gefragt, wie eigentlich um die Frauenquote in meiner Podcast-Aboliste bestellt ist. Meine Lieblingspodcasts werden entweder von professionellen Radioteams gemacht oder es sind Interviewformate und Gesprächsrunden von Leuten, die sich locker und in irgendeiner Art kenntnisreich oder reflektiert über etwas unterhalten, was mich interessiert. Queeres Leben, Computer, Geschichte und Gelaber über dies und das ohne thematischen Fokus. Ich hab 22 Podcasts abonniert. Bei den meisten davon höre ich alle Folgen, bei einigen nur die mit besonders interessanten Themen.

Es gibt keinen Podcast von einer oder mehreren Frauen, vier mit einer Frau* im festen Team wie beispielsweise Küchenradio und Medienradio. Daneben gibt es einige Interviewpodcast die ab und an Frauen als Gesprächspartnerinnen haben und Podcasts, bei denen verschiedene Leute die Beiträge machen, darunter auch Frauen. (Eigene Projekte und heiter scheitern nehme ich jetzt mal aus.)

Also unterm Strich: Es ist wenig. Darum habe ich mal bei Twitter gefragt, ob Leute Tipps für mich haben. Einmal Abends, einmal Mittags und es wurde auch retweetet. Es kamen nur wenige Vorschläge, die ich hier für euch gesammelt habe:

Mir sind auch noch ein paar Podcasts eingefallen:

Soweit so gut mit den unvollständigen Listen. Ich würde mich über weitere Vorschläge in den Kommentaren freuen. Aber was will ich eigentlich damit sagen?

Das Geschlecht der Macher_innen spielt erstmal eine untergeordnete Rolle bei der Podcastwahl. Themen, Sympathie, Machart usw. sind wichtiger. Es geht mir auch nicht um die weibliche Stimme oder so etwas. Ich mag einfach solche Gesprächsformate und wundere mich über den absoluten Männerüberhang. Warum podcast keine von den feministischen Bloggerinnen? Ein monatliches Roundup von Mädchenblog-Autor_innen über Skype wäre toll. Antje Schrupp, unter deren Namen es drei Videos bei youtube gibt, in denen Feministinnen bestimmte Begriffe erläutern, könnte ihre feministischen Freundinnen unterschiedlicher Generationen interviewen. Und es muss ja nicht Feminismus oder queerer Content sein. Rassismuskritik wäre ein interessantes Thema, DIY aber auch, Theater, Innenpolitik, Zombies oder auch Gelaber über dies und das ohne thematischen Fokus.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich nicht darüber diskutieren, warum Frauen hier weniger vertreten zu sein scheinen. Dann heißt es wieder technikferne, mangelndes Selbstbewusstsein, im besten Fall zu wenig Zeit, yada yada yada. Die (defizitären) Frauen vs. die Männer. Mir geht es eher darum, die Idee in den Raum zu werfen und euch zu fragen, ob ihr nicht Lust auf Podcasting habt und ob ihr Ideen im Hinterkopf habt, die nur darauf warten, umgesetzt zu werden.