Category: Podcasts

Homo Historicus Podcast

Gerade höre ich die dritte Folge von homo historicus. Der Podcast über “Vergangenes, Geschichte und Erinnerungen” wird von Frank Beutell (@frellpumpkin) gemacht, der in Marburg Politikwissenschaft studiert. In jeder Folge gibt es ein ausführliches Interview mit einem_r Wissenschaftler_in über Fachthemen wie Staatenlosigkeit, die Wende 1989 oder Erinnerungspolitik. Leute, die Podcasts à la CRE mögen, sich für geschichts- oder politikwissenschaftliche Perspektiven interessieren und die ein manchmal etwas professoraler Ton nicht abschreckt sollten sich homo historicus anhören.

Viertens: Toxie

Das Planet Money Team hat vor einigen Monaten ein toxic asset gekauft. Das sind diese Mortgage Backed Securities, durch Vermögenswerte (Hypotheken, d.h. Immobilien) gesicherte Wertpapiere bzw. Anleihen, anhand derer man viel über die Ursachen und Abläufe der Finanzkrise lernen kann. “Toxie” ist vor kurzem verstorben. Sie wird kein Geld mehr ausspucken. Das niedliche Abschiedsvideo für Toxie nehme ich zum Anlass, nach über zwei Jahren mal wieder auf Planet Money hinzuweisen.

call for help: Der Nrrrdz Podcast Feed

Edit: Der Cache wars! Einmal die Permalink Settings Seite aufrufen hat tatsächlich geholfen. Sorry, hat wirklich etwas zu lange gedauert.

WordPress holds a cache of rewrite rules (what makes the feed url look nice), and sometimes the cache doesn’t clear on installation. This can cause the feed not to work initially, but once you do something that clears the cache, the issue corrects itself.
Try opening up the Permalink Settings page. This will force WordPress to refresh the Permalink settings and allow this page to be found
(quelle)

Seit dem Update auf WordPress 3.0.0 ist der Podcast Feed von Nrrrdz kaputt. Ich benutze als Plugin “Podcasting” von TSG. Ich habe keine Ahnung, was ich tun könnte. Vielleicht könnt ihr helfen?

Folgendes Phänomen:

Der Podcast hat die Feed URL https://iheartdigitallife.de/podcast/feed
Diese URL wird aber immer zu einem Artikel umgeleitet: https://www.iheartdigitallife.de/podcasts-addicted-to-race/

Darum weiß ich auch nicht, wie ich in den Quelltext des Podcast RSS Feeds gucken kann. Die Podcast Folgen sind alle noch auf dem Server und lassen sich auch manuell runterladen.

a real female nerd

In der This American Life Folge 225: Home Movies, die diese Woche lief, gibt es eine etwas traurige Geschichte über einen echten female Nerd. Susan Burton erzählt, wie sie sich als Teenager nach einem Umzug vom Nerd zum populären Mädchen transformierte – mithilfe eines Seventeen-Abos und schlechter Rechtschreibung. Eine gute Gelegenheit, mal wieder auf meinen langjährigen Lieblingspodcast hinzuweisen. Neu in meiner Podcastliste ist hingegen The Moth. The Moth ist eine non-profit organization, die Storytelling-Abende veranstaltet. In den Podcasts gibt es immer ein bis zwei Geschichten, live vor Publikum erzählt. Ein sehr schönes Format.

Wikileaks: Zurück zur Relevanz

Wikileaks.org hat gestern ein amerikanisches Militärvideo veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie US Soldaten mehrere zivile, unbewaffnete Iraker töten. collateralmurder.com zeigt heftige Bilder eines asymetrischen Krieges, zu denen hoffentlich viel gesagt und geschrieben wird.

Die Leute von Wikileaks kümmern sich um eine Infrastruktur, die es ermöglicht, Dokumente auf ihre Authentizität zu prüfen und bei höchstem InformatInnenschutz der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dadurch versuchen sie auch, Journalismus zurück zu den relevanten Themen zu bringen. Bisher habe ich jedoch nicht den Eindruck, dass die Veröffentlichung des Videos das ausgelöst hat, was Daniel Schmitt, der zum Kernteam von Wikileaks gehört, in der aktuellen Küchenradio-Folge als Erwartung formuliert hat. Vielleicht wird sich das in Deutschland mit der angekündigen Veröffentlichung von 37 000 internen NDP-Emails ändern? Die amerikanischen Medien habe ich nicht so verfolgt, aber über Twitter laufen seit gestern Abend viele Links zum Thema ein.

Der Podcast mit dem Wikileaks Update von letzter Woche knüpft an eine zurückliegende Folge von Küchenradio mit Daniel Schmitt an, über die ich auch was geschrieben hatte. Beide eignen sich, um etwas über die Hintergründe des Projekts und die aktuellen Entwicklungen zu erfahren. In der neuen Folge geht es unter anderem auch um die Icelandic Modern Media Initiative. Zum gerade veröffentlichen Video hat das kotzende Einhorn einen Post mit Videos und Links, und bei Spreeblick hat sich Simon Columbus ausführlich mit dem Video und einigen Aspekten des asymetrischen Krieges, die darin deutlich werden, beschäftigt.

Zwei schöne Projekte

Ein paar Klicks bzw. ein bisschen Reinfuchsen, und schon entstehen zwei schöne neue Projekte, die ich diese Woche an den Start bringen konnte. Die AG Queer Studies hat jetzt neben ihrem neuen Blog auch einen Podcast. Dort dokumentieren wir – wie schon bei Radio FSK – die Vorträge aus unserer Reihe “Jenseits der Geschlechtergrenzen”. Einige Referent_innen haben uns freundlicherweise das Recht eingeräumt, ihre Vorträge als Podcast zur Verfügung zu stellen. Alle zwei Wochen werden wir einen Vortrag posten. Zur Premiere gibt es einen Vortrag von Do. Gerbig zur “Widerstänigkeit des prozessual-strategischen Subjekts”. Es gibt den Podcast jetzt auch schon im iTunes Store Podcast Verzeichnis. Alle weiteren Infos dazu direkt im AG Queer Studies Blog.

Screenshot vom iTunes Store mit dem Podcast Jenseits der Geschlechtergrenzen

Das andere Projekt ist eine Gruppen bei Soup.io mit dem Namen digitalekulturresearch, die ich eingerichtet habe, um Material zur Analyse digitaler Kultur sammeln möchte. Das können zum Beispiel Bücher, Artikel oder Grafiken zur kultur- oder sozialwissenschaftlichen Bearbeitung des Forschungsfeldes Internet und Web 2.0 sein. Ich freue mich, wenn sich noch weitere Mitsammler_innen finden.

Screenshot der soup.io Seite digitalekulturresearch

Wikileaks beim Küchenradio. What about Privacy?

Die Podcaster_innen vom Küchenradio feierten letzte Woche ihre 200. Folge. Zu Gast war Daniel Schmitt von Wikileaks, einem Projekt, das der Veröffentlichung von geheimen Informationen und Analysen dienen soll. Wikileaks bietet eine gut durchdachte, sichere Infrastruktur, die den Schutz der Informat_innen gewährleisten und Zensur verhindern soll. Dadurch können beispielsweise Ex-Sekten-Mitglieder, chinesische Dissidenten oder Insider bei bösen Chemiekonzernen Informationen verbreiten, die von der Presse aufgenommen werden können.

Im Küchenradio (ca. ab Minute 31:30) entspannte sich eine meiner Meinung nach extrem wichtige Diskussion über die Frage, ob ein Projekt wie Wikileaks dafür verantwortlich ist, ethische Kriterien zu entwickeln, nach denen entschieden wird, was veröffentlicht wird. Laut Daniel Schmitt überprüft das Team bei Wikileaks die eingereichten Dokumente darauf, ob sie zuvor schon veröffentlicht worden sind, und ob es sich um authentische Dokumente handelt. Die Dokumente sollen relevant sein, aber dies zu beurteilen obliegt den Informant_innen, die etwas bei Wikileaks hochladen.

Cindy vom Küchenradio fragte Daniel Schmitt, ob Wikileaks denn eine Liste von Mitgliedern eines schwulen Chatportals mitsamt Namen, Adresse und Angaben über Sexvorlieben veröffentlichen würde. Schmitt meinte, dass so ein Dokument, sofern es bisher unveröffentlicht und keine Fälschung ist, bei Wikileaks veröffentlicht werden würde. Das Recht auf Privatheit spielt offensichtlich keine Rolle, egal ob es sich um Mitglieder der British National Party, Leute, die ihr Geld auf den Cayman Islands angelegt haben, oder eben schwule Chatter handelt. Und es leuchtet ein: Ein internationales Projekt, an dem viele Leute dezentral mitarbeiten, würde sich schwer tun, Dokumente aus vielen verschiedenen Ländern nach ethischen oder politischen Kriterien zu beurteilen.

Ich habe für diesen Blogpost nicht eingehend recherchiert und meine Überlegungen basieren nur auf der Küchenradiofolge. Vielleicht gibt es bei Wikileaks Diskussionen darüber, aber auf die Schnelle habe ich zum Thema “Privacy” nichts Aussagekräftiges auf der Seite gefunden. Ich glaube, ein Projekt wie Wikileaks hat eine wichtige Aufgabe. Allerdings frage ich mich, ob die Tragweite dessen, was dort geschieht, allen beteiligten bewusst ist, oder ob die Begeisterung dafür, mit den eigenen technischen Kenntnissen einen wichtigen Beitrag leisten zu können, so groß ist, dass man die Schattenseiten und Gefahren übersieht oder auf die leichte Schulter nimmt. Die Idee, Informationen über das private Verhalten von irgendwelche Personen auf einer solchen Seite zu finden finde ich erschreckend, gerade weil es bestimmt jemanden gibt, der an diesen Informationen großes Interesse hat.

Thanks and have fun running the country

Die Inauguration ist ein politisches Spektakel, das mir suspekt ist. Gleichzeitig freue ich mich aber für die Leute, die heute in Washington noch einmal den Wahlsieg feiern werden. Wer sich heute Nachmittag noch auf die Amtseinführung Obamas einstimmen möchte, sollte sich die aktuelle Folge von This American Life anhören. Die Folge 372: The Inauguration Show ist den Gedanken und Hoffnungen ganz unterschiedlicher Amerikaner_innen gewidmet. Die This American Life Reporter sprechen mit Leute aus dem Umweltschutz, für die es neu ist, zum ersten Mal nicht gegen die Regierung agieren zu müssen. Sie interviewen Vertreter von Veteranenverbänden, die hoffen, jetzt bestimmte Policies durchsetzten zu können. Wir hören von Kindern mit guten Ratschlägen, Evangelikalen, die sich möglicherweise auf eine moderatere Position einlassen und Leute aus der Button-Industrie, die sich fragen, wie es nach dem erfolgreichen Wahljahr weiter geht. “Democracy is the government of the people, by the people, for the people.” (Abraham Lincoln), also hört auf das Volk und schaut nicht nur die Inthronisierung an.

Finanzkrise verstehen mit NPR

Mitte Mai hatte ich auf die mittlerweile berühmte Folge von This American Life hingewiesen, in der es um die US-Immobilienkrise ging. Die Sendung schaffte es, dieses komplexe Ereignis relativ nachvollziehbar zu erklären. In Folge 355: The Giant Pool of Money illustiert die Immobilienkrise auf verschiedenen Ebenen und anhand verschiedener Akteure, ohne sie als das Produkt individueller Fehler darzustellen. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass es sich vielmehr um einen systemisch produzierten kollektiven Wahnsinn handelt.

Nicht zuletzt aufgrund des großen Erfolges dieser Folge gibt es bei National Public Radio jetzt eine neue Sendung von Adam Davidson, die sich mit dem Finanzsystem und den aktuellen Ereignissen beschäftigt. NPRs Planet Money erklärt, was es mit “naked short selling”, Fannie und Freddie auf sich hat, warum die USA so sehr von China abhängen, und beantwortete am morgen der Lehmann Brothers Pleite sogar Hörer_innenfragen. Die Sendung gibt es als Podcast mit jetzt 10 Sendungen à 10 bis 20 Minuten, und einen dazugehörigen Blog. Mein Tipp, um das alles ein bisschen besser zu verstehen und sich Gedanken darüber zu machen.

Jenseits von Männlichkeit – Essays im Netz

Beyond Masculinity. Essays by queer men on gender and politics – das sieht verdammt gut aus: Schickes Design, Kommentar- und Suchfunktion, und sowohl auf der Website als auch als PDF lesbar; außerdem sind die Texte als MP3 und Podcast erhältlich. Wow! Und das Thema ist auch spannend, es geht nämlich um Männlichkeiten im Kontext progressiver Geschlechter- und Sexualitätenpolitik.

Beyond Masculinity is a groundbreaking collection of 22 provocative essays on sexuality, gender, and politics — all written by gay, bisexual, transgender, and queer men. Part audiobook, part-blog, and part-anthology, brings together a smart, diverse group of queer male writers all critically examining maleness and the construction of masculinity and gender norms for men. Contributions focus on five key areas: Desire, Sex and Sexuality; Negotiating Identities; Queer Feminist Politics; Beyond Binary Gender; and Transforming Masculinity.

Did we mention that it’s free?
That’s right – you don’t need to pay a dime. With the click of a button, you have at your fingertips not only the 22 essays included in this project, but also audio recordings of most authors reading their essays! And, on top of all that, we’ve provided PDF versions that more closely resemble traditional book publications for educators to use in the classroom. You’re welcome! And, yea, we accept donations.

Putting the Internet to work.
Beyond Masculinity was originally conceived in 2005 as a traditional published anthology featuring essays from queer male writers, activists, and scholars. But we realized that by publishing online, we could reach a much wider audience at a lower cost – all without knocking down any trees! Even better, new technology allows users to interact with online material like never before. You like that essay? Comment on it! Built on the back of MovableType’s powerful blogging software, this site makes space for your voice as readers, too. It’s called Web 2.0 – make the most of it!

Gutes Thema, zeitgemäße Umsetzung: It’s queer, it’s green, I like it ;-)