Category: DigitalLife

nrrrdz000012: hassen und hassen lassen

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Wir starten prickelnd in eine neue Folge nrrrdz, denn es gibt Hacker_innenbrauserezensionsexemplare von Piranja Cola. Um unseren Ruf nicht zu verlieren starten wir nach einem Süppchen (Kathrins Suppenrezept auf soup.io) mit iOS Content: Marlen wartet auf ihr iPad2 und wir empfehlen euch die Spiele Happy Birds Tiny Wings, Sparkle und Dungeon Raid. Dann aber geht es lang und ausführlich um hatr.org und das Easterhegg, auf dem wir über Ostern beide abhingen. Wichtig wichtig: Nrrrdz hat eine neue Feed-URL, bitte denkt daran, eure Podcatcher upzudaten bzw. geht noch mal ins iTunes Podcast Verzeichnis, denn da gibt es einen neuen Eintrag.

[podcast]https://www.iheartdigitallife.de/podcast/nrrrdz12.mp3[/podcast]
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Halt deine Daten zusammen?

Gestern war ich beim einem Kongress von Campus Grün zum Thema Datenschutz eingeladen. “Halt deine Daten zusammen und pass auf dich auf!” hatte ich den Workshop genannt, in dem es weniger um Gender und Soziale Netzwerke als um den Kontrollverlust, unterschiedliche Perspektiven auf Datenschutz und sinnvoll Strategien des Empowerments gehen sollte. Ich hatte einige Überlegungen vorangestellt, die im Anschluss kontrovers diskutiert wurden. Es ging zum einen darum, dass Datenschutzdiskurse von abstrakten Bürgern und ihren Schutzrechten ausgehen, dabei aber oft sehr mahnend und erzieherisch agieren und dabei Gefahren selten anhand von Szenarien konkret vorstellbar machen. Nur der auf Facebook spionierende Chef kommt natürlich immer wieder vor. Vor diesem Hintergrund wundert es mich nicht, warum die Schere zwischen Datenschutzbewusstsein und den Nutzungspraxen zum Teil sehr zu klaffen scheint und es würde mich auch nicht wundern, wenn viele sich insgeheim ein bisschen dumm vorkommen, weil sie das Problem nicht sehen.
Die andere Seite der Medaille ist die abschreckende Wirkung, die Datenschutz- und Privacydebatten auf Nutzer_innen haben, die sich bislang noch nicht ins Netz trauen. Darüber habe ich vor einiger Zeit schon mal etwas geschrieben. Es ging mir gestern also darum, die Diskussion ein bisschen in die Richtung der Vermittlung zu lenken – auch der Vermittlung zwischen datensparsamen Auskennern und diesen Menschen, die im Netz belangloses Zeug mitteilen, dass niemanden interessiert.

Im Laufe unserer Diskussion kristallisierten sich vier Punkte heraus, die mir wichtig sind:
1. Es bringt nichts, Nutzer_innen für ihren unbedachten Umgang zu dissen. Vielleicht haben sie gut überlegte Gründe dafür, das Zeug so zu benutzen, wie sie es tun. Offen sein schadet nichts. Es ist nicht automatisch Naivität wenn jemand anders handelt als man selbst es für richtig hält.
2. Leute zum Handeln bringen ist besser als ihnen Angst zu machen. Aus Spaß am Gerät entsteht Zutrauen in die eigenen Kenntnisse und dann wollen sich Leute bestimmt auch irgendwann mit den cooleren, aber vielleicht auch komplexeren Möglichkeiten, ihre Kommunikation zu gestalten, beschäftigen.
3. Vielfältige Szenarien entwerfen, um Datenschutz- und Privacyprobleme zu vermitteln und auch mal konkret werden. Das erfordert Kreativität aber könnte helfen.
4. Attraktive Alternativen aufbauen, wenn es Sinn macht und Infrastruktur sowieso vorhanden ist (z.B. Jabber Server für die Fachschaft). Die Betreiber_innen dieser alternativen Angebote müssen sich aber auch kritisch damit auseinandersetzen, wie sie mit dieser Machtposition umgehen.

Das ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber als Anregung taugt’s vielleicht. Mir erscheint es jedenfalls wichtig, von der Strategie wegzukommen, die weiland meine Oma an den Tag legte, wenn ihre Töchter oder Enkelinnen am Wochenende ausgingen: “Halt deine Beine zusammen!”

nrrrdz000011: de.nrrrdz.misc

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Heute gehen wir im Gemischtwarenladen der Themen shoppen (wie im Mac App Store!): Frustration mit der unerreichbaren iTunes Podcast Verzeichnis-Bürokratie (um Hilfe wird gebeten!), der 27c3 samt Haecksenfrühstück und dem Redeverhalten einiger Anwesender, Jodie Foster (When I Looked At Your Face aus “Moi, Fleur Bleu”) und neue Podcasts und Blogs, die wir mögen.

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Haecksen
go make me a sandwich
you play video games? so you are… fat, ugly or slutty
geekfeminism
fanbóys
gendercamp

GenderCamp 2011: Anmeldung ab 11.02.2011

gendercamp 2011

there are only 10 kinds of people in the world:
those who reproduce gender binary and those who deconstruct it.

Das GenderCamp ist ein BarCamp rund um Feminismus, Queer, Gender und Netzkultur. Es findet im Mai 2011 zum zweiten Mal im ABC Bildungs- und Tagungszentrum in Hüll bei Hamburg statt.

Das GenderCamp ist ein offenes Event, dessen Programm vor Ort von den Teilnehmer_innen gestaltet wird: Jede_r, der_die Lust hat, etwas beizutragen, kann in der morgendlichen Sessionplanung einen Vorschlag machen und bekommt einen Slot im Programm. Ob Diskussionsrunden, Workshops, Vorträge, Filme, Planung gemeinsamer Projekte… vieles ist möglich. Ideen können ab sofort im Forum vorgestellt und diskutiert werden. Auf dem letzten GenderCamp ging es unter anderem um „Geschlechterkonstruktionen in Computerspielen“, „Hausrecht im Web“, „Alternativen zur Kleinfamilie“ und Arduino-Mikrocontroller – mehr in der Doku des GenderCamps 2010

Who’s joining GenderCamp?
Zielgruppe des GenderCamps sind alle, die sich für die Schnittstellen von Queer-/Feminismus und Netzkultur interessieren: Leute, die sich in beiden Welten tummeln, queer-feministische Szenegänger_innen, die in Netzkultur reinschnuppern und Netzbewohner_innen, die sich intensiver mit Queer, Feminismus und Gender beschäftigen wollen. Das GenderCamp will vernetzen, Projekte anstoßen und Leuten, die sich aus queeren/feministischen Netzcommunitys kennen, die Gelegenheit geben, sich im real life zu treffen.

Was ist eigentlich dieses Gender von dem hier alle reden?
Auch wenn manche in der Netzszene der Idee anhängen, wir lebten in Post-Gender-Zeiten: Wie in den meisten gesellschaftlichen Feldern ist auch im Internet in Sachen tatsächlicher Gleichstellung von Männern und Frauen noch gar nichts ausgereizt. Androzentrismus und Privilege Denying Dudes (and Girls) tummeln sich überall, von shitstürmenden Trollhorden ganz zu schweigen. Auf dem GenderCamp trifft sich der Teil der (deutschsprachigen) Netzszene, der sich kritisch mit sexistischen Geschlechterverhältnissen auseinandersetzt. Normalität heißt Normalisierung in einer Gesellschaft, die davon ausgeht, dass zwei Geschlechter, durch heterosexuelle Zuneigung verbunden, genug sind und alles andere höchstens dann hervorgeholt wird, wenn es darum geht, die rassialisierten Anderen auf ihren Platz zu verweisen. Feminismus und Queer sind nicht losgelöst von anderen Machtverhältnissen denkbar. Auf dem GenderCamp sind darum all genders welcome, die sich auf einen reflektierten Umgang mit Diskriminierungen aller Art einlassen wollen.

GenderCamp: In a beautiful place out in the country
Das GenderCamp findet auch in diesem Jahr wieder im ABC Bildungs- und Tagungszentrum in Hüll statt, das ca. 75 km südwestlich von Hamburg gelegen ist. Dort gibt es Wiesen, Kühe und Bauernhöfe. Anders als bei anderen BarCamps übernachten die Teilnehmer_innen am Tagungsort selbst. Dank öffentlicher Zuschüsse kostet die Teilnahme mitsamt zwei Übernachtungen und Vollverpflegung nur 45 Euro (35 Euro ermäßigt). Kinder können gerne mitgebracht werden (unter 12 Jahren kostenlos). Bei Bedarf kann gemeinsam eine Kinderbetreuung organisiert werden. Das Essen verdient eine besondere Erwähnung, denn es ist spitze und geht auf alle Wünsche und Bedürfnisse ein. Mit den üblichen Tagungsmaterialien ist das Haus auch sehr gut ausgestattet – Mehr Infos zu Verpflegung, Teilnahmegebühr, Anfahrt und Unterkunft

Na dann: Prost Gender! – Zur Anmeldung
Weil die Kapazitäten für Übernachtungsplätze auf ca. 60 Teilnehmer_innen begrenzt sind, ist eine frühzeitige Anmeldung erforderlich. Ab dem 11. Feburar 2011 um 11:02 Uhr könnt ihr euch direkt beim ABC Hüll verbindlich anmelden:
http://www.abc-huell.de/abc/gendercamp-2011-13-15-05-2011/

Bei Bedarf wird es eine Nachrücker_innen-Liste geben.
Community: www.gendercamp.de // Twitter: @gendercamp #gendercamp / @abc_huell // Facebook: GenderCamp 2011 Event und facebook.com/abchuell

Über das Internet wird viel geredet.

Internet und Politik” Vorlesung an der Uni Hamburg. Es geht heute um Grassroots. Die Hörer_innen erfahren, dass man sich im Internet nicht nur informieren, sondern auch partizipieren kann. Zum Beispiel durch Petitionen, die sehr erfolgreich sind in diesem Internet. Diese Mobilisierungschancen bringen allerdings auch Risiken wie Slacktivism und Astroturfing mit sich. Wieder was gelernt. In der Diskussionsrunde fragt eine ältere Dame, ob man denn dazu geforscht hätte, ob Frauen in den arabischen Ländern überhaupt ins Internet dürften.

Ich beschließe, noch mal kurz zum IT Innovationsforum im Hörsaal nebenan zu schauen. Es referiert Dr. Nelson M. Mattos (Vice President of Engineering“ für den Raum Europa, Mittlerer Osten und Afrika bei Google) zum “The Future of the Web: Opportunities & Challenges“. In den Minuten des Vortrages, die ich noch mitbekomme, erzählt er, wie die Kunden von Google die Kontrolle über ihre Daten wahren. Mit Google Desktop können sie auf einen Blick sehen, wie viele Kontakte sie haben und wie viele Dokumente sie mit anderen teilen. Er berichtet auch von dem Commitment seines Unternehmens, die Einsprüche gegen Streetview gewissenhaft zu bearbeiten. Das Publikum erinnert an Verschollene Häuser. Viele grinsen. Dann geht es um Google Mail und den Social Graph. Eine will wissen, wie Google ihre Daten schützt, wenn sie an jemanden mit einer Google-Mail-Adresse schreibt und Teil ihres oder seines Social Graph wird. Mattos zuckt mit den Schultern: Die Mail gehört aus Sicht von Google dem Empfänger. Kontrollillusion und Kontrollverlust liegen manchmal nah beieinander.

Gendercamp Baustel Club

Heute Abend trifft sich in Hamburg der Gendercamp Baustel Club im LIZ (Karolinenstr. 21, Hinterhaus, ab 20 Uhr). Das GenderBausteln findet seit ein paar Monaten immer am dritten Donnerstag statt. Wir sitzen rum, versuchen das Internet zum Laufen zu bringen, machen Handarbeitliches und probieren aus, was wir mit unseren Arduinos machen können. Bisher ohne Missionstatement und Programm, es ist aber immer nett. Seit neuestem gibt es genderbausteln.soup.io zum Ankündigen der Treffen, Dokumentation der Erfolge und Sammeln von Dingen, die was mit unseren Baustelein zu tun haben. Es entwickelt sich.

nrrrdz000010: risiken und nebenwirkungen nicht antizipierbar

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Heute geht es um Risiken, Gefahren, Unsicherheiten. Datenschutz, Viren, Angriffe, Überwachung! Aluhauben auf und ab unter den Tisch – oder man kennt sich halt ein bisschen aus mit dem Internet und den Gerätschaften und fühlt sich gleich viel entspannter. Was passiert, wenn wir auf Leute treffen, die “das alles” “total unsicher” finden und uns um Rat fragen und was passiert, wenn vage Risiken auf einmal konkret werden? Wir landen schließlich bei Medienkompetenz im Vergleich zu Verkehrserziehung, sind uns aber uneinig, was sie ausmacht.

Bonuscontent: Das Macbook Air und Wikileaks. Feedärger haben wir immer noch. *seufz*

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Zwei Jahre Missy

Mensch, zwei Jahre ist es schon her, dass die erste Missy Ausgabe raus kam. Was für ein schönes Ereignis das damals war! Und ich habe den Eindruck, dass die Missy tatsächlich eine integrierende Kraft in der feministischen Szene geworden ist: Als Ort zum Veröffentlichen im Heft oder als Gastbloggerin, mit Veranstaltungen oder wenn die HerausgeberInnen auf Podien auftreten oder Vorträge halten. Das soll nicht heißen, dass die Missy alles richtig macht oder in irgendeiner Form den (sic!) neuen (sic!) Feminismus repräsentiert (sic!). Sie bringt aber eine feministische Perspektive unter die Leute, die an den Kiosken bisher gefehlt hat.

Ab nächsten Montag ist die neue Ausgabe erhältlich – wie immer in allen Bahnhofskiosken und in gut sortierten Zeitschrifteläden. Ich hab sie als Abonnentin schon bekommen und durchgeblättert. Themen sind unter anderen Christiane Rösinger, das Mensch-Tier-Verhältnis und Upcycling Mode. Auch für die interessierte Nrrrd hat die Missy was zu bieten: Einen Artikel von Svenja Schröder und Jasper Nicolaisen über queere Charaktere in Computerspielen und einen Artikel über die Arbeitsverhältnisse in der Hardware-Produktion, den es auch online gibt. In Berlin (am 20. November 2010 mit Christiane Rösinger) und Hamburg (am 2. Dezember mit Forgotten Birds) gibt es zu dieser Ausgabe auch wieder Release-Partys.

nrrrdz000009: cybersniff 2000

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Diese Folge ist das Duke Nuken Forever des nrrrdz Podcasts: Wir reden endlich über Spiele. Unsere unterschiedlichen Umgangsweisen und Begeisterungsniveaus überbrücken wir, indem wir uns über Spiele unserer Kindheit und Jugend austauschen und darüber nachdenken, welche Spiele uns grundsätzlich ansprechen und welche eher nicht. Geschlechterverhältnisse und nackte Frauen kommen auch vor.

[podcast]https://www.iheartdigitallife.de/podcast/nrrrdz09.mp3[/podcast]
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Links:
Die Spielefolge von heiter scheitern: hs21 – geh spielen!
Alles über ELO-Punkte: ELO Zahl bei Wikipedia

Immer Ärger mit den Feeds:
Diese und die letzte Folge von nrrrdz tauchen nicht im iTunes Store auf. Sie werden runtergeladen, wenn man den Feed abonniert hat, aber sind nicht gelistet. Ich benutze das “Podcasting Plugin by TSG” und weiß nicht, wo ich mit der Fehlersuche anfangen soll. Darum bin ich für sachdienliche Hinweise und Tipps dankbar!

Die Zukunft von Gestern

Vielle werden schon bei twitter oder nerdcore auf die Doku “Richtung 2000 – Vorschau auf die Welt von morgen” gestoßen sein. Das ZDF zeigte 1972 eine Zukunftsvision, in der die Welt stark von Technik bestimmt ist, die Umwelt wieder sauberer und die Computer immer noch mit Lochkarten arbeiten. Nach der Hälfte der ca. 30-minütigen Sendung endet die Vorschau auf das Jahr 2000 und wir sehen eine Bestandsaufnahme über die gesellschaftlichen Probleme, die 1972 als Ausgangslage für die Zukunft wahrgenommen werden: Umweltverschmutzung, Krieg, Nahrungsmittelüberproduktion und sich verändernde Rollenmuster von Mann und Frau. Apropos: Achtet mal darauf, was für Leute in der Zukunftsvision in diesem Zug sitzen und zusammen mit Herrn B. zur Arbeit pendeln. Die Sendung gibt viel Stoff für Gespräche und zum Nachdenken über die Zukunft, die wir vor zehn Jahren erlebt haben.