Author: Kathrin

Die AG Queer Studies bloggt

Die AG Queer Studies, Organisator_in der Vortragsreihe Jenseits der Geschlechtergrenzen und Herausgeber_in des gerade erschienen Sammelbandes Verqueerte Verhältnisse hat jetzt unter agqueerstudies.de ein eigenes Blog. Dort werden wir über unsere Veranstaltungen und Projekte informieren und demnächst die Vorträge der Ringvorlesung als Podcast zur Verfügung stellen.

An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal ganz besonders auf den Vortrag an diesem Mittwoch hinweisen, den die AG Queer Studies in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) der Uni Hamburg veranstaltet. Christiane Hutson, Lehrbeauftragte in den Gender Studies an der HU und in den Erziehungswissenschaften an der Uni Bielefeld, spricht über die Intersektionen von Rassismus, Hetero/Sexismus und Ableism: Unverschämt. Wir im Spannungsfeld von Rassismus, Hetero/Sexismus und Ableism.

Eine Bank, die zum Nachdenken bewegt?

Es geht oft schief, wenn Unternehmen sich als progressiv und tolerant darstellen, indem Personen, die heteronormativen Normen nicht entsprechen (z. B. Transleute, Schwule, Lesben …) bei der Vermarktung ihrer Produkte “zum Einsatz” kommen – wie zum Beispiel in dieser Ikea-Werbung. Den Spot der Argentinischen Banco Provincia finde ich dagegen sweet (via bitchmagazine.org). Was meint ihr?

Woohoo! Verqueerte Verhältnisse ist da!!!

So viele Ausrufezeichen seht ihr bei mir nicht alle Tage. Das ist purer Mitherausgeberinnenstolz. Muss auch mal sein, nach so langer Arbeit.

"Verqueerte Verhältnisse" – jetzt im Buchhandel

“Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen” ist seit gestern erhältlich. Damit hat die AG Queer Studies den zweiten Sammelband zur Vortragsreihe Jenseits der Geschlechtergrenzen veröffentlicht. Das Buch ist beim Männerschwarm Verlag in Hamburg erschienen und enthält neben der Einleitung 10 Beiträge zu den Themenbereichen Queer Studies und rassifizierende Machtverhältnisse, Ökonomiekritik, neoliberaler Kapitalismus und Reflektionen queerer Praxen. Zum Sammelband beigetragen haben Jin Haritarworn, Felix Krämer, Nina Mackert, Alexandra Ganser, Antke Engel, Sonja Mönkedieck, Renate Lorenz, Do Gerbig, Joke Janssen, Annett Losert, Jo Bucher und Angelika Goeres (falls ihr das lest an dieser Stelle noch einmal Danke für die tolle Zusammenarbeit!).

Dem Band liegt ein Verständnis von Queer Theory zugrunde, das den Blick über die „klassischen“ Themenfelder der Queer Studies erweitern und Regime der Heteronormativität und Zweigeschlechtlichkeit in ihrer Verwobenheit mit anderen Herrschaftsachsen untersuchen will.
Neben Sexualitäten und Geschlechterkonstruktionen rücken vielfältige gesellschaftliche Felder und wissenschaftliche Disziplinen in den Blick, in denen (Identitäts-)Kategorien festgeschrieben und Machteffekte produziert werden. Machtvolle Zuschreibungen und ihre performative Herstellung sind nahezu jedem gesellschaftlichen Handeln und Sprechen immanent und können damit zum Untersuchungsgegenstand werden. Queer Studies stehen demnach vor der Herausforderung, ihr Untersuchungs- und Interventionsfeld radikal erweitern zu müssen und dennoch in ihrer Methodik und (wissens-)politischen Zielsetzung nicht beliebig zu werden. Dieses Buch möchte einen Beitrag zu diesem Projekt leisten.

Hier findet ihr ein PDF mit einem Überblick über den Inhalt. Der Band kann ab sofort für 16 Euro im online und offline Buchhandel erworben werden.

Hugs and Kisses #4 Releaseparty heute im Fundbureau

Erneut hat sich “Hugs and Kisses” nach dem bunten Treiben in der queeren Kultur- und Gedankenwelt umgeschaut und ist mehr als fündig geworden.

Ihr dürft gespannt sein auf eine Fülle von tollen Interviews, wunderschönen Foto´s und aufregenden Berichten über bekannte und unbekannten Gesichter aus dem Film-, Musik- und Kunstbereich. Desweiteren erwarten Euch wieder eine Menge Extras und Überraschungen.

debrapostkarte

Dieses Ereignis muss gefeiert werden!! Wir haben eine Menge toller Gäste vor Ort und laden Euch herzlichst zu unserer Releaseparty ein:

LIVE: Solange Tô Aberta – QueerPunkFunk aus Rio de Janeiro

2 Dancefloors:

DJ Martha Hari (Mis-Shapes)
DJ Yvette (Hugs and Kisses)
mit IndieElectroPopRockBeats

DJ Matt 3000 (Gedeih und Verderb)
DJ Donna Spring: d.i.s.c.o is my house
mit ElectroHouseTechnobeats

Am: 08.05.09
im Fundbureau, Hamburg/Stresemannstr. 114

Ab: 22:00 Uhr
Eintritt: 5 Euro

Promovieren mit Augenaufschlag

Ich dachte mir neulich, dass es vielleicht keine schlechte Idee ist, einen Promotionsratgeber zu besorgen. Das Angebot auf dem Markt ist vielfältig, doch mangels Alternativen in der Bibliothek griff ich zu dem bei Amazon mit nur zwei Sternchen bewerteten “Promovieren mit Plan. Ihr individueller Weg: von der Themensuche zum Doktortitel” von Randi Gunzenhäuser und Erika Haas.

Das schmale Büchlein richtet sich an zwölf verschiedene Typen von Promovierenden: Von wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen mit vollen Stellen über Stipendiat_innen bis zu Privatiers, die sich nach erfolgreicher Berufslaufbahn ganz der wissenschaftlichen Muse hingeben. Die Tipps des Ratgebers sind am Rand mit kleine Zahlen gekennzeichnet, so dass mensch gleich sieht, für welche der zwölf Gruppen sie zutreffen. Außerdem finden sich kleine Weiblichkeitszeichen an den Stellen, die für Promovendinnen besonders relevant sind.

Lasst es euch auf der Zunge zergehen, was die Autor_innen über Autoritätskonflikte bei beruflich erfolgreichen Promovierenden gegenüber ihren Betreuungspersonen schreiben:

Verschärft wird diese Situation, wenn Sie erfolgreich im Beruf und zusätzlich weiblichen Geschlechts sind: In diesem Fall ist ein besonderes Gespür für ein ausgewogenes Verhältnis von Selbstdarstellung und Anerkennung der Autorität Ihrer Betreuungsperson gefragt. Von Ihnen als Frau wird mehr Unterordnung erwartet als von Männern. Erfolgreiche Frauen wirken auf viele Männer noch immer bedrohlich und diesem Faktum können Sie leider nicht auf einer rationalen Ebene begegnen. Nicht selten werden Sie in einen irrationalen Machtkampf verwickelt. Machen Sie sich das gerade als Frau bewusst, wenn Sie merken, dass sich inhaltliche Diskussionen ohne alle Logik entwickeln: Ihr Doktorvater hat Angst! Sie müssen sie ihm nehmen. Zum Teil reicht ein bewundernder Augenaufschlag, zum Teil müssen Sie zu langweirigen Strategiekonzepten greifen.

Liegt es an mir oder am Text, dass mir zum Thema “langwierige Strategiekonzepte” nichts anderes einfallen will, als bei der nächsten Fachtagung mit dem Doktorvater ein Doppelzimmer zu buchen?

Ich bin gespannt, was dieses Buch noch zu bieten hat. Erstaunt hat mich, dass es beim Verlag Barbara Budrich erschienen ist. Dort erscheinen viele Bücher zu Geschlechterforschung, und auch die Fachzeitschrift für feministische Politik-Wissenschaft femina politica wird dort verlegt. Peinlich!

Buchvorstellung mit Georg Klauda

“Homophober Moslem, toleranter Westen?” – diese Vorstellungen versucht Georg Klauda in seiner Monographie “Die Vertreibung aus dem Serail: Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt” (Männerschwarm Verlag) zu historisieren und zu verkomplizieren. Am Dienstag Abend wird er das Buch im Rahmen eines Vortrags mit Diskussion in der Werkstatt 3 (Nernstweg 32, Hamburg Altona) vorstellen.

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung „Homosexueller“ immer wieder in den Blickpunkt der Medien, und wenn sich hierzulande deklassierte Halbstarke aggressiv gegenüber Schwulen zeigen, fragt man reflexhaft nach ihrem „kulturellen Hintergrund“. Dabei ist die klassische türkische und arabische Liebeslyrik voll von gleichgeschlechtlichen Motiven, die man in der Literatur des „aufgeklärten“ Abendlands vergeblich sucht.

Angesichts dieses Widerspruchs zeichnet der Referent die Konzepte mann-männlicher Liebe und Lust in christlichen und muslimischen Gesellschaften vergleichend nach. Er zeigt den historischen Anteil des Westens an der Formierung antihomosexueller Diskurse in der islamischen Welt und belegt, dass auch in Deutschland – trotz aller gegenwärtigen Liberalität – von einer Auflösung des heteronormativen Korsetts keine Rede sein kann.

Weitere Informationen und Termine zur Buch-Tour und ein Interview mit Georg Klauda von Radio Z in Nürnberg

Intersexualität Thema in der Hamburger Bürgerschaft

In der taz nord berichtet Eiken Bruhn, dass in der Hamburger Bürgerschaft heute über die medizinische Behandlung intersexueller Menschen diskutiert wird:

Damit will erstmals ein Landesparlament den “politischen Handlungsbedarf bei der Regelung für ärztliche Behandlungen von Hermaphroditen” ausloten – so der Titel der heutigen Anhörung des Gesundheitsausschusses.
Initiiert haben die Expertenbefragung die Fraktionen von SPD und Linkspartei, die im vergangenen halben Jahr mehrere Anfragen an die Landesregierung zum Thema Intersexualität – früher waren die Begriffe “Zwitter” und “Hermaphroditen” gebräuchlich – gestellt hatten. Zwar sei der Handlungsspielraum gering, räumte gestern die SPD-Gesundheitspolitikerin Anja Domres ein, da sie Ärzten keine Vorschriften machen könnten. Sie hoffe aber, “eine breite Diskussion” anzustoßen. (weiter zum Text)

Links vom 10. bis 22. April 2009

Da ist doch ganz schön was angelaufen in den vergangenen Tagen. Alle Links wie immer nach dem Klick!
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MEN, LTTR & Vaginal Davis bei Girl Monster #4

“Are You A Boy Or A Girl?” fragt die vierte Ausgabe der Girl Monster Reihe auf Kampnagel in Hamburg hoffentlich nicht vollen Ernstes, wenn morgen Abend MEN auftreten. Immer, wenn ich in den letzten Tagen Leute gefragt habe, ob sie zu MEN gehen, habe ich schnell hinterhergeschoben, dass das 2/3 Le Tigre sind, also tue ich das auch jetzt. JD Samson und Johanna Fateman haben sich für ihr Kunst-Musik-Performance-Projekt zusammen mit Michael O’Neill und Ginger Brooks Takahashi (früher Mitglieder der Indie-Band The Ballett) und der Künstlerin Emily Roysdon aber auch einen denkbar ungooglebaren Namen ausgedacht.

Neben MEN stehen am Mittwoch (22. Mai, ab 20.30 Uhr) auch das feministisch-genderqueere Künstler-innenkollektiv LTTR auf der Bühne, und die zurzeit in Berlin residierende LA-Drag Queen Vaginal Davis hält eine Lecture. Apropos Lecture … warum die Auftritte von Bands wie Sleater Kinney, The Gossip, oder jetzt MEN in Hamburg seit Jahren regelmäßig auf den Jenseits der Geschlechtergrenzen-Mittwoch fallen, weiß die Geierin. Das wird ein vollgepackter, toller Abend. Ein genaueres Programm findet ihr im Missy-Blog.

Euromayday 2009 in Hamburg

Der erste Euromayday nach der Hochzeit des Neoliberalismus steht bevor. Am 1. Mai zieht wie jedes Jahr die große Parade der Prekären vom Michel aus durch Hamburg, und ab Freitag trifft mensch sich zur Einstimmung auf verschiedenen Veranstaltungen, im Kino oder in Blankenese.

Freitag, 24. April, 20 Uhr
Goldener Salon, Große Bergstraße 178, Hamburg Altona
Ich liebe dich trotzdem. Prekarität in der Kultur- und Wissensproduktion
Wo fängt unbezahlte Arbeit an? Wo hört sie auf? Ist unser Leben ein einziges Projekt? Was ist das Versprechen der Selbstständigkeit? Erste Antworten geben die Carrot Workers (London) und die Kampagne Mir reicht’s… nicht!

Sonntag, 26. April, 14 Uhr
Große Bergstraße (vor dem Goldenen Salon)
This party is so over! Euromayday lädt zur Afterhour.
Im Konvoi nach Blankenese und dort das Ende des Neoliberalismus feiern. Wir sagen es ihnen ins Gesicht: This party is so over! Ihr seid die Loser des nächsten Jahrzehnts! Bringt Fahrräder, Kostüme, Schilder und alte Schuhe mit.

Montag, 27. April, 20.00 Uhr
Goldener Salon
Grundlos Geld
Susanne Wiest hat mit ihrer ePetition für ein bedingungsloses Grundeinkommen über 50.000 Unterschriften an den Bundestag gesammelt. Wir haben mit unterzeichnet und laden weitere UnterzeichnerInnen und BefürworterInnen zu einer Versammlung ein. Unsere Fragen: Ist eine öffentliche Anhörung im Bundestag eine Protestbühne? Wo bleibt der Scheck: Grundeinkommen jetzt oder irgendwann? Wie sieht eine Aktion oder ein Wagen bei der Euromayday-Parade am 1. Mai aus? Durch den Abend führen Meike Bergmann, Andreas Georgiadis und Frank John mit Videoclips und Glücksrädern.

Dienstag, 28. April, 20 Uhr
B-Movie Brigittenstraße 5, St. Pauli
How it works. Arbeit im Wandel: Kleine geile Firmen
Inwieweit hat sich die Bedeutung von Autonomie in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt? Eine kinematographische Lesung und Diskussion von und mit Arndt Neumann zu Alternativprojekten zwischen Revolte und Management
Veranstalter: DIEnstagsDOKU und 5Tage5Nächte_euromaydayHamburg

Mittwoch, 29. April 2009, 20 Uhr
Goldener Salon
Warum flippen wir nicht aus?
Plebejische Perspektiven, Krise und Prekarität: Alles in Frage stellen. Eine Kurzgeschichte der Krisen. Thesen, Bilder und Beiträge von Frank John, Arndt Neumann, Myra Neumeier und Vassilis Tsianos

…und als Schmankerl obendrauf:
Freitag, 1. Mai, 14.00 Uhr // Wiese am Michel
Euromayday Parade 009: KrisenFEST durch die Stadt