Category: DigitalLife

Missy am Kiosk oder im Briefkasten

Aufgrund eines Serverumzugs war i ♥ digital life diese Woche zwischenzeitlich off, und einige Links, die ich für euch bei delicious hinterlegt hatte, sind nicht durchgekommen. Ich möchte darum noch mal auf Jokerines exzellentes Post zur Kommentarpolitik auf feministischen Blogs hinweisen, den sie anlässlich der Schließung der Kommentare auf dem Genderblog geschrieben hat. Den Link zum Bereicht über die Smash §218 Kundgebung in Berlin habt ihr sicher in vielen anderen Blogs schon gefunden.

Last but not least: Der Erscheinungstag der ersten Missy-Ausgabe ist raus! Ich weiß ja, sie wollten die erste Nummer ganz bestimmt eigentlich an meinem Geburtstag bringen, aber weil der dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, mussten sie den Tag darauf nehmen … Checkt Missy am 20. Oktober am Kiosk aus, oder abonniert 4 Ausgaben für 18 Euro (Jahresabo Inland) oder 25 Euro (Ausland). Jede_r weiß: Beim Abo bleibt mehr Geld bei den Produzentinnen des Heftes, und die Aboprämien sind auch nicht von schlechten Eltern. Ich habe abonniert, und bin natürlich gespannt, ob das Heft meinen Erwartungen gerecht wird.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Ich bin übers Wochenende in Berlin. Wenn jemand erstmalig kommentiert, muss ich das freischalten, und jetzt wisst ihr Bescheid, warum es zu Verzögerungen kommen könnte.

Computergeschichte: Mein erster Mac

Bei den Eltern gab es ca. 1990 den ersten PC. Spielen war mütterlicherseits ein bisschen verpönt. Sie nannte Tetris “Schiffe versenken”. Mein Vater hatte einen Kurs an der Volkshochschule gemacht, bei meinem späteren Physiklehrer. Nach DOS kam Windows 95 und 98, und dann bekam ich meinen ersten eigenen PC und damit hielt das Internet Einzug in die Familie. Ein paar Jahre zogen ins Land, mein PC hatte viele schwere Ausnahmefehler, erstaunlich wenig Virenprobleme, T-Online stellte seine ISDN Flat auf eine 90 Stunden/Monat pseudo-Flat um, und nach einem Umzug nach Hamburg, beim Installieren eines Super NES Emulators, ist das Teil komplett gecrashed. Ich bin auf Linux umgestiegen. Das war cool, aber umständlich.

powerbook 150
Foto von Dana Sibera (Danamania), Wikimedia Commons
Lizenz: Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5

Mein erster Mac war ein 2003 schon längst veraltetes Powerbook – günstig von eBay – das ich in erster Linie als Schreibmaschine benutzt habe, um die ersten Hausarbeiten in der Bibliothek zu schreiben. Das ging ganz gut, aber ich habe bei OS 9 nie verstanden, was es mit dieser komischen Leiste auf sich hat, die da so in den Bildschirm reinragte, und dann ist mir die ständig verschwunden und ich habe sie nicht mehr aufgekriegt. Es soll ja Leute geben, die immer noch nicht von OS 9 loskommen, aber ich war kein Fan davon. Schließlich entschloss ich mich zum Kauf eines iBook G3, damals Auslaufmodell. Der PC wurde abgeschafft und ich zur überzeugten OS X/Mac Nutzerin.

Gästebücher: Twitter in den alten Zeiten?

Als ich mich letztens so an meine erste Zeit im Netz erinnerte, ist mir wieder eingefallen, dass damals viel in Gästebücher geschrieben wurde. Ihr erinnert euch: Diese virtuellen Anschlagbretter, auf denen man Grüße im Stil von “Hey, tolle Seite!” hinterlassen konnte. Wie das so ist mit technischen Artefakten: Die Menschen machen damit dies und das, wie sie gerade lustig sind.

Ich erinnere mich mindestens an zwei Gästebücher, die wie twitter benutzt worden sind, nämlich als asynchroner Chat von miteinander mehr oder weniger bekannten Leute, die relativ kurze Nachrichten hinterlassen haben. Eines davon scheint es noch zu geben, das andere ist vor Jahren dem Relaunch der Seite zum Opfer gefallen. Es scheint also ein Bedürfnis nach dieser Art von Kommunikation gegeben zu haben, bevor es twitter gab. Das twitter nicht nur für Statusmeldungen benutzt wird – was ja eigentlich der Grundgedanke war – wundert mich nicht, wenn ich an Gästebücher zurück denke.

Musik aus der BUST bei Blip.fm

Ich habe mich vor ein paar Wochen bei Blip.fm angemeldet. Das ist eine Mischung aus Twitter und Last.fm, ein Social Network rund um Musik. Bei Blip.fm ist jede_r User_in DJ. Ich suche Songs raus, und wer mag, hört sich die an. Ich finde manche Sache auf dieser Seite seltsam, z.B. dass die Songs ständig stoppen, wenn ich auf der Seite rumklicke. Aber sei’s drum, die Idee ist ja ganz nett. Heute Mittag habe ich zum testen mal die Rezensionen der August/September-Ausgabe von BUST durchgeblippt, und bis auf zwei oder drei Songs alles gefunden und einige schöne Bands entdeckt. Vielleicht habt ihr ja Lust, euch meine Blips mal anzuhören, direkt bei blip.fm/ihdl oder hier im Blog. Falls ihr auch blippt, fände ich es toll, wenn ihr euren Nick in die Kommentare schreibt.

Jenseits von Männlichkeit – Essays im Netz

Beyond Masculinity. Essays by queer men on gender and politics – das sieht verdammt gut aus: Schickes Design, Kommentar- und Suchfunktion, und sowohl auf der Website als auch als PDF lesbar; außerdem sind die Texte als MP3 und Podcast erhältlich. Wow! Und das Thema ist auch spannend, es geht nämlich um Männlichkeiten im Kontext progressiver Geschlechter- und Sexualitätenpolitik.

Beyond Masculinity is a groundbreaking collection of 22 provocative essays on sexuality, gender, and politics — all written by gay, bisexual, transgender, and queer men. Part audiobook, part-blog, and part-anthology, brings together a smart, diverse group of queer male writers all critically examining maleness and the construction of masculinity and gender norms for men. Contributions focus on five key areas: Desire, Sex and Sexuality; Negotiating Identities; Queer Feminist Politics; Beyond Binary Gender; and Transforming Masculinity.

Did we mention that it’s free?
That’s right – you don’t need to pay a dime. With the click of a button, you have at your fingertips not only the 22 essays included in this project, but also audio recordings of most authors reading their essays! And, on top of all that, we’ve provided PDF versions that more closely resemble traditional book publications for educators to use in the classroom. You’re welcome! And, yea, we accept donations.

Putting the Internet to work.
Beyond Masculinity was originally conceived in 2005 as a traditional published anthology featuring essays from queer male writers, activists, and scholars. But we realized that by publishing online, we could reach a much wider audience at a lower cost – all without knocking down any trees! Even better, new technology allows users to interact with online material like never before. You like that essay? Comment on it! Built on the back of MovableType’s powerful blogging software, this site makes space for your voice as readers, too. It’s called Web 2.0 – make the most of it!

Gutes Thema, zeitgemäße Umsetzung: It’s queer, it’s green, I like it ;-)

Das kommt mir doch bekannt vor

Persönliche Eindrücke über das Nutzen verschiedener Plattformen

Über soup.io hatte ich mich hier vor kurzem in höchsten Tönen geäußert. Ich nutze die Seite immer noch gerne, aber jedes mal wenn ich auf FREUNDE klicke und mir anschauen will, was für Fundstücke dort so abgebildet und zitiert werden, denke ich:

Leute! Ihr nutzt das ja als Feedaggregator! Meeee! Warum?

Da stehen noch mal die Tweets und Blogeinträge. Dabei habe ich eure Blogs abonniert und followe euch.

Dieses ganze Zusammenspiel verschiedener Dienste ist ja ein nettes, manchmal sinnvolles Feature. Für mich gibt es aber einfach zu viele Dopplungen, und gerade bei Soup finde ich das schade, denn meine anfängliche Begeisterung rührte ja daher, dort einen Ort für Fundstücke zu haben, die ich nicht bloggen will, die ich aber dauerhafter und präsenter als mit einem Link bei twitter zeigen möchte. Es gibt doch Links. Wenn ich Leute bei Twitter interessant finde, schaue ich mir an, was sie in ihre Blogs schreiben, und abonniere gegebenenfalls. Wenn sie dann noch eine Soup nutzen, freut mich das riesig. Aber einen zentralen Ort für alle eure Outputs suche ich da nicht. Mich würden Gedanken dazu interessieren, vielleicht liege ich nämlich auch falsch und es gibt gute Gründe… any ideas?

Netz-Eintopf mit soup.io

Ich bin keine, die überall im Web2.0 ein Profil hat, alles zumindest mal ausprobiert und sofort dabei ist, wenn es irgendwelche private betas gibt. Manches nutze ich ganz gerne, wie zum Beispiel twitter oder neuerdings del.ici.us. Bei del.ici.us hat es lange gedauert, bis ich mir einen Account zugelegt habe. Bis vor wenigen Wochen dachte ich einfach nicht, dass es sinnvoll für mich ist. Aber um Links in den Blog zu schieben, ist es ganz brauchbar. Größere soziale Netzwerke wie StudiVZ, Facebook oder WKW meide ich im Moment sogar ganz, obwohl ich als Studentin und Ex-Saarländerin zu den Kernzielgruppen gehöre.

Ab und zu entdecke ich aber Sachen, die mich auf Anhieb schwer begeistern. Diese Woche war das Soup.io. Ich habe den Chaosradio Express Podcast #072 über “Moderne Webentwicklung” gehört, in dem Christopher Clay und Esad Hajdarevic, die Macher von soup.io, zu Gast sind. Zu Beginn der Folge haben sie mit Tim Pritlove über ihr Projekt geredet. Ich saß im Bus, stieg aus, ging nach Hause, sperrte die Tür auf, klappte den Computer auf und machte mir eine Soup. Die Idee hatte mich überzeugt, und nachdem ich die Umsetzung gesehen hatte, war ich hin und weg. So einfach, so toll. Was für ein schöner Weg, einen Blog zu führen, vernetzt zu sein, ein buntes Rauschen zu produzieren, es optisch an den eigenen Geschmack anzupassen und sich eine persönliche Ablagestelle für Fundstücke aus dem Netz und eigene Kommentare zu schaffen. Das ist genau das richtige für Leute, die Hemmungen haben, einen “richtigen” Weblog zu führen, weil sie denken, sie müssten regelmäßig ausgefeilte Texte produzieren und irgendwelche Techniken jenseits von Tippen beherrschen. Oder für Blogger, die sich einen schnelleren Weg wünschen, nette Kleinigkeiten zu posten. Oder für Gruppen, die gemeinsame Interessen teilen, und Materialien sammeln wollen. Macht euch ne Suppe und werdet meine Freunde. I ♥ Soup!

Wenn das Wörtchen “dass” nicht wäre

Tja, dann würde die wordle tag cloud meiner Magistraarbeit noch ein bisschen schicker aussehen. Wordle kann zwar herkömmliche deutsche Begriffe ausschließen, aber “dass” kennt es komischerweise nicht. Vielleicht ein veraltetes Wörterbuch. Ich bin jedenfalls beeindruckt, dass ich die ganze Arbeit da rein kopieren konnte.