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Alles muss raus!

Was für ein toller Kommentar von beaha bei dieStandard:

Nicht nur der Körper, auch der Darm, Stoffwechsel und Verdauung müssen fit sein, denn die Direktive lautet: Sichtbares oder Unsichtbares – es muss weg, oder: Es muss raus. Was weg und was raus muss, entscheidet aber nicht unser “Bauchgefühl”, sondern vielmehr das der VerdauungsfetischistInnen, die ihre Fit = Schön = Gesund-Vorstellungen gern auf unsere privatesten Körperfunktionen ausdehnen.

Was wäre das ganze Selbstmanagement ohne die innovative Lebensmittelindustrie und ihre Werbeargenturen? Seit dem ich dieses Video vor einiger Zeit bei Feministing gesehen habe, kringele ich mich jedes Mal vor lachen, wenn im Fernsehen Joghurtwerbung läuft. Das hilft bestimmt auch beim Verdauen:

Zweite Ausgabe der Liminalis

Liminalis – Zeitschrift für geschlechtliche Emanzipation” ist eine Online-Veröffentlichung, die zurzeit auf Deutsch und Englisch vorliegt (Spanisch kommt in der nächsten Ausgabe dazu). Sie besteht aus Artikeln unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen, Essays und künstlerischen Beiträgen und verfolgt das Ziel, in einer entpatologisierenden und entexotisierenden Weise (soziale) Bewegung und (kritische) Wissenschaft zusammen zu bringen.

Ausgangspunkt dieser Ausgabe der Liminalis sind Erfahrungen vieler Intersex- und Transgendermenschen mit Pathologisierung durch den medizinischen und rechtlichen Apparat in unserer Gesellschaft sowie durch kulturelle, politische und auch sprachliche Systeme, in denen kein Platz ist für eine positive Identifikation oder auch nur ein würdevolles Leben. Eine Emanzipation davon kann durch verschiedene Wege erfolgen. In dieser Ausgabe der Liminalis werden akademische, essayistische und künstlerische Versionen einer Auseinandersetzung mit möglichen Formen einer solchen Emanzipation vorgestellt. Die Beiträge in dieser Ausgabe beschäftigen sich mit den rechtlichen, sprachlichen und künstlerischen Möglichkeiten, eine heteronormative Zweigeschlechterordnung aufzubrechen und zu verändern.
Wir freuen uns in dieser Ausgabe nicht nur dekonstruktivistischen Ansätzen einen Raum geben zu können, sondern auch konkreten Vorschlägen, wie eine andere, nicht-pathologisierende, nicht-exotisierende Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen aussehen könnte. (aus dem editorial)

Die Artikel liegen innerhalb der Website als PDF vor, was ich persönlich etwas ungewohnt finde, obwohl es eigentlich ganz praktisch ist. Das wirkliche Problem ist natürlich wie immer die Zeit, die ich bräuchte, um die ganzen interessanten Sachen im Netz auch zu lesen.

Viva la revolutión

Am 2. August wird in der Roten Flora eine Soliparty alternativ zum Hamburger CSD gefeiert, die unter dem Motto wat mutt dat mutt – für eine queere revolution steht.

flyerausschnitt flyerausschnitt hinten

Klick auf die Ausschnitte um den ganzen Flyer von vorne und hinten zu sehen.

eine andere herangehensweise

die fische stinken bis zum himmel: toter fisch* als symbol für homosexuelle und heterosexuelle gleichstellung. ‘butter bei die fische’: ‘fische’: im Sinne von ‘jetzt werden tatsachen geschaffen’ > ‘jetzt müssen greifbare ergebnisse her’ oder ‘die konkreten wichtigen maßnahmen dürfen nicht mehr länger auf die lange bank geschoben werden’: Jetzt muss ‘butter bei die Fische’ – eben.
was für butter an welche fische? süss, salzig, gepöckelt, geräuchert, einfach tot: oder LEBEN die etwa noch – die fische? ‘butter bei die fische’: also, dazu fällt dann auch nicht mehr viel ein. allenfalls: einfältig bis gleichschaltung, anstatt gleichstellung.
‘WAT MUTT DAT MUTT’: dahinter verbergen sich einzelne gruppierungen selbstorganisierter veranstalterInnen queerer, lesBiSchwuler oder transgender u.a.Kulturräume, die am höhepunkt der diesjährigen csd-veranstaltung, den tag der parade, eine alternative, nicht kommerzielle veranstaltung in den räumen der roten flora stattfinden lassen: fernab von sponsoring und gay-establishment.
dabei geht es uns um viel mehr als präsenz zu zeigen: es geht darum die diskurse über bestehende Strukturen, Leitbilder und gesellschaftliche Muster LEBENDIG (vs. toter fisch) darzustellen, die vielfältigkeit und heterogenität in den sozialen zusammenhängen aufzuzeigen und für selbstbestimmtheit und authentizität zu plädieren.
wir distanzieren uns von der gleichstellungs-polemik des offiziellen hamburger csd 2008. gleichstellung bedeutet nicht: assimilieren in heterosexuelle normalitäten und normativitäten.
wir distanzieren uns von einer parade, die kommerzialisierten und ritualisierten charakter hat.
eben weil sich: das motto ‘butter für die fische’ wie warme butter ‘anhört:leicht, schmeichelhaft, problemlos, angenehm,verführerisch…,ist gerade nicht ‘alles in butter’.
WAT MUTT DAT MUTT >> anders_gleich-WERTIG.

Konstruiert

Gestern schrieb ich ja, dass es wünschenswert wäre, wenn Journalist_innen sich auch mal mit konstruktivistischen Theorien auseinander setzen würden. Nach dem ich eine Kurzbesprechung zum Film XXY bei Intro.de gelesen habe, bin ich mir darüber nicht mehr so sicher:

Ungewöhnlich, aber wahr: Die junge Alex ist Mädchen und Junge zugleich, meinen zumindest ihre Geschlechtsteile. Was sich erst einmal ungemein praktisch anhört, kann allerdings auch sehr belastend sein, vor allem, wenn die nähere Umgebung darauf nicht so klar kommt. Das fängt in Alex’ Fall schon bei den Eltern an, wird aber auch nicht besser in der uruguayischen Provinz, wo die Menschen noch nicht so viel Erfahrung mit sozial konstruierten Gender-Differenzen haben. Um es mal milde auszudrücken.

Während der Textanfang wohl ein schlechter Scherz sein soll, frage ich mich: Provinzler haben wenig Erfahrung mit sozial konstruierter Gender-Differenz? Was soll das heißen? Da hat wohl jemand in der Uni nicht richtig aufgepasst, den Begriff aufgeschnappt, aber das Konzept nicht verstanden.

Immer dieser Wille zum Wissen


Miriam erklärte vorgestern in einem Post bei Feministing, warum sie ein ungutes Gefühl hat, wenn es um wissenschaftliche Studien geht, die sich mit sexueller Differenz beschäftigen: Why I don’t like scientific studies about sexuality

Da neulich diese Forschungsergebnisse über homosexuelle und heterosexuelle Gehirne (sic!) durch die Presse gingen, laut denen die Gehirne von Schwulen denen von heterosexuellen Frauen ähneln, und die von Lesben denen von heterosexuellen Männern, fand ich es sehr schön, auf Miriams Text gestoßen zu sein: Read more

Geschlechterperformativität in Harburg

Mal was netteres als diese sch*** Hochschulpolitik.

Zwei Abende zum Thema Geschlechterperformativität

Sonnabend, den 28. Juni 2008
20 Uhr William Wheeler: “Border-Strip” – eine Striptease-Performance mit Musik und Video-Animationen
21 Uhr Tim Stüttgen aka Timi Mei Monigatti

Sonntag, den 29. Juni 2008
18:30 Uhr Geschlechterperformance bei Judith Butler – kurze Einführung in einige zentrale Begriffe zur Geschlechterkonstruktion bei Judith Butler durch Christina Ruppert
19:30 Uhr “one hand on open” – ein experimenteller Animationsfilm von Stefan Pente und William Wheeler, 2008. Länge 86 min., englisch. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum Gespräch mit den Regisseuren

im Rahmen der Ausstellung:

Reihe:Ordnung sagt – SEX
mit Stefan Pente
Ausstellung: 27. April bis 13. Juli 2008
Öffnungszeiten: Mi. bis So. 14 bis 18 Uhr

Mit der Ausstellung Reihe:Ordnung sagt – SEX setzen wir unseren im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren
ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. SEX ist der vierte Teil der Reihe und wird mit Stefan Pente erstmalig als Einzelausstellung realisiert.

Die Konstruktion von Identität ist das zentrale Thema des in Zürich und Berlin lebenden Künstlers Stefan Pente. Er beschreibt Sex in seiner Ausstellung für den Kunstverein Harburger Bahnhof als ein Verhältnis von Körper, Blicken und Raum.

Noch mehr Informationen dazu stehen in diesem PDF (56,3 KB).

Der AStA und die Teilautonomie – ein vorerst letzter Bericht


Vorweg: Ich habe den Liveblogging Beitrag an dieser Stelle wieder von der Seite genommen. So lustig war es ja doch nicht.

Am gestrigen Abend fand an der Uni eine weitere Sitzung des Studierendenparlamentes statt. Diese Sitzungen sind sehr spezielle Veranstaltungen, und werden von manchen gerne als politisches Improvisationstheater bezeichnet. Thema der gestrigen Sitzung war unter anderem der Haushaltsplan, in dem zum einen Kürzungen bei den Teilautonomen Referaten vorgesehen waren, und zum anderen das teilautonome Frauenreferat nicht mehr auftauchte, nachdem es vom AStA (und nicht etwa von einer Frauenvollversammlung) aufgelöst und in das Sozialreferat integriert wurde. Schließlich war dem AStA aufgefallen, dass Frauen an der Uni zahlenmäßig gar keine Minderheit darstellen, und Gleichstellung ein so wichtiges Thema ist, dass nur der AStA es in seiner unnachahmlichen Art effektive und funktionierende Politik für benachteiligte Gruppen machen kann.
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“Feminisms and Activisms” zum runterladen

Die vierte Ausgabe der Annual Review of Critical Psychology (ARCP) mit dem Thema Feminisms and Activisms wurde 2005 von Alexandra Zavos, Barbara Biglia, Jude Clark und Johanna Motzkau herausgegeben. Die komplette Ausgabe kann kostenlos heruntergeladen werden (via nextgenderation’s mailingliste, by the way). Das Inhaltsverzeichnis verspricht eine internationale, multidiszipinäre Perspektive. Am meisten angesprochen hat mich auf den ersten Blick übrigens der Text “Housewives, maids, cleaning ladies and caregivers in general: Care in the communication continuum” von den Precarias a la Deriva.

Aufruf und offener Brief zur Situation der Teilautonomen Referate an der Uni Hamburg

Nachdem der Blog jetzt wieder geht – der Server war kaputt – poste ich schnell mal den aktuellen Aufruf zum Protest gegen die Politik des Hamburger AStAs:

Für eine unabhängige Vertretung und gegen Bevormundung – gegen die Abschaffung des Frauenreferates!

Teilautonome Referate sind schon seit über 20 Jahren Bestandteil der Strukturen der Verfassten Studierendenschaft. Der neue AStA plant nun massive Einschränkungen unserer unabhängigen Arbeit. Das Frauenreferat soll gar ganz abgeschafft werden.

Die Teilautonomen Referate setzen sich für benachteiligte Gruppen an der Universität ein. Sie sollen einen Raum darstellen, in dem es möglich ist, Diskriminierungen zu benennen und diesen gemeinsam entgegenzutreten – abseits der Dominanzen und Hierarchien der Mehrheitsgesellschaft, die sich auch im AStA widerspiegeln.

Derzeit existieren vier Teilautonome Referate im AStA:

  1. Frauenreferat
  2. Ausländerreferat
  3. LesBISchwulTranSM polymorph perverses Referat
  4. Interessengemeinschaft behinderter und chronisch kranker Studierender

Die Teilautonomen Referate sind den AStA-tragenden Listen ein Dorn im Auge. Da die ReferentInnen der Teilautonomen Referate von den jeweiligen Vollversammlungen gewählt werden, sind sie damit unabhängig von dem derzeitigen AStA (der sich hauptsächlich aus SPD- und FDP-NachwuchspolitikerInnen rekrutiert). Das passt dem AStA nicht und so hat er in den letzten Wochen alles unternommen, um die Handlungsfähigkeit dieser Referate einzuschränken. Im Haushalt plant der AStA eine Kürzung unserer Gelder um über 20.000 Euro (ein Drittel der Mittel, die uns derzeit zur Verfügung stehen). Gleichzeitig genehmigte der AStA-Vorstand sich und seinen Publikationen 19.000 Euro mehr. Eine Besetzungsaktion nahm der AStA zum Anlass, mehrere ReferentInnen für “abberufen” zu erklären. Auch ansonsten war er nicht zimperlich: Der Finanzreferent hinderte beim Campus Open Air einen Referenten mit Gewalt daran, eine Solidaritätserklärung für die Teilautonomen Referate zu
verteilen.

Zu guter Letzt möchte der AStA nun das Frauenreferat abschaffen, und so hat der Drei-Männer-AStA-Vorstand dieses Referat aufgelöst und in das Sozialreferat eingeordnet. Frauen seien keine “Minderheit” und bräuchten deshalb keine unabhängige Vertretung. Grund für die Teilautonomen Referate ist aber nicht allein deren Minderheitenstatus, sondern die strukturelle Benachteiligung, die die unterschiedlichen Gruppen bis heute erleben. Dies gibt der AStA in seiner Stellungnahme sogar zu.

Welchen Stellenwert Gleichberechtigung aber für den AStA-Vorsitzenden hat, zeigt sich schon in einer Äußerung des AStA-Vorsitzenden Benjamin Gildemeister gegenüber dem Abendblatt: Der Zustand der Gebäude, nicht aber “Geschlechtergerechtigkeit” sei ein “wirkliches Problem” an der Uni. Insofern benötigen wir eine unabhängige Vertretung dringender denn je!

Wir wollen uns diese Bevormundung nicht länger gefallen lassen!
Beschwert Euch beim AStA und kommt zur

Versammlung am Montag 23.6. um 16 Uhr in die T-Stube rauchfrei (Pferdestall, Allende Platz 1)

Sitzung des Studierendenparlamentes am Dienstag 24.6. um 19 Uhr in den Hörsaal der Erziehungswissenschaften und unterstützt uns dort

Das Institut für Queer Theory hat einen Offenen Brief zu Situation in Hamburg veröffentlicht:

Gegen die Abschaffung des Frauenreferats des AStA der Universität Hamburg

Mit der Auflösung des Frauenreferats sowie den Mittelkürzungen der teilautonomen Referate verschreibt sich der AStA der Universität Hamburg einer in doppelter Hinsicht anti-demokratischen Politik: Er betreibt – noch dazu mit autokratischen Methoden – Interessenpolitik, statt sein Mandat als Vertretung der gesamten Studierendenschaft aufzufassen. Und er untergräbt die politische Partizipation derjenigen, für die Selbstorganisation in teilautonomen Referaten Möglichkeiten der politischen, sozialen und kulturellen Artikulation und Partizipation darstellt, die ihnen aufgrund struktureller Benachteiligungen verwehrt oder erschwert ist.

Demokratische Politik ist nicht „Politik der Stärkeren“ oder Privilegiensicherung, sondern orientiert sich an gesellschaftlichem Interessenausgleich und sozialer Gerechtigkeit.

Gegen eine Politik, die auf die Herrschaft dominanter gesellschaftlicher Kräfte und die Festschreibung struktureller Ungleichheit setzt.

Für den Erhalt ressourcenstarker teilautonomer Referate.

Berlin, 20.06.08
Antke Engel, Institut für Queer Theory (Hamburg/Berlin)

Gleichstellungspolitik wird Chefsache

Zumindest soll Gleichstellungspolitik im AStA der Uni Hamburg jetzt zur Kernangelegenheit werden. KernAStA nennen sich die vom Studierendenparlament gewählten Vertreter der Studierendenschaft in Abgrenzung zu den vier teilautonomen Referaten. Das Frauenreferat, das bisher basisdemokratisch von der Frauenvollversammlung gewählt wurde, soll jetzt aufgelöst werden. Dies geschieht, nachdem bei der letzten Frauenratswahl die amitierenden und sehr aktiven Referentinnen einer aus dem Nichts auftauchenden Konkurenzliste ohne Programm unterlagen. Um Gleichstellungsfragen soll ich in Zukunft das Sozialreferat kümmern.

Weiterhin ist der AStA der Meinung, dass Frauen an der Uni zwar keine Minderheit (mehr) darstellen, aber noch immer mit Diskriminierungen aufgrund ihres Geschlechts zu kämpfen haben. Da die Gleichstellungsproblematik also die Mehrheit der Studierenden betrifft, hat der AStA sich dafür entschieden, die Frage der Gleichstellung nicht mehr in der Struktur einer Minderheitenvertretung zu belassen, sondern in den Kern-AStA zu integrieren.

Mehr dazu auf der Homepage des AStAs. Der Plan ist, in Anbetracht der Geschichte der teilautonomen Referate und der gesellschaftlichen Zustände, ein Skandal, aber immerhin aus mathematischer Sicht bestechend einleuchtend.