Category: DigitalLife

Der Computer kann alles, Oktober 2011

Benannt nach einem Juliane Werding Song – wobei wir uns immer noch nicht sicher sind, ob die Sendung jetzt “Der Computer kann alles”, “weiß alles” oder “Die Computer kann was” heißen wird – ist ein neues netzpolitisches Magazin unter meiner Mitwirkung im Freien Sender Kombinat. Am zweiten Mittwoch im Monat zwischen 17 und 19 Uhr behandeln wir darin aktuelle netzpolitische Diskussionen. Ich habe die zweite Folge vom 12. Oktober heute mal von Musik befreit auf Soundcloud gestellt. Das Hauptthema war der Bundestrojaner, außerdem ging es um die Piratenpartei und ein bisschen auch um Steve Jobs. Beim Trojaner habe ich schon gehört, dass meine Erklärung des Reverse Engineering nicht ganz treffend war. Dafür sind Heinos grundrechtliche Ausführungen um so hörenswerter und ich hoffe, dass wir das Thema in seiner Brisanz insgesamt verständlich gemacht haben. Die nächste Sendung läuft dann am 9. November.

Der Computer kann alles Oktober 2011 by ihdl

I want it, and I want it now

Bei einem Interview ein Smartphone auf den Tisch legen. Die App starten. Es wird ein Audiomitschnitt des Interviews aufgenommen und die Spracherkennungssoftware fertigt zugleich ein Rohtranskript an. Die Wissenschaftlerin kann das Transkript dann später anhand der Aufzeichnung überarbeiten.

Übrigens werde ich immer total ungeduldig und quengelig, wenn ich etwas von Hand zu Fuß machen muss, dessen technische Vereinfachung auf der Hand liegt.

Getrackte Jugend

In der letzten fanbóys Folge (#41 “Blender und Leuchten”) ging es um das neue iOS Feature “Find my Friends” (01:01:15). Im Grunde nichts neues: Damit kann man für ausgewählte Leute den eigenen Standort sichtbar machen. Es überrascht nicht, dass genau diese Dienste bei den allgegenwärtigen Diskussionen über die Privatsphäre in der digitalisierten Gesellschaft besonders gerne als Beispiel benutzt werden. Bei den fanbóys kam das Gespräch auf das Thema Standort-Tracking zwischen Eltern und Kindern. Die These war, kurz gesagt, dass das in Familien wahrscheinlich schon sehr verbreitet ist und sich dort bereits Normen herausgebildet haben, über die der kinderlose Teil der selbsternannten digitalen Elite sich noch die Köpfe heiß redet.

Das glaube ich nicht, denn ich kann mir vorstellen, dass diese Feature erstens auch innerhalb von Familien mit jugendlichen Kindern ziemlich umstritten sind – schließlich machen sich Eltern auch gerne mal Sorgen um die Daten, die ihre Kinder in sozialen Netzwerken scheinbar leichtfertig abliefern. Dann zu sagen, sie sollen per Latitude oder FmF ihre Location übermitteln ist u.U. nicht ganz so einfach zu vermitteln. Zweitens glaube ich nicht, dass sich besonders viele Familien mehrere Smartphones leisten können. Aber das könnte sich ja mit der Zeit ändern. Die Kinder in meinem Umfeld haben alle (noch) keine eigenen Mobiltelefone, so dass ich keine Beispiele aus dem Freundeskreis berichten kann.

Ich kann mich einigermaßen in den Wunsch der Eltern hineinversetzen, zu wissen, wo ihre Kinder gerade unterwegs sind. “Ruf bitte an, wenn du da bist.” Das gab es ja in meiner Jugend auch. Wenn ich mich in die Jugendlichen hineinversetze, kann ich mir vorstellen, dass es eine Gruppe gibt, die das auf jeden Fall scheiße findet. Weil Eltern einfach nerven. Aber diesem Bild der pubertären Rebellen entsprechen ja gar nicht alle. Jugendliche, die eher kooperativ mit ihren Eltern umgehen, haben möglicherweise erstmal kein Problem damit, wenn die Eltern beruhigt sind, weil sie wissen, wo sie sind. Aber was, wenn der Abend mal nicht nach Plan verläuft, man spontan auf eine andere Party geht, auf der die Eltern der Gastgeber_in nicht aufpassen, wo es ein bisschen aufregender und spannender ist. Wenn man dann doch in die Stadt fährt oder in ein Viertel, das nicht so einen guten Ruf hat. Ob die Eltern davon erfahren sollen, kann man sich ja hinterher noch überlegen. Solche Überschreitungen des Verabredeten kommen irgendwann bei den meisten Heranwachsenden vor und das ist ja auch erstmal nichts Schlimmes. Meistens passiert nix, außer, dass es ein bisschen aufregend ist. Wird es das irgendwann nicht mehr geben? War dann der Akku leer? Was, wenn die Akkus irgendwann einen Monat halten und diese Ausrede nicht mehr plausibel ist?

Ich finde das sehr interessant. Was denkt ihr dazu? Seid ihr Erziehungsberechtigte oder Jugendliche, die noch unter der Fuchtel des Elternhauses leben, die diese Debatten selbst erleben? Mich würde auch interessieren, was die Denker_innen der Kontrollverlust und der Post-Privacy dazu sagen. Wird “nicht zu Hause sein” als Raum von potentiellen Möglichkeiten, etwas von den Souveränen des Elternhauses unbeobachtetes zu tun verschwinden und was wird das für Auswirkungen auf die zukünftigen Subjektivitäten haben? Oder wird man sich dagegen wehren, auf diese Weise regiert zu werden?

nrrrdz000015: warum so ruppig?

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In den letzten Tagen hieß es anlässlich der Piraten immer mal wieder, die geringe Beteiligung von Frauen hinge damit zusammen, dass (viele) Frauen mit dem rüden Umgangston nicht gut klar kommen. In der Wikipedia, auf den Piratenstammtischen oder so ganz allgemein im Internet herrsche ein rauer Wind, der viele abschreckt. Zart besaitet? Wir nehmen diese These auseinander, sprechen über das, was passiert, wenn Selbstverständlichkeiten in Frage gestellt werden, die sexuelle Arbeit, die dann zu leisten ist und welche Rolle Beziehungen darin spielen. Außerdem stellt Marlen einen Podcast vor: Dirty Minutes Left von Arne und Holger.
Wir haben zum ersten mal mit dem neuen Equipment aufgenommen. Gut, ne? \o/

Zum Thema der Sendung hat Antje Schrupp aktuell auch etwas geschrieben: Das Märchen von den schüchternen Frauen

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Download (mp3, 34,8 MB, 1 h 12 min)

Heute zeichnen

Wir haben nur noch 14 Stunden 38 Stunden Zeit ((Zwei Anmerkungen (14.09.2011): Irgendwer hat sich verrechnet, darum haben wir jetzt noch einen Tag mehr Zeit. 4806 Unterschriften in zwölfeinhalb Stunden sind zu schaffen, wenn alle noch mal ihre Kontexte mobilisieren. Die Petition läuft heute Abend noch nicht aus, sondern insgesamt noch bis in den Oktober. Eine Anhörung muss es aber geben, wenn sich bis heute Abend 50 000 Zeichner_innen finden.)) und es fehlen noch knapp 20 000 Unterschriften. Für die Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung beim Deutschen Bundestag müssen heute noch 50 000 Unterschriften zusammen kommen. Dann muss es zu einer Anhörung vor dem Petitionsausschuss kommen. Ein Erfolg der Aktion ist dann ein weiteres wichtiges Zeichen an Parlament und Regierung. Und die hat auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts große Lust, im Rahmen der Möglichkeiten Verbindungsstaaten von den Providern speichern zu speichern.
Stattdessen möge der Deutsche Bundestag doch bitte “beschließen, dass die verdachtlose Vorratsdatenspeicherung nicht zulässig ist. Darüber hinaus möge er die Bundesregierung auffordern, sich für eine Aufhebung der entsprechenden EU-Richtlinie und für ein europaweites Verbot der Vorratsdatenspeicherung einzusetzen.”
Was man aus diesen Vorratsdaten herauslesen kann haben Michael Kreil und die Zeit mit dem Datensatz des grünen Bundestagsabgeordnen Malte Spitz gezeigt. Vorräte speichern darf nur der Hamster, also zeichne mit!

nrrrdz000014: auf dem darß

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Mit einer Woche Verspätung präsentieren wir euch ein nrrrdz Spezial: Die Urlaub-Edition. An dieser Stelle noch einmal mit riesigem Dank an alle, die uns geflattert haben und dadurch unsere Unterkunft auf dem Darß mitfinanziert haben. Das Essen im fancy Restaurant haben wir aber selbst bezahlt. Apropos Urlaub: Marlen erzählt, wie es sich mit iPad und Kindle so reist und ob die Reisetagebuch-App My Vacation HD (App-Store Link) was taugt. Außerdem widmen wir uns sozialen Netzwerken: Wir gehen vom Nähkästchen unserer eigenen Nutzung aus und diskutieren über die Vorteile von Following und gegenseitiger Befreundung, Channels und Circles. Ab der nächsten Folge gibt es nrrrdz übrigens endlich in besserer Audioqualität, denn wir haben Equipment besorgt! Darüber werden wir dann in wohligem Klang demnächst berichten.

[podcast]https://www.iheartdigitallife.de/podcast/nrrrdz14.mp3[/podcast]
Download (mp3, 51,2 MB, 1 h 46 min)

Die Datenfresser und post-private Technologien des Selbst

“Die Datensätze werden dann auf dem grauen Markt meistbietend verkauft, nicht selten an Kriminelle, die sie dann für den Identitätsdiebstahl mißbrauchen können”. Immer mehr Menschen müssen Nachts raus. Man muss keine Wissenschaftlerin sein, um sich von solchen Sätzen ein bisschen manipuliert zu fühlen. Aber gut, “Die Datenfresser. Wie Internetfirmen und Staaten sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen” (2011, Frankfurt/Main) ist möglichst allgemeinverständlich geschrieben. Um ihre Zielgruppe (ich vermute, es geht um die $Mutter) zu erreichen, scheint es für Constanze Kurz und Frank Rieger strategisch wichtig zu sein, auf Belege für die von ihnen beschriebenen Entwicklung und Szenarieren weitestgehend zu verzichten.

Es ist leicht, aus einer sich informiert fühlenden Position über diesen Beitrag zur Privatsphären-Debatte zu schmunzeln. Aber immerhin: Sie konkretisieren, was sie mit der Verdatung von Individuum und Gesellschaft meinen und zeigen einige (mehr oder weniger) bedrohliche Konsequenzen auf. Dabei gehen sie über das übliche Halt deine Daten zusammen! hinaus. Unterm Strich lautet der Appel der Sachkapitel über Soziale Netzwerke, Scoring oder Biometrie und die beiden fiktionalen Schreckgeschichten über ein datensammelwütiges Startup und Robert, einen Anwalt im Jahre 2025: Bürger, lasst euch nicht entmündigen! Reflektiert, was ihr tut, ob die Preisgabe von Daten jeweils nötig ist, wem ihr vertraut. “Souveränität über die eigenen Daten bedeutet daher, Handlungsspielräume zu erhalten, nicht heute für alle Zukunft zu entscheiden, was wer wissen soll.” (S. 202) Pseudonyme, falsche Daten, Datensparsamkeit (nicht Askese) sind Handlungsvorschläge gegen den Kontrollverlust. Eines der zentralen Argumentationsmuster von Kurz/Rieger lautet: Daten haben einen Wert. Cui bono und wer ist der Dumme?

Es mag ihnen jedoch nicht so recht gelingen, meine Angst um die Privatsphäre anzufeuern. Vielleicht habe ich mich ja schon angesteckt mit diesem Post-Privacy-Virus? “Der soziale Umgang mit Menschen, die keine Privatsphäre-Manieren haben oder gar offensiv Post-Privacy-Ideologien vertreten, kann im Ernstfall ähnlich riskant sein wie intimer Umgang mit habituellen Safe-Sex-Verweigerern.” (S. 205) Im Konflikt zwischen Datenschutz und Post-Privacy werden die diskursiven “Gegner” radikal pathologisiert, und zugleich wird die Privatsphäre sexualisiert und in einem heteronormativen Rahmen aufgespannt. Gefährlich wird’s wenn rauskommt, dass Du schwul, queer und pervers bist (vor allem in der Provinz!). Die diskursive Funktion von Queerness in aktuellen Datenschutz, aber auch in den Post-Privacy Diskursen (Coming Out als verallgemeinerte Methode der Emanzipation) erfordert eine eigene Analyse.

Wenn Post-Privacy doch so ein “realitätsfernes Gedankenexperiment” (S. 252) sein soll, stellt sich die Frage, warum post-private Technologien des Selbst für viele scheinbar unbedrohlich, spannend, gar erfolgsversprechend sind (und auch wenn Machtverhältnisse auch hier eine Rolle spielen bekomme ich auf Twitter bei weitem nicht nur Einblicke in die Lebensrealitäten weißer, heterosexueller Mittelstandsmänner). Kurz und Rieger schreiben, dass Privatsphäre “kein einfach zu verstehendes Konzept ist, das sich in simplen Schlagworten verkaufen läßt” (S. 204). Es bietet “Schutz vor der Macht anderer – sei es dem Staat oder dem Chef. Es schützt vor unangemessener Belästigung, aber auch vor der Asymmetrie von Machtverhältnissen. Gleichzeitig bewahrt es den gegenseitigen Respekt, die Individualität, letztlich die Menschenwürde.” (S. 205) Und schließlich, eine Aussage des Juristen Edward Boustein von 1964(!) zitierend (ohne Quellenangabe): “Es ist der Schutz der Privatsphäre, der den Menschen vor dem Druck des Konformismus bewahrt.” (S. 271)

Die Antwort, die “Datenfresser” auf die Frage, woher die Lust an der Offenheit/Öffentlichkeit kommt, gibt, ist einfach: Sie ist Resultat von hauptsächlich privatwirtschaftlicher Manipulation, die geschickt genug waren, ihre Begehrlichkeiten in die Gestaltung von Technologien (location based services, soziale Netzwerke, die cloud) einzuschreiben. Gesellschaftsanalytisch muss an dieser Stelle jedoch auf neoliberal-gouvernementale Machtformationen verwiesen werden: Es geht in unserer heutigen Zeit nicht mehr so sehr um den Konformismus der Masse. Normativität hat sich verschoben, subjektive Differenz ist für viele zum kulturellen Kapital geworden. Unter diesem Licht betrachtet werden post-private Selbsttechnologien verstehbar, aber auch kritisierbar. Doch diesen analytischen Schritt zu machen steht noch aus.

Nachbericht: Social Media Politik und Queer-Feministisches Bloggen

Am Samstag war ich in Hannover, um bei der Tagung Social Media Politik einen Workshop über Frauen_Lesben_Trans* in der digitalen Welt und queer-feministisches Bloggen durchzuführen. Trotz des Stichwortes DIY habe ich beim “Workshop” die meiste Zeit geredet und konnte den Teilnehmer_innen so hoffentlich einen Einblick in die (queer-)feministische Netzszene geben. Es war mir wichtig zu zeigen, wie das eigentlich konkret aussieht mit der Vernetzung, welchen Stellenwert Blogs und andere Medien darin spielen und was für Projekte dabei entstehen können. Ganz durchgekommen sind wir nicht, und ich hatte auch den Eindruck, dass die Teilnehmer_innen sich das Ganze doch praktischer gewünscht hätten. Zum einen hatten aber nicht alle Notebooks zur Verfügung. Zum anderen bin ich nicht sicher, was sinnvollerweise praktisch gemacht werden kann in einem zweistündigen Workshop, bei dem eben nicht klar ist, ob überhaupt alle anfangen wollen zu Bloggen oder zu Twittern. Allerdings konnte ich die Gelegenheit nutzen, den Leuten Etherpads zu zeigen. Dazu hatte ich ein Pad mit Links zu Seiten, Tools und Projekten, die im Vortrag vorgekommen sind, angelegt. Ich bin nicht sicher, ob das alles richtig angekommen ist, aber sie haben es mal gesehen und eine hat auch was reingeschrieben. Bei dem ganzen Web 2.0 Zeug gilt ja wahrscheinlich auch, dass eine es einfach mal ausprobieren muss, dabei aber die Berührungsängste und Lerngeschwindigkeiten einfach sehr unterschiedlich sind.

Für den Input habe ich zum ersten Mal mit Prezi gearbeitet. Meine eigene Lernkurve dabei zu beobachten war interessant. Am Anfang fand ich es frustierend, nach einer Stunde rumprobieren hatte ich es dann aber raus und im Laufe eines (unkontinuierlich durchgearbeiteten) Tages alle möglichen Features verstanden. Und siehe da: Es hilft tatsächlich, um von den bösen Bulletpoints von herkömmlicher Präsentationssoftware wegzukommmen. Schön ist auch, dass man Prezis anderen online zur Verfügung stellen kann.

Leider hatte ich keine Zeit, nach dem Workshop noch Feedback einzuholen. Falls eine_r von euch das hier liest, schreibt mir gerne was dazu! Ich fand die Frage besonders interessant, wie die Produktionsbedingungen von queer-feministischem Bloggen eigentlich sind, also wie viel Zeit Leute investieren und wie sie ihr Engagement finanzieren.

Erstaunlich viel Spaß gemacht hat mir auch die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema “Entwicklungsszenarien digitaler Gesellschaften. Repression oder Transparenz? Überwachung oder Informationsfreiheit?” Julia Seelinger (@zeitrafferin), Jürgen Kuri (@jkuri) und ich beantworteten die Fragen des Moderators Heiko Idensen (@web2write) und des Publikums. Kontrovers war es nicht, aber ich fand die Gesprächsatmosphäre nett und vielleicht haben wir beim Publikum die ein oder andere Überlegung zum Thema angestoßen. Das Podium wurde von einem Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg Stiftung aufgenommen und wird dann vermutlich irgendwann online zu sehen sein.

Workshop in Hannover: Social Media Politik

Am 25. Juni 2011 bin ich auf der Veranstaltung “Social Media Politik – … oder wie wir Wikileaks, Facebook, Twitter & Co. für die politische Öffentlichkeit nutzen können” in Hannover. In meinem Workshop geht es um queer-feministisches Bloggen und Frauen_Lesben_Trans* als politische Akteur_innen im Netz. Ich werde darin viele Blogs, Podcasts und Projekte vorstellen und den Teilnehmer_innen ein paar Grundlagen an die Hand geben, um selbst aktiv zu werden.

Do it yourself …
Ein Workshop über Frauen_Lesben_Trans* in der digitalen Welt und queer-feministisches Bloggen

Das politische Blog ist bei Weitem nicht die Männerdomäne, als die es uns durch die Überrepräsentanz sogenannter Alphablogger erscheint. Im Workshop diskutieren wir über Hoffnungen und Befürchtungen, die mit dem öffentlichen Publizieren von politischen Analysen und Kommentaren im Netz verbunden sind, betrachten die Möglichkeiten und Grenzen verschiedene Publikationsformate wie Blogs, Podcasts, Twitter, Kommentare und Online-Zeitschriften und analysieren Geschlechterverhältnisse im Netz.

Gerade schlage ich mich mit der Frage rum, welchen Stellenwert die Trolle darin haben sollen. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass dieses Thema auf großes Interesse stößt. Allerdings so sehr, das es die Diskussion zu dominiert und es dann nur noch um den Umgang mit den negativen Aspekten des Publizierens im Netz, die Nervereien und Bedrohlichkeiten geht. Viele haben schon in den Kommentarspalten von großen Tageszeitungen erlebt, wie Getrolle und destruktive Kommentator_innen funktionieren und sind entsprechend abgeschreckt, ihre Zeit in (politische) Diskussionen im Netz zu stecken oder sogar selbst als Autor_in aktiv zu werden. Also lieber klein halten? Gar nicht ansprechen? Die Diskussion wird so oder so aufkommen, zumal hatr.org sicher eine Rolle spielen wird. Ich würde mich über Anregungen dazu freuen!

Das Programm der Veranstaltung ist übrigens auch ansonsten sehr interessant: Es gibt einen Eröffnungsvortrag von Caja Thimm zur Kulturgeschichte der Kommunikation, insgesamt vier parallele Workshops und ein Abschlusspodium zu “Entwicklungsszenarien digitaler Gesellschaften – Repression oder Transparenz? Überwachung oder Informationsfreiheit?” mit Heiko Idensen, Julia Seeliger, Jürgen Kuri und mir. Veranstaltet wird Social Media Politik vom Kulturzentrum Pavillon, Stiftung Leben und Umwelt/Heinrich Böll Stiftung in Niedersachsen und Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V.. Der Eintritt kostet 5 Euro und ist für Menschen mit Aktivpass und Schüler_innen kostenfrei.

nrrrdz000013: kollaboratives

nrrrdz logo

Eine neue Folge Nrrrdz. Heute ohne das Zischen von Hackerbrause, aber dafür mit knackendem Hasem (danke Christian!), Knabbergeräuschen und turbulenter Jungkatze. Wir beschäftigen uns mit dem Gendercamp – einem feministischen, netzkulturellem Barcamp in Entwicklung. Beschäftigt hat uns auch das Derailing for Dummies Übersetzungsprojekt. Ein schönes Beispiel für aus Vernetzung entstehende ad hoc Kollaboration mit schicken Tools. Über solche Sachen wird Kathrin demnächst auch in einem Workshop in Hannover etwas erzählen, während Marlen mit iPad und Phone auf die Reise geht.

[podcast]https://www.iheartdigitallife.de/podcast/nrrrdz13.mp3[/podcast]
Download (mp3, 58,8 MB, 2 h 02 min)

Amselcam
Abroadband
Gendercamp
Gendercamp Doku auf Posterous
Gendercamp Chat
Derailing for Dummies
Socialmediapolitik in Hannover
Medienradio