Es ist kurz vor Mittag. Sitze seit zwei Stunden in der Bibliothek. Heute morgen festgestellt, dass ich seit genau fünf Jahren an der Uni bin.
Author: Kathrin
Träume sind Mashups von Erlebnissen
Zu welchem Schluss sollte ich sonst kommen, nachdem der halbe Cast von Beverly Hills 90210, meine Freundin H., Frank Spilker und fast alle meine Cousins und Cousinen bei einem Weakerthans-Konzert aufgetaucht sind?
Antifa der Woche
Autobahn geht halt nicht, finde ich.
Johannes B. Kerner
Retrofuturismus
Fernsehprogramm statt Radioprogramm
Da ich ja heute Abend doch nicht dem Radio lauschen werde, wie heute morgen irrtümlich angenommen, muss ich mir ein anderes Abendprogramm ausdenken. Letzte Woche war ich Donnerstags ja sehr verwirrt. Ich wollte, bevor ich zum Je Ne Sais Quoi-Konzert bin, noch ein bisschen Popstars schauen, und was kommt? Fußball. Auf Pro7. Das ist merkwürdig. Ich hab’ mehrmals auf den entsprechenden Knopf der Fernsteuerung gedrückt, da ich immer dachte, das wäre der falsche Sender.
Nach Popstars plane ich dann ein Wiedersehen mit Tobi Schlegel. Mitte der 90er habe ich natürlich mittags immer Interaktiv geschaut. Jetzt moderiert er Extra3 im NDR und durfte schon Roger Kusch interviewen. Viel lustiger ist aber das hier: Olivia Jones für Extra 3 beim Wahlkampfauftakt der NPD in Niedersachsen.
Gestern! Abend Radio hören: FSK, Fritz oder beides
Mist, der 26. war ja gestern!
Im Rahmen des HfbK-Trimesters anlässlich des Studiengebüren-Boykotts sendet Radio FSK heute Abend um 20 Uhr Uhr eine Podiumsdiskussion.
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Cruikshank: The Will to Empower
Heute habe ich endlich mal Barbara Cruikshanks Buch “The Will to Empower. Demokratic Citizens and Other Subjects” (1999) fertig gelesen. Sehr lohenend. Im Kern geht es um das Verhältnis von Demokratie und Gouvernementalität und um die Frage, wie demokratische citizens gemacht werden.
Cruikshank beschäftigt sich – nachdem sie die Frage, warum auf einmal Schlösser an den Mülltonnen waren, nicht beantworten konnte – mit verschiedenen Programmen und Diskursen des amerikanischen welfare Systems. Anhand des War on Poverty, des selfesteem movements und der Figur der welfare queen zeigt sie, wie in einer sehr diffusen, dezentralen Art Macht ausgeübt wird, in dem Subjekte im doppelten Sinne als Subjekt und subjected hervorgebracht werden. Dabei geht es auch um die Strategien des empowerment, durch die WohlfahrtsempfängerInnen zur Selbsthilfe ermächtigt werden sollen.
Subjekte verkörpern Machtverhältnisse und verfügen durch den Akt der Unterwerfung über die Macht, sich selbst zu führen. In Bezug auf Widerstand hat Curikshank deshalb Folgendes zu sagen
“[One] should call into question any form of resistance or critique that seperates [subjektivity and subjection]. Practices of governing and ruleing are not restricted to ‘the political’ or to one sphere, and so we must focus on how we are governed and by what practices, rather than by which people in which sphere” (p. 120).
Wenn Macht kein Gesicht hat und durch die Körper der BügerInnen hindurch verläuft, dann muss auf andere Weise über Demokratie nachgedacht werden. Aufschreibenswert fand ich in Bezug auf Demokratie auch folgenden Satz:
“What I value most about democracy is that it effects are contingent rather than permanent” (p. 124).
Und schließlich bin ich über einen Gedanken gestolpert, der seit einiger Zeit in meinem Kopf spukt: Was ist eigentlich ein “linkes” Verhältnis zu Gouvernementalität, zur Kunst des Regierens? Müssen eigene, andere Figurationen von citizenship erfunden werden, und welche könnten das sein? Oder geht es immer nur darum, nicht auf diese Weise regiert zu werden?
anderswo: Nazis über den Kopf gewachsen
Noah Sow weist auf die Premiere von Mo Asumangs Film Roots Germania hin, der am 5. November im ZDF gezeigt wird (um NULL UHR FÜNFZEHN!) und am Freitag bzw. Samstag in Hamburg bzw. Köln. Das liest sich sehr sehenswert!
anderswo: Heute im Vergleich zu Gestern
Leider ist Frau Bunz’ Seite gerade nicht erreichbar. Ich bin im RSS-Reader über einen Satz gestolpert, über den ich kurz nachdenken will, wenn ich jetzt schon nicht sofort kommentieren kann.
Heute existiert man nicht mehr im Rahmen geltender Strukturen. Man muss alles selbst aktiv herstellen. Andauernd, auch beim Arbeiten.
Das dürfte nicht für alle gelten, klar. Aber auch für die anderen: Ist nicht das ‘selbst aktiv herstellen Müssen’ auch Struktur? Sind diese Subjekte nicht genauso hervorgebracht wie beispielsweise Arbeitersubjekte? Und von der anderen Seite betrachtet: Haben die Subjekte von gestern nicht auch selbst mitgearbeitet? Selbstverständlich änderte sich da was massiv, aber doch nicht auf dieser Meta-Ebene.
Paris is Burning im Karoeck
Am Sonntag Abend zeigt das communistisch-ästhetische Clübchen Jennie Livingstones “Paris is Burning” im Karoeck am Anfang der Marktstraße (vom Schlachhof aus gesehen). Der Film ist ein durchaus umstrittenes feministisches Diskursereignis und schon deswegen sehenswert. Und hätten die Teilnehmer_innen der aktuellen Popstars-Staffel den gesehen, dann wüssten sie auch, was Vogueing ist.
„Für mich ist klar, daß der Prachtentfaltung des drag in “Paris is Burning” sowohl ein Sinn von Niederlage als auch ein Sinn von Aufstand abzugewinnen ist, daß der drag, den wir sehen, der drag, der letztlich für uns ins Bild gesetzt ist, für uns gefilmt ist.“ (Judith Butler, Körper von Gewicht)
Durch Besprechungen von Judith Butler und bell hooks erlangte “Paris is Burning” auch in der feministischen Theorie eine größere Aufmerksamkeit. Jennie Livingstone dokumentiert die “drag-balls” der 80er Jahre in New York, interviewt die Queens und zeigt, wie sie sich auf die “balls” vorbereiten, die auch als Wettbewerbe funktionieren. Gleichzeitig verweist der Film auf die sozialen Verbindungen, die in diesem Zusammenhang entstehen und die eine Anerkennung ermöglichen, sowie vor Gewalt schützen sollen.
USA 1990, 71 Min., OmU, Dokumentation, Regie: Jennie Livingstone