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Missy am Kiosk oder im Briefkasten

Aufgrund eines Serverumzugs war i ♥ digital life diese Woche zwischenzeitlich off, und einige Links, die ich für euch bei delicious hinterlegt hatte, sind nicht durchgekommen. Ich möchte darum noch mal auf Jokerines exzellentes Post zur Kommentarpolitik auf feministischen Blogs hinweisen, den sie anlässlich der Schließung der Kommentare auf dem Genderblog geschrieben hat. Den Link zum Bereicht über die Smash §218 Kundgebung in Berlin habt ihr sicher in vielen anderen Blogs schon gefunden.

Last but not least: Der Erscheinungstag der ersten Missy-Ausgabe ist raus! Ich weiß ja, sie wollten die erste Nummer ganz bestimmt eigentlich an meinem Geburtstag bringen, aber weil der dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, mussten sie den Tag darauf nehmen … Checkt Missy am 20. Oktober am Kiosk aus, oder abonniert 4 Ausgaben für 18 Euro (Jahresabo Inland) oder 25 Euro (Ausland). Jede_r weiß: Beim Abo bleibt mehr Geld bei den Produzentinnen des Heftes, und die Aboprämien sind auch nicht von schlechten Eltern. Ich habe abonniert, und bin natürlich gespannt, ob das Heft meinen Erwartungen gerecht wird.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Ich bin übers Wochenende in Berlin. Wenn jemand erstmalig kommentiert, muss ich das freischalten, und jetzt wisst ihr Bescheid, warum es zu Verzögerungen kommen könnte.

Zwei feministische Werkstätten und eine Veranstaltung zum Grundeinkommen

Nach der Sommerpause nimmt die Feministische Werkstatt in Hamburg wieder ihre zwei-monatliche Routine auf. Für Oktober und Dezember sind Veranstaltungen zu Arbeit/Arbeitszeitverkürzung und zum Aufbrechen heteronormativer Familienbilder geplant. Zwei sehr spannende Themen, und der Film “natürlich: kai“, der im Dezember gezeigt wird, ist wirklich toll! Im Oktober wird es außerdem eine weitere Veranstaltung zum bedingungslosen Grundeinkommen geben. Zeit, Ort und Details nach dem Klick!
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Was zum Lesen: Ökonomie und Queer Theory

In den letzten Wochen durfte ich mich anlässlich einer Prüfung mal wieder verstärkt mit Poststrukturalismus, Queer und Ökonomiekritik befassen. Auf twitter hatte mich @signifikanten gebeten, eine Literaturliste zu erstellen. Ich nehme das zum Anlass, ein paar der Texte vorzustellen, die ich im Zuge der Prüfungsvorbereitung oder früher schon mal gelesen habe.

Ob man Produktions- und Klassenverhältnisse mit diesem postmodernen Zeichengedöns überhaupt zu fassen bekommt, wird ja immer wieder angezweifelt, und trotz Neo- und Postmarxismus wird der Kapitalismus häufig noch als letzte Instanz konzeptualisiert, und das ist mit dem Anti-Essentialismus von Poststrukturalismus und Queer schwer vereinbar. Eine lesenswerte Kritik von queeren Theorien und Politiken formuliert Rosemary Hennessy in “Profit and Pleasure“. Hennessy beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Kapitalismus und sexuellen Identitäten. Für sie ist das kapitalistische Klassenverhältnis der “Kern menschlicher Beziehungen”, und insofern verwundert es auch nicht, dass der Kapitalismus seine Finger im Spiel hat, wenn es um die Formierung von sexuellen Identitäten und Lebensstilen geht. Hennessys Kritik kann ich in Teilen nachvollziehen, die Lektüre lässt mich aber theoretisch sowie in Hinblick auf die politische Perspektive unbefriedigt zurück.
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Jenseits von Männlichkeit – Essays im Netz

Beyond Masculinity. Essays by queer men on gender and politics – das sieht verdammt gut aus: Schickes Design, Kommentar- und Suchfunktion, und sowohl auf der Website als auch als PDF lesbar; außerdem sind die Texte als MP3 und Podcast erhältlich. Wow! Und das Thema ist auch spannend, es geht nämlich um Männlichkeiten im Kontext progressiver Geschlechter- und Sexualitätenpolitik.

Beyond Masculinity is a groundbreaking collection of 22 provocative essays on sexuality, gender, and politics — all written by gay, bisexual, transgender, and queer men. Part audiobook, part-blog, and part-anthology, brings together a smart, diverse group of queer male writers all critically examining maleness and the construction of masculinity and gender norms for men. Contributions focus on five key areas: Desire, Sex and Sexuality; Negotiating Identities; Queer Feminist Politics; Beyond Binary Gender; and Transforming Masculinity.

Did we mention that it’s free?
That’s right – you don’t need to pay a dime. With the click of a button, you have at your fingertips not only the 22 essays included in this project, but also audio recordings of most authors reading their essays! And, on top of all that, we’ve provided PDF versions that more closely resemble traditional book publications for educators to use in the classroom. You’re welcome! And, yea, we accept donations.

Putting the Internet to work.
Beyond Masculinity was originally conceived in 2005 as a traditional published anthology featuring essays from queer male writers, activists, and scholars. But we realized that by publishing online, we could reach a much wider audience at a lower cost – all without knocking down any trees! Even better, new technology allows users to interact with online material like never before. You like that essay? Comment on it! Built on the back of MovableType’s powerful blogging software, this site makes space for your voice as readers, too. It’s called Web 2.0 – make the most of it!

Gutes Thema, zeitgemäße Umsetzung: It’s queer, it’s green, I like it ;-)

Panel zu queer/feministischen Politiken auf dem Femmes ‘R’ Us

Spannend spannend, die Veranstaltung vom Institut für Queer Theory nächste Woche im Rahmen des “Femmes ‘R’ Us” Festivals. Aber in Berlin, und ich bin im Urlaub.

Feminismus – Staatsaufgabe? Wirtschaftsfaktor? Revolte?
Feminism – government’s mission? economic factor? insurrection?

Feminism – government’s mission? economic factor? insurrection?
Who are the actors in feminist politics today? Did feminism turn into a field of official politics, defined by president’s election campaigns, federal administration, global economic strategising, and academic career management? Does it make any sense at all to combine the terms feminism and insurrection today? And secondly: How does feminist practice deal with the fact that gender relations are no longer understood as structured exclusively by the category of gender, but by various processes of social differentiation like education, post/colonialism, economic globalization, racism, heteronormativity? The idea of a simple binary of male versus female is widely challenged. How is this insight taken up by feminisms? Is queer feminism a promising answer to these questions?

Fr 08. August 08 17:00-20:30 Radialsystem, Berlin-Ostbahnhof, Holzmarktstr. 33

panel on queer/feminist politics (in English)
> inputs and discussion with

María do Mar Castro Varela (Berlin)
Marina Gržini? (Ljubliana, Slovenia)
Rosa Reitsamer (Vienna, Austria)
Tiina Rosenberg (Lund, Sweden)
Chris Straayer (New York, U.S.)
Tim Stüttgen aka Timi Mei Monigatti (Berlin)

moderated by / moderiert von
Antke Engel (Institute for Queer Theory, Berlin)

as part of the Festival / im Rahmen des Festivals
Femmes ‘R’ Us. Feminismus in Pop – Musik – Kunst – Film heute
7.-16. August 2008
RADIALSYSTEM V, Holzmarktstr. 33, Berlin-Ostbahnhof
curated by / kuratiert von Ina Wudtke and/und Christine Lang
http://www.femmes-breaks.com/

Petition gegen die Abschaffung des Frauenreferates

Student_innen an der Uni Hamburg haben eine Online-Petition eingerichtet, um Unterschriften gegen die Abschaffung des Frauenreferates durch den AStA der Uni Hamburg zu sammeln.

Gegen die Abschaffung des Frauenreferats!

Am 13.6.2008 gab der gegenwärtige AStA der Universität Hamburg (bestehend aus Juso- Hochschulgruppe, WiWi-Liste, Mediziner-Liste, Jura-Liste, Liberaler Hochschulgruppe, GeiWi-Liste und MIN-Liste) bekannt, dass er das Frauenreferat abschaffen will. Mittlerweile wurde dieser Entschluss auch bereits im neuen Haushaltsentwurf umgesetzt.
Das Frauenreferat existiert seit über dreißig Jahren und wurde gegründet um den patriarchalen und sexistischen Strukturen in dieser Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. Dieser Raum, geschaffen zur Selbstorganisation von Frauen, der Stärkung ihrer Interessen und Ort der Ermächtigung, soll nun schlichtweg abgeschafft werden. Gleichstellungspolitische Aufgaben sollen vom Sozialreferat des AStA wahrgenommen werden. Der AStA verfolgt damit eine bevormundende Politik. Es geht um mehr als eine erfolgreiche Integration ins Bestehende.
Hiermit fordern wir die Anerkennung der selbstgewählten und -geschaffenen Strukturen des Frauenreferats. Des Weiteren fordern wir die damit verbundene Zurücknahme der Abschaffung und die Sicherung der Finanzmittel in mindestens der bisherigen Höhe.

Außerdem wurde jetzt ein Blog eingerichtet, in dem Informationen rund um den Protest gegen die Abschaffung gesammelt werden sollen. Dem AStA scheinen die unabhängigen, teilautonomen Referate als Interessenvertretung verschiedener benachteiligter Gruppen (Frauen, Nicht-normativ-Heterosexuelle, Ausländer_innen und chronisch Kranke/behinderte Studierende) ein Dorn im Auge zu sein. Im Laufe des Sommersemesters hatte der AStA nun überraschenderweise festgestellt, dass Frauen an der Uni Hamburg keine zahlenmäßige Minderheit sind, und sich demnach auch der (Kern-)AStA der Gleichstellungspolitik annehmen könne. Kurzerhand wurde das Frauenreferat samt Haushaltstitel abgeschafft. Um gegen diese paternalistische Politik zu protestieren, unterstützt das Frauenreferat mit eurer Unterschrift und verlinkt die Petition auf euren Blogs!

Taz Kommentar zu Thomas Beatie – Verstoß gegen Pressekodex?

Als in der vergangenen Woche in der Taz ein Pro/Contra Artikel zur Schwangerschaft von Transmann Thomas Beatie erschien, löste der Text von Arno Frank zur Frage, ob Beatie nun Vater oder Mutter sei, eine Vielzahl von Reaktionen aus. Obwohl die Taz auf dem Küchentisch lag, erfuhr ich über den Text zunächst über diverse Mailinglisten. Auch in Blogs wie yeahpope, andersdeutsch und bei Till Westermayer wurde das Thema kritisch aufgegriffen.

Der Text von Frank, den ich an dieser Stelle nicht zitieren möchte, löste Proteste aus: In der Leserbriefspalte der Taz am Wochenende war Franks Text das einzige Thema, und alle Leserbriefschreiber_innen bezogen Stellung gegen die diskriminierende und patologisierende Polemik des Autors. Auf der Webseite der Taz waren nach erscheinen des Textes zunächst drei Leser_innenkommentare zu sehen. Ich hatte selbst einen Kommentar hinterlassen, aber zu diesem Zeitpunkt wurden vermutlich zunächst keine weiteren Kommentare mehr freigeschaltet. Der Zählerstand blieb in den nächsten Stunden auf 3. Heute habe ich die Seite noch einmal aufgerufen, und jetzt sind dort 40 eingegangene Kommentare zu lesen (meinen aber nicht *seufz*). Anscheinend war die Zahl der Leser_innenreaktionen hoch genug, um den Redakteuren dort einiges an Arbeit zu machen.

Lukas hat in seinem Blog angeregt, beim Deutschen Presserat Beschwerde gegen den Text von Arno Frank einzulegen:

Sowohl der Autor als auch die Taz selbst, verstößt mit dem Verfassen und Abdrucken dieses Artikels gleich gegen mehrere Ziffern des Pressekodex und zwar gegen:

Ziffer 1 – Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

Ziffer 9 – Schutz der Ehre
Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.

Ziffer 12 – Diskriminierungen
Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

Das ist ein bedenkenswerter Vorschlag, wie ich finde. Ich hoffe ja noch darauf, dass die Taz von sich aus zu dem Thema noch einmal Stellung nimmt, und die negativen Reaktionen auf Franks Artikel selbstkritisch aufgegriffen werden. Eine Entschuldigung wäre angebracht. Bisher habe ich in dieser Richtung aber leider noch nichts gelesen.

Benefizkonzert für Amnesty for Women

Amnesty for Women ist eine Organisation, die sehr wichtige und unterstützenswerte Arbeit leistet, die auftretenden KünstlerInnen super interessant und das letzte Benefizkonzert vor ein paar Wochen im der Fabrik (mit den Zitronen, Angie Reed und The Charts) war auch sehr schön. Darum freue ich mich auf das nächste Benefizkonzert am 11. Juli im Knust und hoffe, dass es voll wird.

flyer konzert amnesty for women

Liebe FreundInnen von Amnesty for Women!

Die alltägliche Arbeit von Amnesty for Women zeigt, dass es einen großen Bedarf an psychologischer Beratung gibt. Nicht alle Migrantinnen sprechen Deutsch, deshalb braucht Amnesty for Women muttersprachliche Psychologinnen, die auch mit dem kulturellen Hintergrund vertraut sind.

Die psychologische Beratung und Krisenintervention wird ausschließlich über Spendengelder finanziert. Deshalb freuen wir uns, dass besondere KünstlerInnen im Rahmen eines Benefizkonzertes für uns auftreten werden und möchten alle FreundInnen von Amnesty for Women herzlich dazu einladen, mit uns einen abwechslungsreichen Abend zu verbringen und uns durch den Eintritt zu unterstützen.
THE WORLD INFERNO FRIENDSHIP SOCIETY ist keine Band im ursprünglichen Sinne, sondern ein Projekt von 8-12 versierten MusikerInnen aus New York. Mit Witz, Politik und Partylaune haben World-Inferno sich ihre eigene, einmalige Nische geschaffen. Sie bieten eine Mischung aus Broadway Music, Kurt Weill und Brecht Songs, Big Band Sound, Louis Armstrong und siedeln sich irgendwo zwischen Soul und Punk an. Beim Duo JACK FUCKING TWIST aus Hamburg wird schnell klar, dass hier 2 Musikerinnen Lust auf Spaß haben, aber trotzdem ernst zu nehmen sind. Mit wenigen Mitteln bringen sie Bass, Fußorgel, Schlagzeug, 2x Gesang und viel Energie auf die Bühne. Abgerundet wird der Abend durch DJ-Sets von Patex (School Of Zuversicht) und Melissa Logan (Chicks on Speed).

Das Konzert findet am 11. Juli im Knust (Neuer Kamp 30, 20357 Hamburg) statt. Karten sind im Vorverkauf für 8 Euro und an der Abendkasse für 10 Euro erhältlich.

Das Team von Amnesty for Women