Category: DigitalLife

Zwei schöne Projekte

Ein paar Klicks bzw. ein bisschen Reinfuchsen, und schon entstehen zwei schöne neue Projekte, die ich diese Woche an den Start bringen konnte. Die AG Queer Studies hat jetzt neben ihrem neuen Blog auch einen Podcast. Dort dokumentieren wir – wie schon bei Radio FSK – die Vorträge aus unserer Reihe “Jenseits der Geschlechtergrenzen”. Einige Referent_innen haben uns freundlicherweise das Recht eingeräumt, ihre Vorträge als Podcast zur Verfügung zu stellen. Alle zwei Wochen werden wir einen Vortrag posten. Zur Premiere gibt es einen Vortrag von Do. Gerbig zur “Widerstänigkeit des prozessual-strategischen Subjekts”. Es gibt den Podcast jetzt auch schon im iTunes Store Podcast Verzeichnis. Alle weiteren Infos dazu direkt im AG Queer Studies Blog.

Screenshot vom iTunes Store mit dem Podcast Jenseits der Geschlechtergrenzen

Das andere Projekt ist eine Gruppen bei Soup.io mit dem Namen digitalekulturresearch, die ich eingerichtet habe, um Material zur Analyse digitaler Kultur sammeln möchte. Das können zum Beispiel Bücher, Artikel oder Grafiken zur kultur- oder sozialwissenschaftlichen Bearbeitung des Forschungsfeldes Internet und Web 2.0 sein. Ich freue mich, wenn sich noch weitere Mitsammler_innen finden.

Screenshot der soup.io Seite digitalekulturresearch

Freiheit statt Angst

Für den 12. September ist in Berlin eine Großdemo geplant, bei der es um digitale Bürgerrechte gehen wird. Unter dem Motto “Freiheit statt Angst” werden hoffentlich viele Leute auf die Straße gehen, um gegen Überwachung und konkrete politische Entscheidungen wie die Vorratsdatenspeicherung oder das Zugangserschwerungsgesetz aka Zensurinfrastruktur zu protestieren. Alexander Svensson hat einen hervorragenden Trailer zur Demo produziert, der unter einer CC-by-nc-sa Lizenz steht.


Freiheit statt Angst – der Trailer auf Vimeo

Ich frage mich immer mal wieder, ob ich es problematisch finde, dass es in dieser Bewegung so gar nicht um strukturelle Machtverhältnisse geht. Einerseits wird mit Schlagwörtern wie Generation 64 ein heterogenes Wir konstruiert, dass sich nicht darum kümmert, von welcher Position aus Leute sprechen und wie sie gesellschaftlich verortet sind. Die Dringlichkeit des Kampfes um digitale Bürgerrechte mag sich relativieren, wenn man die Situation von strukturell depriviligierten Personen in den Blick nimmt. Andererseits ist es klar, dass es einer Demo immer um ein bestimmtes Thema geht – bei der Piratenpartei sehe ich die Fokussierung auf wenige, konsensfähige Themen wesentlich kritischer. Und schließlich geht es bei den netzpolitischen Kämpfen um das Verhältnis von Bürger_in und Staat entlang der Linien Sicherheit und Freiheit, und deshalb fände ich es spannend, wenn sich politisierten Digitalen auch anderen Themen zuwenden würden – mit der Diskussion um das Grundeinkommen vor einiger Zeit ist das ja schon in Ansätzen geschehen.

Browser

“A browser is when you know what you’re looking for, and a search engine is when you’re searching for something.” Es ist so einfach. Aber es wundert mich auch nicht, dass nur acht Prozent der Befragten wussten, was ein Browser ist. Das geht unserer Justizministerin und Internetpolitikerin des Jahres Brigitte “Browser? Was sind jetzt noch mal Browser?” Zypris nicht anders.

Ich habe schon genug Leute gesehen, die Seiten, die sie ständig benutzen, immer erst bei Google eingeben, obwohl sie die URL kennen. So viel effizienter ist es nun auch nicht, statt “amazon.de” in die Browserzeile erstmal “amazon” ins Google-Suchfeld zu tippen … seufz. (via magerfettstufe)

Geert Lovink in Hamburg

Im Rahmen des FSKolleg spricht der Netztheoretiker Geert Lovink am Donnerstag in der Uni Hamburg. Es wird um Vernetzungsstrategien durch das Web 2.0 gehen. Ich bin gespannt, ob der kleine Hörsaal F im Philosophenturm ausreichen wird. Früh da sein lohnt sich bestimmt.

Jenseits der taktischen Medien und des Web 2.0: Vernetzungsstrategien in Krisenzeiten

Donnerstag, 18. Juni, 18 Uhr
Universität Hamburg, Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Hörsaal F

Hat es gerade in diesen Zeiten einen Sinn intensiv von den sogenannten sozialen Netzwerken im Web Gebrauch zu machen? Oder wäre es angesagt, Netze und Vernetzung als solche zu kritisieren? Bieten Facebook und StudiVZ eine Möglichkeit zur sozialen Mobilisierung? Was sind die heutigen Webstrategien von Künstlern und Medienaktivisten? Welche Alternativen werden derzeit als Antwort auf Kommerzplatformen entwickelt?