Category: Queer

Panel zu queer/feministischen Politiken auf dem Femmes ‘R’ Us

Spannend spannend, die Veranstaltung vom Institut für Queer Theory nächste Woche im Rahmen des “Femmes ‘R’ Us” Festivals. Aber in Berlin, und ich bin im Urlaub.

Feminismus – Staatsaufgabe? Wirtschaftsfaktor? Revolte?
Feminism – government’s mission? economic factor? insurrection?

Feminism – government’s mission? economic factor? insurrection?
Who are the actors in feminist politics today? Did feminism turn into a field of official politics, defined by president’s election campaigns, federal administration, global economic strategising, and academic career management? Does it make any sense at all to combine the terms feminism and insurrection today? And secondly: How does feminist practice deal with the fact that gender relations are no longer understood as structured exclusively by the category of gender, but by various processes of social differentiation like education, post/colonialism, economic globalization, racism, heteronormativity? The idea of a simple binary of male versus female is widely challenged. How is this insight taken up by feminisms? Is queer feminism a promising answer to these questions?

Fr 08. August 08 17:00-20:30 Radialsystem, Berlin-Ostbahnhof, Holzmarktstr. 33

panel on queer/feminist politics (in English)
> inputs and discussion with

María do Mar Castro Varela (Berlin)
Marina Gržini? (Ljubliana, Slovenia)
Rosa Reitsamer (Vienna, Austria)
Tiina Rosenberg (Lund, Sweden)
Chris Straayer (New York, U.S.)
Tim Stüttgen aka Timi Mei Monigatti (Berlin)

moderated by / moderiert von
Antke Engel (Institute for Queer Theory, Berlin)

as part of the Festival / im Rahmen des Festivals
Femmes ‘R’ Us. Feminismus in Pop – Musik – Kunst – Film heute
7.-16. August 2008
RADIALSYSTEM V, Holzmarktstr. 33, Berlin-Ostbahnhof
curated by / kuratiert von Ina Wudtke and/und Christine Lang
http://www.femmes-breaks.com/

Taz Kommentar zu Thomas Beatie – Verstoß gegen Pressekodex?

Als in der vergangenen Woche in der Taz ein Pro/Contra Artikel zur Schwangerschaft von Transmann Thomas Beatie erschien, löste der Text von Arno Frank zur Frage, ob Beatie nun Vater oder Mutter sei, eine Vielzahl von Reaktionen aus. Obwohl die Taz auf dem Küchentisch lag, erfuhr ich über den Text zunächst über diverse Mailinglisten. Auch in Blogs wie yeahpope, andersdeutsch und bei Till Westermayer wurde das Thema kritisch aufgegriffen.

Der Text von Frank, den ich an dieser Stelle nicht zitieren möchte, löste Proteste aus: In der Leserbriefspalte der Taz am Wochenende war Franks Text das einzige Thema, und alle Leserbriefschreiber_innen bezogen Stellung gegen die diskriminierende und patologisierende Polemik des Autors. Auf der Webseite der Taz waren nach erscheinen des Textes zunächst drei Leser_innenkommentare zu sehen. Ich hatte selbst einen Kommentar hinterlassen, aber zu diesem Zeitpunkt wurden vermutlich zunächst keine weiteren Kommentare mehr freigeschaltet. Der Zählerstand blieb in den nächsten Stunden auf 3. Heute habe ich die Seite noch einmal aufgerufen, und jetzt sind dort 40 eingegangene Kommentare zu lesen (meinen aber nicht *seufz*). Anscheinend war die Zahl der Leser_innenreaktionen hoch genug, um den Redakteuren dort einiges an Arbeit zu machen.

Lukas hat in seinem Blog angeregt, beim Deutschen Presserat Beschwerde gegen den Text von Arno Frank einzulegen:

Sowohl der Autor als auch die Taz selbst, verstößt mit dem Verfassen und Abdrucken dieses Artikels gleich gegen mehrere Ziffern des Pressekodex und zwar gegen:

Ziffer 1 – Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

Ziffer 9 – Schutz der Ehre
Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.

Ziffer 12 – Diskriminierungen
Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

Das ist ein bedenkenswerter Vorschlag, wie ich finde. Ich hoffe ja noch darauf, dass die Taz von sich aus zu dem Thema noch einmal Stellung nimmt, und die negativen Reaktionen auf Franks Artikel selbstkritisch aufgegriffen werden. Eine Entschuldigung wäre angebracht. Bisher habe ich in dieser Richtung aber leider noch nichts gelesen.

Zweite Ausgabe der Liminalis

Liminalis – Zeitschrift für geschlechtliche Emanzipation” ist eine Online-Veröffentlichung, die zurzeit auf Deutsch und Englisch vorliegt (Spanisch kommt in der nächsten Ausgabe dazu). Sie besteht aus Artikeln unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen, Essays und künstlerischen Beiträgen und verfolgt das Ziel, in einer entpatologisierenden und entexotisierenden Weise (soziale) Bewegung und (kritische) Wissenschaft zusammen zu bringen.

Ausgangspunkt dieser Ausgabe der Liminalis sind Erfahrungen vieler Intersex- und Transgendermenschen mit Pathologisierung durch den medizinischen und rechtlichen Apparat in unserer Gesellschaft sowie durch kulturelle, politische und auch sprachliche Systeme, in denen kein Platz ist für eine positive Identifikation oder auch nur ein würdevolles Leben. Eine Emanzipation davon kann durch verschiedene Wege erfolgen. In dieser Ausgabe der Liminalis werden akademische, essayistische und künstlerische Versionen einer Auseinandersetzung mit möglichen Formen einer solchen Emanzipation vorgestellt. Die Beiträge in dieser Ausgabe beschäftigen sich mit den rechtlichen, sprachlichen und künstlerischen Möglichkeiten, eine heteronormative Zweigeschlechterordnung aufzubrechen und zu verändern.
Wir freuen uns in dieser Ausgabe nicht nur dekonstruktivistischen Ansätzen einen Raum geben zu können, sondern auch konkreten Vorschlägen, wie eine andere, nicht-pathologisierende, nicht-exotisierende Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen aussehen könnte. (aus dem editorial)

Die Artikel liegen innerhalb der Website als PDF vor, was ich persönlich etwas ungewohnt finde, obwohl es eigentlich ganz praktisch ist. Das wirkliche Problem ist natürlich wie immer die Zeit, die ich bräuchte, um die ganzen interessanten Sachen im Netz auch zu lesen.

Viva la revolutión

Am 2. August wird in der Roten Flora eine Soliparty alternativ zum Hamburger CSD gefeiert, die unter dem Motto wat mutt dat mutt – für eine queere revolution steht.

flyerausschnitt flyerausschnitt hinten

Klick auf die Ausschnitte um den ganzen Flyer von vorne und hinten zu sehen.

eine andere herangehensweise

die fische stinken bis zum himmel: toter fisch* als symbol für homosexuelle und heterosexuelle gleichstellung. ‘butter bei die fische’: ‘fische’: im Sinne von ‘jetzt werden tatsachen geschaffen’ > ‘jetzt müssen greifbare ergebnisse her’ oder ‘die konkreten wichtigen maßnahmen dürfen nicht mehr länger auf die lange bank geschoben werden’: Jetzt muss ‘butter bei die Fische’ – eben.
was für butter an welche fische? süss, salzig, gepöckelt, geräuchert, einfach tot: oder LEBEN die etwa noch – die fische? ‘butter bei die fische’: also, dazu fällt dann auch nicht mehr viel ein. allenfalls: einfältig bis gleichschaltung, anstatt gleichstellung.
‘WAT MUTT DAT MUTT’: dahinter verbergen sich einzelne gruppierungen selbstorganisierter veranstalterInnen queerer, lesBiSchwuler oder transgender u.a.Kulturräume, die am höhepunkt der diesjährigen csd-veranstaltung, den tag der parade, eine alternative, nicht kommerzielle veranstaltung in den räumen der roten flora stattfinden lassen: fernab von sponsoring und gay-establishment.
dabei geht es uns um viel mehr als präsenz zu zeigen: es geht darum die diskurse über bestehende Strukturen, Leitbilder und gesellschaftliche Muster LEBENDIG (vs. toter fisch) darzustellen, die vielfältigkeit und heterogenität in den sozialen zusammenhängen aufzuzeigen und für selbstbestimmtheit und authentizität zu plädieren.
wir distanzieren uns von der gleichstellungs-polemik des offiziellen hamburger csd 2008. gleichstellung bedeutet nicht: assimilieren in heterosexuelle normalitäten und normativitäten.
wir distanzieren uns von einer parade, die kommerzialisierten und ritualisierten charakter hat.
eben weil sich: das motto ‘butter für die fische’ wie warme butter ‘anhört:leicht, schmeichelhaft, problemlos, angenehm,verführerisch…,ist gerade nicht ‘alles in butter’.
WAT MUTT DAT MUTT >> anders_gleich-WERTIG.

Konstruiert

Gestern schrieb ich ja, dass es wünschenswert wäre, wenn Journalist_innen sich auch mal mit konstruktivistischen Theorien auseinander setzen würden. Nach dem ich eine Kurzbesprechung zum Film XXY bei Intro.de gelesen habe, bin ich mir darüber nicht mehr so sicher:

Ungewöhnlich, aber wahr: Die junge Alex ist Mädchen und Junge zugleich, meinen zumindest ihre Geschlechtsteile. Was sich erst einmal ungemein praktisch anhört, kann allerdings auch sehr belastend sein, vor allem, wenn die nähere Umgebung darauf nicht so klar kommt. Das fängt in Alex’ Fall schon bei den Eltern an, wird aber auch nicht besser in der uruguayischen Provinz, wo die Menschen noch nicht so viel Erfahrung mit sozial konstruierten Gender-Differenzen haben. Um es mal milde auszudrücken.

Während der Textanfang wohl ein schlechter Scherz sein soll, frage ich mich: Provinzler haben wenig Erfahrung mit sozial konstruierter Gender-Differenz? Was soll das heißen? Da hat wohl jemand in der Uni nicht richtig aufgepasst, den Begriff aufgeschnappt, aber das Konzept nicht verstanden.

Immer dieser Wille zum Wissen


Miriam erklärte vorgestern in einem Post bei Feministing, warum sie ein ungutes Gefühl hat, wenn es um wissenschaftliche Studien geht, die sich mit sexueller Differenz beschäftigen: Why I don’t like scientific studies about sexuality

Da neulich diese Forschungsergebnisse über homosexuelle und heterosexuelle Gehirne (sic!) durch die Presse gingen, laut denen die Gehirne von Schwulen denen von heterosexuellen Frauen ähneln, und die von Lesben denen von heterosexuellen Männern, fand ich es sehr schön, auf Miriams Text gestoßen zu sein: Read more

Geschlechterperformativität in Harburg

Mal was netteres als diese sch*** Hochschulpolitik.

Zwei Abende zum Thema Geschlechterperformativität

Sonnabend, den 28. Juni 2008
20 Uhr William Wheeler: “Border-Strip” – eine Striptease-Performance mit Musik und Video-Animationen
21 Uhr Tim Stüttgen aka Timi Mei Monigatti

Sonntag, den 29. Juni 2008
18:30 Uhr Geschlechterperformance bei Judith Butler – kurze Einführung in einige zentrale Begriffe zur Geschlechterkonstruktion bei Judith Butler durch Christina Ruppert
19:30 Uhr “one hand on open” – ein experimenteller Animationsfilm von Stefan Pente und William Wheeler, 2008. Länge 86 min., englisch. Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum Gespräch mit den Regisseuren

im Rahmen der Ausstellung:

Reihe:Ordnung sagt – SEX
mit Stefan Pente
Ausstellung: 27. April bis 13. Juli 2008
Öffnungszeiten: Mi. bis So. 14 bis 18 Uhr

Mit der Ausstellung Reihe:Ordnung sagt – SEX setzen wir unseren im Jahr 2007 begonnenen und bis 2009 geplanten Ausstellungszyklus Reihe:Ordnung fort, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorstellt und ihren
ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt. SEX ist der vierte Teil der Reihe und wird mit Stefan Pente erstmalig als Einzelausstellung realisiert.

Die Konstruktion von Identität ist das zentrale Thema des in Zürich und Berlin lebenden Künstlers Stefan Pente. Er beschreibt Sex in seiner Ausstellung für den Kunstverein Harburger Bahnhof als ein Verhältnis von Körper, Blicken und Raum.

Noch mehr Informationen dazu stehen in diesem PDF (56,3 KB).

Der AStA und die Teilautonomie – ein vorerst letzter Bericht


Vorweg: Ich habe den Liveblogging Beitrag an dieser Stelle wieder von der Seite genommen. So lustig war es ja doch nicht.

Am gestrigen Abend fand an der Uni eine weitere Sitzung des Studierendenparlamentes statt. Diese Sitzungen sind sehr spezielle Veranstaltungen, und werden von manchen gerne als politisches Improvisationstheater bezeichnet. Thema der gestrigen Sitzung war unter anderem der Haushaltsplan, in dem zum einen Kürzungen bei den Teilautonomen Referaten vorgesehen waren, und zum anderen das teilautonome Frauenreferat nicht mehr auftauchte, nachdem es vom AStA (und nicht etwa von einer Frauenvollversammlung) aufgelöst und in das Sozialreferat integriert wurde. Schließlich war dem AStA aufgefallen, dass Frauen an der Uni zahlenmäßig gar keine Minderheit darstellen, und Gleichstellung ein so wichtiges Thema ist, dass nur der AStA es in seiner unnachahmlichen Art effektive und funktionierende Politik für benachteiligte Gruppen machen kann.
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Aufruf und offener Brief zur Situation der Teilautonomen Referate an der Uni Hamburg

Nachdem der Blog jetzt wieder geht – der Server war kaputt – poste ich schnell mal den aktuellen Aufruf zum Protest gegen die Politik des Hamburger AStAs:

Für eine unabhängige Vertretung und gegen Bevormundung – gegen die Abschaffung des Frauenreferates!

Teilautonome Referate sind schon seit über 20 Jahren Bestandteil der Strukturen der Verfassten Studierendenschaft. Der neue AStA plant nun massive Einschränkungen unserer unabhängigen Arbeit. Das Frauenreferat soll gar ganz abgeschafft werden.

Die Teilautonomen Referate setzen sich für benachteiligte Gruppen an der Universität ein. Sie sollen einen Raum darstellen, in dem es möglich ist, Diskriminierungen zu benennen und diesen gemeinsam entgegenzutreten – abseits der Dominanzen und Hierarchien der Mehrheitsgesellschaft, die sich auch im AStA widerspiegeln.

Derzeit existieren vier Teilautonome Referate im AStA:

  1. Frauenreferat
  2. Ausländerreferat
  3. LesBISchwulTranSM polymorph perverses Referat
  4. Interessengemeinschaft behinderter und chronisch kranker Studierender

Die Teilautonomen Referate sind den AStA-tragenden Listen ein Dorn im Auge. Da die ReferentInnen der Teilautonomen Referate von den jeweiligen Vollversammlungen gewählt werden, sind sie damit unabhängig von dem derzeitigen AStA (der sich hauptsächlich aus SPD- und FDP-NachwuchspolitikerInnen rekrutiert). Das passt dem AStA nicht und so hat er in den letzten Wochen alles unternommen, um die Handlungsfähigkeit dieser Referate einzuschränken. Im Haushalt plant der AStA eine Kürzung unserer Gelder um über 20.000 Euro (ein Drittel der Mittel, die uns derzeit zur Verfügung stehen). Gleichzeitig genehmigte der AStA-Vorstand sich und seinen Publikationen 19.000 Euro mehr. Eine Besetzungsaktion nahm der AStA zum Anlass, mehrere ReferentInnen für “abberufen” zu erklären. Auch ansonsten war er nicht zimperlich: Der Finanzreferent hinderte beim Campus Open Air einen Referenten mit Gewalt daran, eine Solidaritätserklärung für die Teilautonomen Referate zu
verteilen.

Zu guter Letzt möchte der AStA nun das Frauenreferat abschaffen, und so hat der Drei-Männer-AStA-Vorstand dieses Referat aufgelöst und in das Sozialreferat eingeordnet. Frauen seien keine “Minderheit” und bräuchten deshalb keine unabhängige Vertretung. Grund für die Teilautonomen Referate ist aber nicht allein deren Minderheitenstatus, sondern die strukturelle Benachteiligung, die die unterschiedlichen Gruppen bis heute erleben. Dies gibt der AStA in seiner Stellungnahme sogar zu.

Welchen Stellenwert Gleichberechtigung aber für den AStA-Vorsitzenden hat, zeigt sich schon in einer Äußerung des AStA-Vorsitzenden Benjamin Gildemeister gegenüber dem Abendblatt: Der Zustand der Gebäude, nicht aber “Geschlechtergerechtigkeit” sei ein “wirkliches Problem” an der Uni. Insofern benötigen wir eine unabhängige Vertretung dringender denn je!

Wir wollen uns diese Bevormundung nicht länger gefallen lassen!
Beschwert Euch beim AStA und kommt zur

Versammlung am Montag 23.6. um 16 Uhr in die T-Stube rauchfrei (Pferdestall, Allende Platz 1)

Sitzung des Studierendenparlamentes am Dienstag 24.6. um 19 Uhr in den Hörsaal der Erziehungswissenschaften und unterstützt uns dort

Das Institut für Queer Theory hat einen Offenen Brief zu Situation in Hamburg veröffentlicht:

Gegen die Abschaffung des Frauenreferats des AStA der Universität Hamburg

Mit der Auflösung des Frauenreferats sowie den Mittelkürzungen der teilautonomen Referate verschreibt sich der AStA der Universität Hamburg einer in doppelter Hinsicht anti-demokratischen Politik: Er betreibt – noch dazu mit autokratischen Methoden – Interessenpolitik, statt sein Mandat als Vertretung der gesamten Studierendenschaft aufzufassen. Und er untergräbt die politische Partizipation derjenigen, für die Selbstorganisation in teilautonomen Referaten Möglichkeiten der politischen, sozialen und kulturellen Artikulation und Partizipation darstellt, die ihnen aufgrund struktureller Benachteiligungen verwehrt oder erschwert ist.

Demokratische Politik ist nicht „Politik der Stärkeren“ oder Privilegiensicherung, sondern orientiert sich an gesellschaftlichem Interessenausgleich und sozialer Gerechtigkeit.

Gegen eine Politik, die auf die Herrschaft dominanter gesellschaftlicher Kräfte und die Festschreibung struktureller Ungleichheit setzt.

Für den Erhalt ressourcenstarker teilautonomer Referate.

Berlin, 20.06.08
Antke Engel, Institut für Queer Theory (Hamburg/Berlin)