Author: Kathrin

Rhythm King & Her Friends: Neues Album und Tourtagefilm

Oh my godness! Das neue Rhymthm King & Her Friends Album ist klammheimlich am letzten Freitag bei Kitty-Yo erschienen: The Front Of Luxury. Ich höre es jetzt zum ersten Mal und schreibe nichts darüber, da ich Rezenzionen für eine uninteressante Textart halte. Außerdem könnnt ihr ja reinhören, den Titelsong runterladen oder das Video zur Single anschauen.

Apropos Video anschauen: Ich bin ja überhaupt erst auf Rhythm King gekommen, weil ich mir heute endlich mal den Film ansehen wollte, der in letzter Zeit über den Kitty-Yo Podcast auf meinem Rechner gelandet ist. Pauline Boudry hat nämlich 2004/2005 tour diaries gefilmt. Bisher sind fünf Teile erschienen und der erste sah schon super aus. Doch jetzt muss ich erstmal den Luxus genießen, ein ganz neues Album hören zu dürfen.

Jenseits der Geschlechtergrenzen im Wintersemester

An der Universität Hamburg findet seit vielen Jahren in jedem Semester die öffentliche Ringvorlesung “Jenseits der Geschlechtergrenzen” statt, die von der AG Queer Studies organisiert wird. Der Vortragsplan für die nächsten Monate steht jetzt und ist so vielfältig wie immer. Das Programm gibt es als PDF zum Download oder nach dem Klick.

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Podcasts: This American Life


This American Life ist eine Radiosendung, die seit 1995 in Chicago produziert wird und in den USA auf über 500 öffentlichen Sendern läuft. Die jeweils aktuelle Folge kann als Podcast runtergeladen werden.

Jede Episode hat ein übergeordnetes Thema, zu dem zwei bis fünf Geschichten erzählt werden. Das können Ich-Erzählungen sein. Meistens sind es Reportagen, bei denen mit journalistischen und narrativen Elementen gearbeitet wird. Manchmal tragen Autoren auch Kurzgeschichten und Essays zum Thema vor. This American Life betrachtet den amerikanischen Alltag, ungewöhnliche Lebensgeschichten und das Verhalten von Menschen. This American Life hat ein relativ offenes Konzept… die einzige Konstante scheint Ira Glass zu sein, der die Sendung erfunden hat und bis heute host und executive producer ist. Zum Einstieg empfielt es sich, die Lieblingsfolgen der This American Life-MacherInnen anzuhören. Alle bisher erschienen Folgen stehen auf der Website als Stream bereit.

Die aktuelle Folge trägt den Titel “Unconditional Love”. Es geht unter anderem um ein amerikanisches Paar, die einen Jungen aus einem rumänischen Weisenhaus adoptiert hatten. An seinem achten Geburtstag hörte er zum ersten Mal, dass Menschen geboren werden und Eltern haben. Er begann, seine Adoptiveltern zu hassen. Er hasste sie stellvertretend für alle, die daran schuld waren, dass er in seinen ersten Lebensjahren niemals ausgestreckt schlafen konnte, weil in seiner Krippe noch ein anderer Junge saß. Seine Wut war so groß, dass seine Mutter zeitweilig einen Bodyguard brauchte. Ich will anderen immer die Geschichten erzählen, die ich da gehört habe. Aber so gut wie This American Life kann ich das leider nicht.

In einer älteren Folge ging es um Kinderlogik. Zusammenhänge, die in sich rational sind, aber aus der Sicht von Erwachsenen einfach nicht stimmen. Oder Autor David Sedaris erzählt eine Geschichte aus dem Frankreichurlaub. Amerikanische Touristen hielten ihn in der Metro für einen französischen Taschendieb und unterhielten sich lautstark auf Englisch darüber. Das This American Life-Team verbrachte auch einmal 24 Stunden in einem Café in Chicago. Mit ihren Recordern befragten sie die Angestellten und Kunden nach ihren Geschichten. Was es auf sich hat mit den Ferienlagern habe ich durch This American Life gelernt.

… each week we choose a theme and put together different kinds of stories on that theme. That doesn’t sound like something we’d want to listen to on the radio, and it’s our show.

Alles speichern, alles aufheben. Das geht nicht. Normalerweise lösche ich Podcasts relativ bald nach dem Hören. Nur This American Life wird gebrannt und archiviert.

anderswo: Der linke Neoliberalismus wird konkreter

Spreeblick-Malte versucht den liNeoli zu konkretisieren. Im ersten Beitrag dieser losen Reihe wird mir klarer, warum mit dem Begriff “Neoliberalismus” gearbeitet wird. Na klar, es geht um einen Begriff der Freiheit, der über den der FDP hinaus geht. Voraussetzung von Freiheit sei ein klarer, kluger Kopf und darum solle Chancengleichheit in der Bildung oberstes Staatsziel sein. Klingt erstmal gut, aber geht Kapitalismus ohne hierarchisierte Differenz? Und welche Rolle spielt sowas für die Gouvernementalität der digibos?

anderswo: Termine im Mädchenblog

Das Mädchenblog hat jetzt einen Terminkalender für feministische und queer-feministische Veranstaltungen außerhalb von Unis.

Diskurspolitik

Mercedes Bunz nennt es linken Neoliberalismus, und meint damit Diskurspolitik.

Kurz zusammengefasst: Angst ist das neue Links. Das ist nicht gut. Der schwache Staat der Globalisierung ist ein Märchen. Diese Erzählung muss aufgedeckt werden. Der Kapitalismus hat sich verändert. Neoliberalismus ist aber nicht Anarcholiberalismus. Außerdem wird der Kapitalismus nicht in den nächsten Jahren überwunden sein. Widerstand ist trotzdem nötig. Der Staat soll eine neue Ordnung schaffen. Es müssen andere Erzählungen her.

Discuss.

Mir gefällt das mit der Diskurspolitik, die Kritik der Angst-Linken und auch die Einschätzung, dass es nötig ist, im Kapitalismus Politik zu machen. Aber warum “linker Neoliberalismus”? Und warum so Staatsfixiert?

Intersektionalität – Workshop in Hamburg

Im Januar findet in Hamburg ein Workshop mit dem Tital Facetten der Intersektionalität – Zur Produktivität einer (Forschungs-) Perspektive statt. Mehr Informationen und ein Call For Papers auf www.genderstudies-hamburg.de.

Intersektionalität als (Forschungs-)Perspektive gewinnt für theoretische und empirische Entwicklungen in den Gender und Queer Studies – aber nicht nur dort – zunehmend an Bedeutung. Die Hamburger Gender und Queer Studies möchten das Jahr 2008 für eine intensive Beschäftigung mit diesem Arbeitsfeld nutzen. In Workshops und Vortragsveranstaltungen erhalten Wissenschaftler_innen, Studierende, Künstler_innen, politische Aktivist_innen und Praktiker_innen Gelegenheit zu Austausch und Diskussion.

Im Rahmen des Auftakt-Workshops (25. – 27. Januar 2008) möchten wir intersektional arbeitenden Menschen Gelegenheit geben, eigene Forschungsergebnisse, künstlerische Projekte und politische Initiativen/Aktionen zu präsentieren. Die Präsentationen finden im Rahmen thematisch abgegrenzter Sessions statt. Darüber hinaus bieten wir in Werkstattgruppen Gelegenheit, intersektional konzipierte (Qualifizierungs-)Arbeiten, Projekte und Initiativen zur Diskussion zu stellen („works in progress“).

anderswo: 6 Anti-Rassismus-Paradigmen

So You Think You’re an Anti-Racist? 6 Critical Paradigm Shifts for Well-Intentioned White Folks in Rachael Aras livejournal.

Vor allem der Punkt “Racism as individual acts –> Racism as an institutional oppression” trifft den Kern vieler Diskussionen, die ich in letzter Zeit miterlebt oder geführt habe.

via riemer

Feministische Werkstatt in Hamburg

Das neu gegründete Feministische Institut Hamburg startet im Okotber eine neue Veranstaltungsreihe. Die Feministische Werkstatt wird alle zwei Monate im Kölibri (Hein-Köllisch-Platz, St. Pauli) stattfinden und aktuelle Themen aus feministischen Perspektiven aufgreifen. Ich bin sehr gespannt auf diese Reihe. Zum einen, weil die bisher geplanten Themen alle hoch interessant sind und – nebenbei gesagt – wunderbar zu diesem Blog passen. In den ersten drei Veranstaltungen wird die Feminismus-Today Frage diskutiert, es geht um Rassimus und sogar das Web 2.0 fehlt nicht. Zum anderen hoffe ich, dass ein Veranstaltungsformat, dass sich mit aktuellen Themen ganz bewusst aus der Universität heraus bewegt, ein anderes Publikum anziehen wird. Das könnte gerade jetzt spannend sein, da Feminisimus wieder verstärkt in der Öffentlichkeit diskutiert wird und den Leuten scheinbar auch außerhalb akademischer Kreise auf dem Herzen brennt.

Do, 11. Oktober 2007, 19 – 21 Uhr:
Feminismus – Positionen, Widersprüche, Perspektiven
Feminismus ist seit Neuestem wieder in aller Munde. Sei es das Motto “reclaim feminism” oder die Äußerungen der Bundesfamilienministerin. Doch wer meint was, wenn von Feminismus die Rede ist? Wir wollen den Abend nutzen, um verschiedene feministische Positionen zu diskutieren und damit das Feministische Institut Hamburg vorstellen.

Do, 13. Dezember 2007, 19 – 21 Uhr:
Kanak Attak und das Rätsel des Feminismus
Eine Haltung gegen Rassismus und Sexismus beinhaltet oft den Spagat, beidem ausgesetzt zu sein. Praktisch heißt das, immer auf der Hut zu sein und Mehrarbeit an Sensibilisierung zu leisten. In diesem Kontext stellt Kanak Attak einige Überlegungen an über die Möglichkeiten, einer antirassistischen und feministischen Positionierung gerecht zu werden.

Do, 14. Februar 2008, 19 – 21 Uhr:
Feminismus im Web 2.0 – alte und neue Fragen, Projekte und Interventionen
Nachdem das Internet in den 1990er Jahren auch innerhalb feministischer Diskurse heftig umkämpft war und Fragen nach den ,richtigen’ Strategien der Mitgestaltung und Nutzung aufwarf, ist es inzwischen ruhiger um das Internet geworden. Wir möchten in der Veranstaltung Bilanz über 10 Jahre feministische Internetgestaltung ziehen und mit Juliette Emerson und Danilo Vetter aus Berlin das Beispiel Gender@Wiki diskutieren.

Addicted to Race Podcast

In nächster Zeit werde ich ein paar Podcasts vorstellen, die ich besonders interessant finde. Mehr über Podcasting im Allgemeinen habe ich mal für das Nillson-Fanzine geschrieben. Da könnt ihr nachlesen, was das ist und wie ihr rankommt, falls ihr es noch nicht kennt.

Meine neuste Entdeckung ist Addicted to Race. Mitlerweile habe ich schon einige der zwischen 25 und 70 Minuten langen Episoden angehört und bin schwer begeistert! Carmen Van Kerckhov diskutiert in jeder Folge mit einem Studiogast über aktuelle Themen, die vor allem im amerikanischen Diskurs über race eine Rolle spielen. Es werden ausführliche HöhrerInnenkommentare gespielt, die in die angeregten und unterhaltsamen Gespräche mit Van Kerckhov und ihren Gästen einfließen.

Neulich wurde zum Beispiel über über die Aktion der Ladenkette 7-Eleven gesprochen, die zum Start des Simpsons-Filmes einige Läden zu Kwik-E-Marts samt Apu verwandelt hat. Dabei ging es im Besonderen um das Unverständnis, mit dem die amerikanische Mainstream-Presse den Kritiken des stereotypen Charakters begegnete.

Andere Folgen beschäftigen sich mit dem “No Homo”-Phänomen, es wurde über den Zusammenhang von Körperbildern und race diskutiert und auch das Thema “Feminism and Women of Color” wurde diesen Monat schon behandelt. Heute habe ich eine Folge gehört, in der es um internationale und race-übergreifende Adoptionen ging, und bei der Angelina, Madonna und co. ihren Senf abbekommen haben.

Das in Addicted to Race immer wieder die Verschränkungen von Rassismus mit anderen sozialen Strukturkategorien betrachtet werden, macht den wöchentlich erscheinenden Podcast besonders hörenswert.

Neben dem Addicted to Race-Podcast schreibt Van Kerckhov auch für die untereinander vernetzten Blogs racialism.com, antiracistparent.com und raceintheworkplace.com. Sie ist Präsidentin von New Demographic, einer in New York ansässigen Firma, die Anti-Rassismus-Trainings und Seminare durchführt und sich das Ziel gesetzt hat, sich mit den “real issues” jenseits von Diversity-Sprech auseinander zu setzen. Dem Podcast gelingt das ausgezeichnet.