In der This American Life Folge 225: Home Movies, die diese Woche lief, gibt es eine etwas traurige Geschichte über einen echten female Nerd. Susan Burton erzählt, wie sie sich als Teenager nach einem Umzug vom Nerd zum populären Mädchen transformierte – mithilfe eines Seventeen-Abos und schlechter Rechtschreibung. Eine gute Gelegenheit, mal wieder auf meinen langjährigen Lieblingspodcast hinzuweisen. Neu in meiner Podcastliste ist hingegen The Moth. The Moth ist eine non-profit organization, die Storytelling-Abende veranstaltet. In den Podcasts gibt es immer ein bis zwei Geschichten, live vor Publikum erzählt. Ein sehr schönes Format.
Category: gp
Frauen im Net
Ich möchte noch mal kurz auf das Frauen im Net – Digitale Medien für Frauen Vernetzungstreffen hinweisen, dass vom 4. bis 6. Juni 2010 im DGB Seminarzentrum in Hattingen stattfinden wird.
Die Veranstaltung “Frauen im Netz” 2010 dient der Weiterbildung, vor allem aber der Vernetzung. Ein Wochenende lang geht es um die Möglichkeiten des Internets für Frauen, um Partizipation und um Repräsentation in den Digitalen Medien. Dazu ist die Gründung eines Netzwerk geplant, um aktiv mehr Frauen an die Computer und die Netzpolitik zu holen.
Das erste Treffen soll zunächst zur Orientierung dienen und die Ziele und Probleme von Frauen im Netz klären. Warum ist der Anteil an sichtbaren Frauen im Netz so niedrig, und wie kann man das ändern? Auf dem Treffen werden Gründe dieser Problematik diskutiert, um Strategien zur Lösung zu finden
Für meinen Geschmack kommt das etwas zu binärgeschlechtlich daher. Anders als beim Gendercamp kann ich nicht so gut einschätzen, welche Leute ich dort treffen werden, welche Feminismen so auftauchen und wie die Personen politisch verortet sind. Nicht-Frauen sind allerdings auch eingeladen. Ich bin gespannt auf die Diskussionen dort, zu denen ich auch mit einem Input beitragen werden. Infos zum Wochenende, der Anmeldung, den Kosten usw. findet ihr unter frauenim.net, Vorabvernetzung auf frauenimnet.mixxt.de.
Postgender in Bingen
Gerade ist der Bundesparteitag der Piratenpartei in Bingen zu Ende gegangen. Mein durch Twitter und ein bis zwei Stunden Livestream am Samstag Abend geprägter Eindruck ist, dass die Piraten inhaltlich kein Stück weiter gekommen sind. Personaldebatten, GO-Anträge und eine Meta-Diskussion über Kernthemen und Programmerweiterungen standen im Vordergrund der als chaotisch wahrgenommenen Veranstaltung. Und was macht unsere alte Freundin, die Genderdebatte?
Leena Simon hat als für den stellvertretenden Parteivorsitz kandidiert. Dass sich außer ihr keine Frau um ein Vorstandsamt beworben hat, war ein Faktor für ihre kurzfristige Entscheidung, den sie auch in ihrer Kandidatinnenrede transparent gemacht hat. Darüber hinaus positionierte sie sich – im Gegensatz zu einigen ihrer Konkurrenten – zu Fragen wie Atomkraft, Bildung, Freie Software, um ihre Arbeitsschwerpunkte und Kompetenzen deutlich zu machen. Im Anschluss antwortete die Kandidatin auf Fragen aus dem Plenum. Die Schlange vor dem Mikrofon war deutlich länger als bei allen anderen Kandidaten und unter den Fragestellenden waren deutlich mehr Frauen. Bis auf wenige Ausnahmen ging es um Leenas Position in der Genderdebatte, um ihr angebliches Fehlverhalten bei der Gründung einer Mailingliste für Piratinnen und der Herausgabe einer Presseerklärung zu diesem Thema. Der Ton war oft wütend und feindselig, Parteimitglieder versuchten Leena mit immer gleichen Fragen danach, ob denn eine Frau zu sein ihrer Meinung nach als Qualifikation für das Amt ausreiche und ob sie noch irgendwelche anderen Themen außer diesem Gender habe, festzunageln. Leenas Reaktionen waren bewundernswert souverän und am Ende sprangen immerhin 28,2 Prozent der Stimmen dabei raus. Ein Ergebnis im Mittelfeld der Kandidaten. Der Parteivorstand der Piratenpartei besteht am Ende von Bingen ausschließlich aus Männern.
Für mich hat dieser Parteitag gezeigt, dass eine Debatte über Geschlechterpolitik bei den Piraten zurzeit sinnlos ist. Da stellen sich Frauen hin und finden allen Ernstes, dass es kein Problem gibt, dass sie in diese Partei eingetreten sind, weil für sie Kategorien keinen Rolle mehr spielen und sie nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden wollen. Schön. Warum ist die Kategorie Geschlecht dann aber doch so wirkmächtig, dass sich keine einzige Frau (außer Leena Simon) findet, die Interesse an einem Vorstandsamt in ihrer Partei hat? Ist das statistischer Zufall, oder hat es doch etwas mit der Gesellschaft zu tun?
Ich glaube gar nicht mal, dass Frauenfeindlichkeit und Sexismus bei den Piraten besonders stark ausgeprägt sind. Es gibt allerdings krasse antifeministische Reflexe, die dann in Sexismen und Bashing abgleiten. Hätte eine Frau kandidiert, die bösen F- und G-Wörter vermieden und den female Postgenderpiraten gegeben, wäre sie vermutlich gewählt worden. Es hat aber keine Frau kandidiert. Wenn die Piraten en gros das nicht problematisch finden … dann sollen sie eben finden. Ich finde dann wiederum, dass die Mehrheit der Piraten und Piratinnen naiv und politisch nicht ernst zu nehmen sind, auch wenn ich beispielsweise Mahas Vorstoß in Sachen Queerpolitik ganz charmant finde. Oder um es mit streamspace zu sagen: “Same old, same old, and far from progressive.”
Weitere Analysen findet ihr bei Antje Schrupp, mspro und Nilzenburger.
Awww! Gendercamp
Es ist vorbei. Wie schade! Das Gendercamp war die mit Abstand beste Veranstaltung, die ich je mitorganisiert habe. Danke an alle, die da waren. Eindrücke, die Glücklich machen, könnt ihr hier oder hier lesen. Für die Dokumentation der Sessions haben wir ein Blog bei posterous eingerichtet, das schon gut gefüllt ist mit Audiomittschnitten, schriftlichen Protokollen und Fotos. Es fehlt nur noch mein Text über die extrem inspirierende Netzpolitiksession. Das wird ein bisschen komplizierter. Weil wir uns nicht voneinander trennen können, hängen wir noch zusammen im IRC ab. Bis zum nächsten Gendercamp im ABC Hüll, das wir 2011 auf jeden Fall auf die Beine Stellen wollen. Bei mixxt gibt es auch schon einen Strang dazu.
nrrrdz000006: freiheiten

Inspiriert von der Diskussion zwischen Christian Heller und Dirk Baranek auf der re:publica, den Ereignissen rund um das Sexismus-Panel – hier die Stellungnahme von Johnny Häusler – und Rochus Wolffs Blogpost Eine Frage von Freiheit sprechen wir über die großen Fragen: Freiheit, Gleichheit, Netzneutralität, Kapitalismus, Trolle. Der Facepalm des Monats führt uns mal wieder zu Bits und so, wo wir mit dem women acceptance factor Bekanntschaft machen mussten.
[podcast]https://www.iheartdigitallife.de/podcast/nrrrdz06.mp3[/podcast]
Download (mp3, 91MB)
Produktionsverhältnisse bei nrrrdz
Links vom 2. März bis 23. April 2010
Wow, lange nicht mehr aufgeräumt.
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Im April bei der Missy
Ich habe die Ehre für einen Monat Gastbloggerin beim besten deutschen Frauenmagazin zu sein. Also wird es vermutlich hier ein bisschen ruhiger, und dafür erscheinen auf missy-magazine.de alle paar Tage Texte, immer verziert mit diesem schmucken Bild. Ich habe mich und einige andere Leute gefragt, wie man so eine Rosette mit Schleife eigentlich nennt. Vielleicht Orden? Habt ihr eine Idee? Jedenfalls ist mein erster Text namens “Mäusestepptanz im Jugendzimmer” jetzt online. Er handelt über die Zeit, in der ich lerne, das digitale Leben zu lieben.
Der Bechdel Test
Immer mal wieder staune ich darüber, wie wenige Leute in meinem Umfeld den Bechdel Test kennen. Dabei ist es doch er ein einfaches und effizientes Werkzeug! Bei helga/hanhaiwen/drop the thought habe ich dieses tolle Video gefunden, in dem Anita Sarkeesian von Feminist Frequency The Bechdel Test for Women in Movies erklärt:
So gut, ich musste es selbst posten, statt nur auf Helga zu verlinken. Aber schaut euch doch ihren relativ neuen Blog mal an, das lohnt sich. Eine Liste von Filmen, die den Bechdel Test bestehen, gibt es hier.
Typische Fraueneinstellung
Da stehe ich gerade mit einer Freundin vor der Tür unseres TU-Gebäudes und wir unterhalten uns über meinen Plan, eine Digitalknipse zu kaufen. Sie erzählt von der Kamera ihres Sohnes, deren Menüführung nicht die durchdachteste ist: “Die macht schon gute Fotos, wenn die Einstellungen zufällig gerade stimmen.”
Ein Typ, der mit uns vor der Tür steht, und der sich bereits mit einem Kichern über meine Bemerkung, dass das iPhone super Fotos macht, wenn es hell ist, bemerkbar gemacht hat, geht an uns vorbei ins Gebäude und sagt: “Typische Fraueneinstellung: Wenn die Einstellung stimmt, ist es gut, haha!”
Und ich so: “Das blog ich gleich mal :)”
nrrrdz000005: passivbloggen

Ob “Blogs entdecken” immer noch das neue “Bands entdecken” ist sei mal dahin gestellt. Wir sprechen jedenfalls in der fünften Folge von nrrrdz über Blogs. Nicht das eigene Bloggen, sondern Blogs konsumieren. In Kategorien, lange und kurze Texte, unbedingt fullfeed. Suppen, News, Kiddieblogs und alle möglichen Themen, die uns interessieren. RSS ist die Technik der Wahl. Außerdem werben wir fürs Gendercamp und regen uns über ein sexistisches Ubuntu-Hinternfoto auf (facepalm!).
[podcast]https://www.iheartdigitallife.de/podcast/nrrrdz05.mp3[/podcast]
Download (mp3, 86MB)
Einige Blogs die wir lesen & über die wir reden:
bananaslit.soup.io
hairinmy.soup.io
CTRL-Verlust: Fullfeeds, Gewalt und eine Skizze des “Zweiten Markts”
Frau mit Bart
Aus Liebe zur Freiheit: Warum ich nicht queer bin.
Adrians Blog
mspr0.de – Hier
dragstripGirl
amy & pink
Missy Magazine Blog
Bitch Ph.D.
Queer-O-Mat
Medienelite
Genderplanet
Geek Feminism Blog
Frau Liebe
