Category: Wissenschaft

Intersektionalität – Workshop in Hamburg

Im Januar findet in Hamburg ein Workshop mit dem Tital Facetten der Intersektionalität – Zur Produktivität einer (Forschungs-) Perspektive statt. Mehr Informationen und ein Call For Papers auf www.genderstudies-hamburg.de.

Intersektionalität als (Forschungs-)Perspektive gewinnt für theoretische und empirische Entwicklungen in den Gender und Queer Studies – aber nicht nur dort – zunehmend an Bedeutung. Die Hamburger Gender und Queer Studies möchten das Jahr 2008 für eine intensive Beschäftigung mit diesem Arbeitsfeld nutzen. In Workshops und Vortragsveranstaltungen erhalten Wissenschaftler_innen, Studierende, Künstler_innen, politische Aktivist_innen und Praktiker_innen Gelegenheit zu Austausch und Diskussion.

Im Rahmen des Auftakt-Workshops (25. – 27. Januar 2008) möchten wir intersektional arbeitenden Menschen Gelegenheit geben, eigene Forschungsergebnisse, künstlerische Projekte und politische Initiativen/Aktionen zu präsentieren. Die Präsentationen finden im Rahmen thematisch abgegrenzter Sessions statt. Darüber hinaus bieten wir in Werkstattgruppen Gelegenheit, intersektional konzipierte (Qualifizierungs-)Arbeiten, Projekte und Initiativen zur Diskussion zu stellen („works in progress“).

Queer-| Feministische Kritiken neoliberaler Verhältnisse

Was jetzt kommt, ist keine Rezension, sondern Werbung für den Sammelband Queer- | Feministische Kritiken neoliberaler Verhältnisse, der in diesem Jahr im Unrast Verlag (Münster) erschienen ist.

Das Buch versucht aktuelle theoretische Auseinandersetzung des Feminismus und der queer theory in Bezug zu politischen Praxen zu setzen. In allen Beiträgen geht es um die Frage, wie eine solche Positionen und Praxen unter den paradoxen Bedingungen neoliberaler Hegemonien aussehen können. Die Felder Sozial- und Arbeitsmarktpolitik (Winker), Lebensformen- bzw. queere Familienpolitik (Ganz), die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen (Bentrup), Migrantinnen in der Hausarbeit (Englert und Greve), queere Bündnispolitik und die Auseinandersetzung mit Rassismus (Wehr), und die vielfältige Formen von feministischem, post-feministischem und queer-feministischem Widerstand (Groß) werden von unterschiedlichen theoretischen Standpunkten betrachtet: Von Butler über Elias bis Foucault und Marx.

Der Sammelband ist das Ergebniss intensiver Diskussionen im Rahmen eines zweisemestrigen Seminars der Herausgeberinnen Melanie Große und Gabriele Winker an der TU Hamburg Harburg. Das Seminar war Teil des Gender Studies Programm in Hamburg und die Beiträge stammen u.a. von Studierenden des Nebenfachstudienganges Gender Studies bzw. des Masters Gender und Arbeit.

Melanie Groß / Gabriele Winker (Hg.)
Queer- | Feministische Kritiken neoliberaler Verhältnisse

ISBN-13: 978-389771-302-4
broschiert, 192 Seiten
Preis: 14.00 Euro
Unrast Verlag, 2007

Mit Beiträgen von Stefanie Bentrup, Kathrin Englert, Kathrin Ganz, Dorothee Greve, Melanie Groß, Christiane Wehr und Gabriele Winker

Kauft das Buch. Schlagt es für Bibliotheken vor. Hängt einen Flyer aus.

Nicht-lineare Linearität und marktradikale Fundstücke

Klicken und Details sehen! Man beachte vor allem die super-un-foucaultsche t-Linie und die super-unproportionale Zeitverteilung auf dieser.

Von einer Freundin habe ich den Link zum ideachannel.tv bekommen. Dort kann man sich die Serie Free to Choose ansehen kann. Milton Friedman erklärt dort, wie das mit dem Markt so funktioniert. Besonders toll finde ich die Einführung von Arnold Schwarzenegger, der darüber spricht, wie sehr ihn Friedman inspiriert hat: “It knocked me out […]. He said: ‘The economic race should not be arranged so that everyone ends at the finish line at the same time, but that everyone starts at the starting line at the same time’. I would like to write that one home to Austria.”

Heute habe ich dann noch entdeckt, dass Gary S. Becker ein Blogger ist. Zusammen mit Richard Posner betreibt er den Becker-Posner-Blog und schreibt dort Essays zu Themen wie Women’s Role in the Economy. Becker, der wie Friedman Nobelpreisträger der Ökonomie ist, war einer der ersten, der die ökonomische Theorie auf soziologische Bereiche ausdehnte und schreibt u.a. über die Familie, Kriminalität und Humankapital.

Artikel zum Butler Vortrag & Workshop im Mai

Christiane Wehr hat bei The Thing – Hamburg einen Bericht zu Butlers Vortrag und dem anschließenden Workshop “Queer, Sexualpolitiken und der Menschenrechtsdiskurs” veröffentlicht: Freiheit in Unfreiheit? Judith Butler und ein Workshop.

In den nächsten Tagen schreibe ich vielleicht noch ein Kommentar zu Christianes Text, denn da steckten interessante Gedanken drin.

Es konnte ja nur besser werden, nach dem Zum Wundern und Kopfschütteln außerdem noch der Link zum merkwürdigen taz Hamburg-Artikel vom 21. Mai.

Judith Butler Vortrag bei FSK

Wenn ich das mit den search keywords richtig deute, war schon jemand hier, um zu erfahren, wann der Judith Butler Vortrag vom 18. Mai im Freien Sender Kombinat läuft. Leider erfolglos. Komm wieder! Jetzt stehts hier:

Der Vortrag “Sexual Politics, Torture, and Secular Time” wird am Montag, dem 2. Juli, von 14 bis 16 Uhr auf Radio FSK im Rahmen unserer Sendung “Jenseits der Geschlechtergrenzen” gesendet. Wenn ihr nicht im Sendegebiet wohnt, könnt ihr euch das auch im Netz als Live-Stream anhören. Die Aufnahme wird nicht bereitgestellt, also nutzt eure Chance!

Mercedes Bunz über Macht und G8

Mercedes Bunz hat anlässlich ihres Vortrags (Video) im Salon Global im Hebbel Theater einen lesenwerten Text zu G8: Macht im postbürgerlichen Kapitalismus geschrieben. Sie arbeitet mit Foucault heraus, dass die Macht sich heutzutage verstecke und es deswegen die Aufgabe von Widerstand sei, die Macht sichtbar zu machen. “Es scheint mitunter, als hätte man auf der anderen Seite Foucaults These von Macht und der Vielheit des Widerstandes genauestens studiert.” Das hilft mir zumindest dabei, über die Ereignisse der letzten (und wahrscheinlich auch dieser) Woche nachzudenken. Die Kommentare zu Bunz’ Text gibts übrigens nicht direkt darunter, sondern hier.?

Žižek in Hamburg

Nach Judith Butler kommt nun auch Slavoj Žižek mit einer steilen These in die Stadt.

Slavoj Žižek, slowenischer Philosoph, Psychoanalytiker und Kulturkritiker, behauptet, man könne die konservative, schlüssige These aufstellen, dass die große stalinistische kulturelle Transformation der frühen und mittleren 1930er Jahre, die vom proletarischen Egalitarismus zur vollständigen Durchsetzung des russischen Erbes führte, keinesfalls die größtmögliche Katastrophe darstellte, die über Russland hätte hereinbrechen können. Ganz im Gegenteil, sie faktisch das gerettet habe, was wir die Menschlichkeit des Menschen nennen können.

Der Vortrag trägt den Titel “How Stalinism saved the humanity of man!” (ich finde das Ausrufezeichen dabei sehr vielversprechend) und findet am Montag, dem 4. Juni, um 20 Uhr auf Kampnagel statt. Der Eintritt kostet 8,- Euro und 6,- Euro ermäßigt und im Anschluss spielt das Roma-Blasorchester “Pitsicato”.

Körper, Papier, Feuer

Foucault und Derrida hatten ja ein paar Jahre lang beef*, weil Derrida nicht gut fand, was Foucault über Descarts geschrieben hat. Foucaults Antwort auf Derridas Kritik an Foucaults Descarts Lektüre in einem Essay namens “My Body, This Paper, This Fire” gibts für euch Theorie-Nerds als kostenlosen e-text. Ich habs noch nicht gelesen und werd’ so schnell auch nicht dazu kommen, fürchte ich.

via continental-philosophy.org

* “a rift between the two men that was never fully mended” (wikipedia)

Hach, Du bist so unbeschreiblich männlich!

Nicht nur im gesellschaftlichen Mainstream hat Männlichkeit ungebrochen Konjunktur, sondern scheinbar selbstverständlich auch zunehmend in den Communitys von Lesben, Schwulen, Trans-Menschen und anderen Queers: Schwule orientieren sich an Idealen heterosexueller Männlichkeit, sei es der Sportler, der Skinhead oder der Cowboy aus Brokeback Mountain. Drag Kings zelebrieren ihrerseits Inszenierungen von Männlichkeit auf den Bühnen queerer Subkulturen. Gleichzeitig schreiben heterosexuelle Frauen schwule Pornos, während die Figur des Metrosexuellen, die Werbeplakate und Fernsehshows des westlichen Mainstreams bevölkert, Elemente schwuler Kultur aufgreift. Wie ist die Allgegenwart dieses Männlichkeitshypes zu erklären? Erleben wir etwa das Ende der vielbeschworenen «Krise der Männlichkeit»? Aber welche Männlichkeit ist überhaupt in der Krise?

Der gerade bei Männerscharmskript erschienene Sammelband “Unbeschreiblich Männlich. Heteronormativitätskritische Perspektiven”, Herausgegeben von Robin Bauer, Josch Hoenes und Volker Woltersdorff (Hg.), wird am Freitag bei einer Veranstaltung in der T-Stube, Allende-Platz 1, in der Uni Hamburg präsentiert und gefeiert. Die oben angerissenen Fragen werden vielleicht auch bei der Podiumsdiskussion mit den Herausgebern besprochen. Das absolute Highlight wird aber der Auftritt der polyphonen Knabenchorschwuchteln sein, die mit ihrem Programm “Parole Stößchen” für Männlichkeiten schwärmen. Es geht los um 20 Uhr. Die Veranstaltung wird übrigens co-organisiert vom LesBISchwulTranSM – polymorph-perversen Referat der Uni Hamburg.

Fragt sich nur, wohin gehen am Freitag. Im exilierten Hafenklang spielen ja auch die Kids On TV und danach legt Elli Pirelli auf. Und im Übel Und Gefährlich ist später am Abend noch polysexuelle Indie-Bespassung bei Misshapes. Ich sag mal: Die Entscheidung fällt spätestens am Freitag.

Butler kommt und auch sonst ist viel los

Die Ankündigung für all die tollen queer-theoretischen und -künstlerischen Ereignisse, die diesen Mai in Hamburg stattfinden werden, verbreiten sich langsam aber sicher.

Judith Butler ist am 18. Mai 2007 in Hamburg und wird einen Vortrag mit dem Titel Sexual Politics, Torture, and Secular Time halten. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr in der Universität Hamburg, Hauptgebäude, Hörsaal A, Edmund-Siemers-Allee 1.

Das Institut für Queer Theory veranstaltet außerdem einen Workshop zu Queer, Sexualpolitiken und der Menschenrechtsdiskurs am Samstag, 19. Mai, von 10.30 bis 20 Uhr.

Es wird eine Ausstellung in der Kirchenalle 25, nähe Hauptbahnhof geben. Sie trägt den Titel
Behauptungen ausstellen :: Haltungen einnehmen :: Strike a pose! und wird bis zum 30. Mai gezeigt. Die Eröffnung ist am 16. Mai um 19.00 Uhr, und damit leider zeitgleich mit dem Vortrag von Nina Mackert im Rahmen der Ringvorlesung Jenseits der Geschlechtergrenzen an der Uni Hamburg. Nina spricht dort über ihre Magistraarbeit, der Titel des Vortrages ist “An area of contest – Skizzen dekonstruktivistischer Geschichtsschreibung der USA im 20. Jahrhundert”.

Aktiv werden queere Kunstproduzent_innen und solche, die es werden wollen, beim Workshop Queere Kunst Machen von Freitag bis Sonntag, 27.-29.April 2007.

Und damit es in den Tage davor nicht zu langweilig wird und die ganzen Events dann viel zu plötzlich da sind, wurde für Samstag, den 12. Mai noch der Filmabend Die gefühlte Hose im Metropolis Kino organisiert und am Montag (14. Mai) lädt der Queer Monday in den Buttklub mit Evi Nic und C, Bounty und Band (20 Uhr, Hafenstr. 126)

Das wird ne harte Woche ;-)

Alle weiteren Infos, Veranstaltungsbeschreibungen und Kontaktmöglichkeiten findet ihr unter

Queer-Institut.de und Galerie-Broll.com