Category: Feminismus

Jenseits von Männlichkeit – Essays im Netz

Beyond Masculinity. Essays by queer men on gender and politics – das sieht verdammt gut aus: Schickes Design, Kommentar- und Suchfunktion, und sowohl auf der Website als auch als PDF lesbar; außerdem sind die Texte als MP3 und Podcast erhältlich. Wow! Und das Thema ist auch spannend, es geht nämlich um Männlichkeiten im Kontext progressiver Geschlechter- und Sexualitätenpolitik.

Beyond Masculinity is a groundbreaking collection of 22 provocative essays on sexuality, gender, and politics — all written by gay, bisexual, transgender, and queer men. Part audiobook, part-blog, and part-anthology, brings together a smart, diverse group of queer male writers all critically examining maleness and the construction of masculinity and gender norms for men. Contributions focus on five key areas: Desire, Sex and Sexuality; Negotiating Identities; Queer Feminist Politics; Beyond Binary Gender; and Transforming Masculinity.

Did we mention that it’s free?
That’s right – you don’t need to pay a dime. With the click of a button, you have at your fingertips not only the 22 essays included in this project, but also audio recordings of most authors reading their essays! And, on top of all that, we’ve provided PDF versions that more closely resemble traditional book publications for educators to use in the classroom. You’re welcome! And, yea, we accept donations.

Putting the Internet to work.
Beyond Masculinity was originally conceived in 2005 as a traditional published anthology featuring essays from queer male writers, activists, and scholars. But we realized that by publishing online, we could reach a much wider audience at a lower cost – all without knocking down any trees! Even better, new technology allows users to interact with online material like never before. You like that essay? Comment on it! Built on the back of MovableType’s powerful blogging software, this site makes space for your voice as readers, too. It’s called Web 2.0 – make the most of it!

Gutes Thema, zeitgemäße Umsetzung: It’s queer, it’s green, I like it ;-)

Panel zu queer/feministischen Politiken auf dem Femmes ‘R’ Us

Spannend spannend, die Veranstaltung vom Institut für Queer Theory nächste Woche im Rahmen des “Femmes ‘R’ Us” Festivals. Aber in Berlin, und ich bin im Urlaub.

Feminismus – Staatsaufgabe? Wirtschaftsfaktor? Revolte?
Feminism – government’s mission? economic factor? insurrection?

Feminism – government’s mission? economic factor? insurrection?
Who are the actors in feminist politics today? Did feminism turn into a field of official politics, defined by president’s election campaigns, federal administration, global economic strategising, and academic career management? Does it make any sense at all to combine the terms feminism and insurrection today? And secondly: How does feminist practice deal with the fact that gender relations are no longer understood as structured exclusively by the category of gender, but by various processes of social differentiation like education, post/colonialism, economic globalization, racism, heteronormativity? The idea of a simple binary of male versus female is widely challenged. How is this insight taken up by feminisms? Is queer feminism a promising answer to these questions?

Fr 08. August 08 17:00-20:30 Radialsystem, Berlin-Ostbahnhof, Holzmarktstr. 33

panel on queer/feminist politics (in English)
> inputs and discussion with

María do Mar Castro Varela (Berlin)
Marina Gržini? (Ljubliana, Slovenia)
Rosa Reitsamer (Vienna, Austria)
Tiina Rosenberg (Lund, Sweden)
Chris Straayer (New York, U.S.)
Tim Stüttgen aka Timi Mei Monigatti (Berlin)

moderated by / moderiert von
Antke Engel (Institute for Queer Theory, Berlin)

as part of the Festival / im Rahmen des Festivals
Femmes ‘R’ Us. Feminismus in Pop – Musik – Kunst – Film heute
7.-16. August 2008
RADIALSYSTEM V, Holzmarktstr. 33, Berlin-Ostbahnhof
curated by / kuratiert von Ina Wudtke and/und Christine Lang
http://www.femmes-breaks.com/

Petition gegen die Abschaffung des Frauenreferates

Student_innen an der Uni Hamburg haben eine Online-Petition eingerichtet, um Unterschriften gegen die Abschaffung des Frauenreferates durch den AStA der Uni Hamburg zu sammeln.

Gegen die Abschaffung des Frauenreferats!

Am 13.6.2008 gab der gegenwärtige AStA der Universität Hamburg (bestehend aus Juso- Hochschulgruppe, WiWi-Liste, Mediziner-Liste, Jura-Liste, Liberaler Hochschulgruppe, GeiWi-Liste und MIN-Liste) bekannt, dass er das Frauenreferat abschaffen will. Mittlerweile wurde dieser Entschluss auch bereits im neuen Haushaltsentwurf umgesetzt.
Das Frauenreferat existiert seit über dreißig Jahren und wurde gegründet um den patriarchalen und sexistischen Strukturen in dieser Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. Dieser Raum, geschaffen zur Selbstorganisation von Frauen, der Stärkung ihrer Interessen und Ort der Ermächtigung, soll nun schlichtweg abgeschafft werden. Gleichstellungspolitische Aufgaben sollen vom Sozialreferat des AStA wahrgenommen werden. Der AStA verfolgt damit eine bevormundende Politik. Es geht um mehr als eine erfolgreiche Integration ins Bestehende.
Hiermit fordern wir die Anerkennung der selbstgewählten und -geschaffenen Strukturen des Frauenreferats. Des Weiteren fordern wir die damit verbundene Zurücknahme der Abschaffung und die Sicherung der Finanzmittel in mindestens der bisherigen Höhe.

Außerdem wurde jetzt ein Blog eingerichtet, in dem Informationen rund um den Protest gegen die Abschaffung gesammelt werden sollen. Dem AStA scheinen die unabhängigen, teilautonomen Referate als Interessenvertretung verschiedener benachteiligter Gruppen (Frauen, Nicht-normativ-Heterosexuelle, Ausländer_innen und chronisch Kranke/behinderte Studierende) ein Dorn im Auge zu sein. Im Laufe des Sommersemesters hatte der AStA nun überraschenderweise festgestellt, dass Frauen an der Uni Hamburg keine zahlenmäßige Minderheit sind, und sich demnach auch der (Kern-)AStA der Gleichstellungspolitik annehmen könne. Kurzerhand wurde das Frauenreferat samt Haushaltstitel abgeschafft. Um gegen diese paternalistische Politik zu protestieren, unterstützt das Frauenreferat mit eurer Unterschrift und verlinkt die Petition auf euren Blogs!

Benefizkonzert für Amnesty for Women

Amnesty for Women ist eine Organisation, die sehr wichtige und unterstützenswerte Arbeit leistet, die auftretenden KünstlerInnen super interessant und das letzte Benefizkonzert vor ein paar Wochen im der Fabrik (mit den Zitronen, Angie Reed und The Charts) war auch sehr schön. Darum freue ich mich auf das nächste Benefizkonzert am 11. Juli im Knust und hoffe, dass es voll wird.

flyer konzert amnesty for women

Liebe FreundInnen von Amnesty for Women!

Die alltägliche Arbeit von Amnesty for Women zeigt, dass es einen großen Bedarf an psychologischer Beratung gibt. Nicht alle Migrantinnen sprechen Deutsch, deshalb braucht Amnesty for Women muttersprachliche Psychologinnen, die auch mit dem kulturellen Hintergrund vertraut sind.

Die psychologische Beratung und Krisenintervention wird ausschließlich über Spendengelder finanziert. Deshalb freuen wir uns, dass besondere KünstlerInnen im Rahmen eines Benefizkonzertes für uns auftreten werden und möchten alle FreundInnen von Amnesty for Women herzlich dazu einladen, mit uns einen abwechslungsreichen Abend zu verbringen und uns durch den Eintritt zu unterstützen.
THE WORLD INFERNO FRIENDSHIP SOCIETY ist keine Band im ursprünglichen Sinne, sondern ein Projekt von 8-12 versierten MusikerInnen aus New York. Mit Witz, Politik und Partylaune haben World-Inferno sich ihre eigene, einmalige Nische geschaffen. Sie bieten eine Mischung aus Broadway Music, Kurt Weill und Brecht Songs, Big Band Sound, Louis Armstrong und siedeln sich irgendwo zwischen Soul und Punk an. Beim Duo JACK FUCKING TWIST aus Hamburg wird schnell klar, dass hier 2 Musikerinnen Lust auf Spaß haben, aber trotzdem ernst zu nehmen sind. Mit wenigen Mitteln bringen sie Bass, Fußorgel, Schlagzeug, 2x Gesang und viel Energie auf die Bühne. Abgerundet wird der Abend durch DJ-Sets von Patex (School Of Zuversicht) und Melissa Logan (Chicks on Speed).

Das Konzert findet am 11. Juli im Knust (Neuer Kamp 30, 20357 Hamburg) statt. Karten sind im Vorverkauf für 8 Euro und an der Abendkasse für 10 Euro erhältlich.

Das Team von Amnesty for Women

Alles muss raus!

Was für ein toller Kommentar von beaha bei dieStandard:

Nicht nur der Körper, auch der Darm, Stoffwechsel und Verdauung müssen fit sein, denn die Direktive lautet: Sichtbares oder Unsichtbares – es muss weg, oder: Es muss raus. Was weg und was raus muss, entscheidet aber nicht unser “Bauchgefühl”, sondern vielmehr das der VerdauungsfetischistInnen, die ihre Fit = Schön = Gesund-Vorstellungen gern auf unsere privatesten Körperfunktionen ausdehnen.

Was wäre das ganze Selbstmanagement ohne die innovative Lebensmittelindustrie und ihre Werbeargenturen? Seit dem ich dieses Video vor einiger Zeit bei Feministing gesehen habe, kringele ich mich jedes Mal vor lachen, wenn im Fernsehen Joghurtwerbung läuft. Das hilft bestimmt auch beim Verdauen:

Der AStA und die Teilautonomie – ein vorerst letzter Bericht


Vorweg: Ich habe den Liveblogging Beitrag an dieser Stelle wieder von der Seite genommen. So lustig war es ja doch nicht.

Am gestrigen Abend fand an der Uni eine weitere Sitzung des Studierendenparlamentes statt. Diese Sitzungen sind sehr spezielle Veranstaltungen, und werden von manchen gerne als politisches Improvisationstheater bezeichnet. Thema der gestrigen Sitzung war unter anderem der Haushaltsplan, in dem zum einen Kürzungen bei den Teilautonomen Referaten vorgesehen waren, und zum anderen das teilautonome Frauenreferat nicht mehr auftauchte, nachdem es vom AStA (und nicht etwa von einer Frauenvollversammlung) aufgelöst und in das Sozialreferat integriert wurde. Schließlich war dem AStA aufgefallen, dass Frauen an der Uni zahlenmäßig gar keine Minderheit darstellen, und Gleichstellung ein so wichtiges Thema ist, dass nur der AStA es in seiner unnachahmlichen Art effektive und funktionierende Politik für benachteiligte Gruppen machen kann.
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“Feminisms and Activisms” zum runterladen

Die vierte Ausgabe der Annual Review of Critical Psychology (ARCP) mit dem Thema Feminisms and Activisms wurde 2005 von Alexandra Zavos, Barbara Biglia, Jude Clark und Johanna Motzkau herausgegeben. Die komplette Ausgabe kann kostenlos heruntergeladen werden (via nextgenderation’s mailingliste, by the way). Das Inhaltsverzeichnis verspricht eine internationale, multidiszipinäre Perspektive. Am meisten angesprochen hat mich auf den ersten Blick übrigens der Text “Housewives, maids, cleaning ladies and caregivers in general: Care in the communication continuum” von den Precarias a la Deriva.

Aufruf und offener Brief zur Situation der Teilautonomen Referate an der Uni Hamburg

Nachdem der Blog jetzt wieder geht – der Server war kaputt – poste ich schnell mal den aktuellen Aufruf zum Protest gegen die Politik des Hamburger AStAs:

Für eine unabhängige Vertretung und gegen Bevormundung – gegen die Abschaffung des Frauenreferates!

Teilautonome Referate sind schon seit über 20 Jahren Bestandteil der Strukturen der Verfassten Studierendenschaft. Der neue AStA plant nun massive Einschränkungen unserer unabhängigen Arbeit. Das Frauenreferat soll gar ganz abgeschafft werden.

Die Teilautonomen Referate setzen sich für benachteiligte Gruppen an der Universität ein. Sie sollen einen Raum darstellen, in dem es möglich ist, Diskriminierungen zu benennen und diesen gemeinsam entgegenzutreten – abseits der Dominanzen und Hierarchien der Mehrheitsgesellschaft, die sich auch im AStA widerspiegeln.

Derzeit existieren vier Teilautonome Referate im AStA:

  1. Frauenreferat
  2. Ausländerreferat
  3. LesBISchwulTranSM polymorph perverses Referat
  4. Interessengemeinschaft behinderter und chronisch kranker Studierender

Die Teilautonomen Referate sind den AStA-tragenden Listen ein Dorn im Auge. Da die ReferentInnen der Teilautonomen Referate von den jeweiligen Vollversammlungen gewählt werden, sind sie damit unabhängig von dem derzeitigen AStA (der sich hauptsächlich aus SPD- und FDP-NachwuchspolitikerInnen rekrutiert). Das passt dem AStA nicht und so hat er in den letzten Wochen alles unternommen, um die Handlungsfähigkeit dieser Referate einzuschränken. Im Haushalt plant der AStA eine Kürzung unserer Gelder um über 20.000 Euro (ein Drittel der Mittel, die uns derzeit zur Verfügung stehen). Gleichzeitig genehmigte der AStA-Vorstand sich und seinen Publikationen 19.000 Euro mehr. Eine Besetzungsaktion nahm der AStA zum Anlass, mehrere ReferentInnen für “abberufen” zu erklären. Auch ansonsten war er nicht zimperlich: Der Finanzreferent hinderte beim Campus Open Air einen Referenten mit Gewalt daran, eine Solidaritätserklärung für die Teilautonomen Referate zu
verteilen.

Zu guter Letzt möchte der AStA nun das Frauenreferat abschaffen, und so hat der Drei-Männer-AStA-Vorstand dieses Referat aufgelöst und in das Sozialreferat eingeordnet. Frauen seien keine “Minderheit” und bräuchten deshalb keine unabhängige Vertretung. Grund für die Teilautonomen Referate ist aber nicht allein deren Minderheitenstatus, sondern die strukturelle Benachteiligung, die die unterschiedlichen Gruppen bis heute erleben. Dies gibt der AStA in seiner Stellungnahme sogar zu.

Welchen Stellenwert Gleichberechtigung aber für den AStA-Vorsitzenden hat, zeigt sich schon in einer Äußerung des AStA-Vorsitzenden Benjamin Gildemeister gegenüber dem Abendblatt: Der Zustand der Gebäude, nicht aber “Geschlechtergerechtigkeit” sei ein “wirkliches Problem” an der Uni. Insofern benötigen wir eine unabhängige Vertretung dringender denn je!

Wir wollen uns diese Bevormundung nicht länger gefallen lassen!
Beschwert Euch beim AStA und kommt zur

Versammlung am Montag 23.6. um 16 Uhr in die T-Stube rauchfrei (Pferdestall, Allende Platz 1)

Sitzung des Studierendenparlamentes am Dienstag 24.6. um 19 Uhr in den Hörsaal der Erziehungswissenschaften und unterstützt uns dort

Das Institut für Queer Theory hat einen Offenen Brief zu Situation in Hamburg veröffentlicht:

Gegen die Abschaffung des Frauenreferats des AStA der Universität Hamburg

Mit der Auflösung des Frauenreferats sowie den Mittelkürzungen der teilautonomen Referate verschreibt sich der AStA der Universität Hamburg einer in doppelter Hinsicht anti-demokratischen Politik: Er betreibt – noch dazu mit autokratischen Methoden – Interessenpolitik, statt sein Mandat als Vertretung der gesamten Studierendenschaft aufzufassen. Und er untergräbt die politische Partizipation derjenigen, für die Selbstorganisation in teilautonomen Referaten Möglichkeiten der politischen, sozialen und kulturellen Artikulation und Partizipation darstellt, die ihnen aufgrund struktureller Benachteiligungen verwehrt oder erschwert ist.

Demokratische Politik ist nicht „Politik der Stärkeren“ oder Privilegiensicherung, sondern orientiert sich an gesellschaftlichem Interessenausgleich und sozialer Gerechtigkeit.

Gegen eine Politik, die auf die Herrschaft dominanter gesellschaftlicher Kräfte und die Festschreibung struktureller Ungleichheit setzt.

Für den Erhalt ressourcenstarker teilautonomer Referate.

Berlin, 20.06.08
Antke Engel, Institut für Queer Theory (Hamburg/Berlin)

Gleichstellungspolitik wird Chefsache

Zumindest soll Gleichstellungspolitik im AStA der Uni Hamburg jetzt zur Kernangelegenheit werden. KernAStA nennen sich die vom Studierendenparlament gewählten Vertreter der Studierendenschaft in Abgrenzung zu den vier teilautonomen Referaten. Das Frauenreferat, das bisher basisdemokratisch von der Frauenvollversammlung gewählt wurde, soll jetzt aufgelöst werden. Dies geschieht, nachdem bei der letzten Frauenratswahl die amitierenden und sehr aktiven Referentinnen einer aus dem Nichts auftauchenden Konkurenzliste ohne Programm unterlagen. Um Gleichstellungsfragen soll ich in Zukunft das Sozialreferat kümmern.

Weiterhin ist der AStA der Meinung, dass Frauen an der Uni zwar keine Minderheit (mehr) darstellen, aber noch immer mit Diskriminierungen aufgrund ihres Geschlechts zu kämpfen haben. Da die Gleichstellungsproblematik also die Mehrheit der Studierenden betrifft, hat der AStA sich dafür entschieden, die Frage der Gleichstellung nicht mehr in der Struktur einer Minderheitenvertretung zu belassen, sondern in den Kern-AStA zu integrieren.

Mehr dazu auf der Homepage des AStAs. Der Plan ist, in Anbetracht der Geschichte der teilautonomen Referate und der gesellschaftlichen Zustände, ein Skandal, aber immerhin aus mathematischer Sicht bestechend einleuchtend.