Author: Kathrin

Netz-Eintopf mit soup.io

Ich bin keine, die überall im Web2.0 ein Profil hat, alles zumindest mal ausprobiert und sofort dabei ist, wenn es irgendwelche private betas gibt. Manches nutze ich ganz gerne, wie zum Beispiel twitter oder neuerdings del.ici.us. Bei del.ici.us hat es lange gedauert, bis ich mir einen Account zugelegt habe. Bis vor wenigen Wochen dachte ich einfach nicht, dass es sinnvoll für mich ist. Aber um Links in den Blog zu schieben, ist es ganz brauchbar. Größere soziale Netzwerke wie StudiVZ, Facebook oder WKW meide ich im Moment sogar ganz, obwohl ich als Studentin und Ex-Saarländerin zu den Kernzielgruppen gehöre.

Ab und zu entdecke ich aber Sachen, die mich auf Anhieb schwer begeistern. Diese Woche war das Soup.io. Ich habe den Chaosradio Express Podcast #072 über “Moderne Webentwicklung” gehört, in dem Christopher Clay und Esad Hajdarevic, die Macher von soup.io, zu Gast sind. Zu Beginn der Folge haben sie mit Tim Pritlove über ihr Projekt geredet. Ich saß im Bus, stieg aus, ging nach Hause, sperrte die Tür auf, klappte den Computer auf und machte mir eine Soup. Die Idee hatte mich überzeugt, und nachdem ich die Umsetzung gesehen hatte, war ich hin und weg. So einfach, so toll. Was für ein schöner Weg, einen Blog zu führen, vernetzt zu sein, ein buntes Rauschen zu produzieren, es optisch an den eigenen Geschmack anzupassen und sich eine persönliche Ablagestelle für Fundstücke aus dem Netz und eigene Kommentare zu schaffen. Das ist genau das richtige für Leute, die Hemmungen haben, einen “richtigen” Weblog zu führen, weil sie denken, sie müssten regelmäßig ausgefeilte Texte produzieren und irgendwelche Techniken jenseits von Tippen beherrschen. Oder für Blogger, die sich einen schnelleren Weg wünschen, nette Kleinigkeiten zu posten. Oder für Gruppen, die gemeinsame Interessen teilen, und Materialien sammeln wollen. Macht euch ne Suppe und werdet meine Freunde. I ♥ Soup!

Links vom 17. bis 24. Juli 2008

Alle Links der letzten Woche nach dem Klick!
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Petition gegen die Abschaffung des Frauenreferates

Student_innen an der Uni Hamburg haben eine Online-Petition eingerichtet, um Unterschriften gegen die Abschaffung des Frauenreferates durch den AStA der Uni Hamburg zu sammeln.

Gegen die Abschaffung des Frauenreferats!

Am 13.6.2008 gab der gegenwärtige AStA der Universität Hamburg (bestehend aus Juso- Hochschulgruppe, WiWi-Liste, Mediziner-Liste, Jura-Liste, Liberaler Hochschulgruppe, GeiWi-Liste und MIN-Liste) bekannt, dass er das Frauenreferat abschaffen will. Mittlerweile wurde dieser Entschluss auch bereits im neuen Haushaltsentwurf umgesetzt.
Das Frauenreferat existiert seit über dreißig Jahren und wurde gegründet um den patriarchalen und sexistischen Strukturen in dieser Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. Dieser Raum, geschaffen zur Selbstorganisation von Frauen, der Stärkung ihrer Interessen und Ort der Ermächtigung, soll nun schlichtweg abgeschafft werden. Gleichstellungspolitische Aufgaben sollen vom Sozialreferat des AStA wahrgenommen werden. Der AStA verfolgt damit eine bevormundende Politik. Es geht um mehr als eine erfolgreiche Integration ins Bestehende.
Hiermit fordern wir die Anerkennung der selbstgewählten und -geschaffenen Strukturen des Frauenreferats. Des Weiteren fordern wir die damit verbundene Zurücknahme der Abschaffung und die Sicherung der Finanzmittel in mindestens der bisherigen Höhe.

Außerdem wurde jetzt ein Blog eingerichtet, in dem Informationen rund um den Protest gegen die Abschaffung gesammelt werden sollen. Dem AStA scheinen die unabhängigen, teilautonomen Referate als Interessenvertretung verschiedener benachteiligter Gruppen (Frauen, Nicht-normativ-Heterosexuelle, Ausländer_innen und chronisch Kranke/behinderte Studierende) ein Dorn im Auge zu sein. Im Laufe des Sommersemesters hatte der AStA nun überraschenderweise festgestellt, dass Frauen an der Uni Hamburg keine zahlenmäßige Minderheit sind, und sich demnach auch der (Kern-)AStA der Gleichstellungspolitik annehmen könne. Kurzerhand wurde das Frauenreferat samt Haushaltstitel abgeschafft. Um gegen diese paternalistische Politik zu protestieren, unterstützt das Frauenreferat mit eurer Unterschrift und verlinkt die Petition auf euren Blogs!

Futter für die Familie

Solche Werbung steht uns erst noch bevor, wenn das Elterngeld und die Kinderbetreuungsplätze erstmal so richtig wirken und die Mütter in der Werbung keine Vollzeit-Managerinnen von Familienunternehmen mehr sind:

Via Feministing. Mehr für die Zielgruppe.

Hyperlinks und Gewichtung

Katharina Walgenbach über das Problem der Reihenfolge der Benennung von Kategorien sozialer Ungleichheit (as in “race, class, gender”) bei interdependenten Analysen:

Das Problem der Reihenfolge der Benennung wird uns nicht zuletzt durch die lineare Darstellungsweise aufgezwungen, welche wir beim Verfassen eines Textes oder eines Vortrages verfolgen müssen, um uns verständlich zu machen. In diesem Zusammenhang wäre es interessant zu erproben, ob die Hyperlink-Struktur der neuen Medien durch ihre semantischen Netze uns von diesem Zwang entlasten könnte und uns neue Möglichkeiten an die Hand gibt, die Komplexität des Themas Interdependenzen angemessener zu repräsentieren. (S. 43f)

gefunden in: Walgenbach, Katharina (2007): Gender als interdependente Kategorie, in: Walgenbach, Katharina/Dietze, Gabriele/Hornscheidt, Antje/Palm, Kerstin (Hrsg.): Gender als interdependente Kategorie. Neue Perspektiven auf Intersektionalität, Diversität und Heterogenität. Opladen.

Links vom 12. bis 16. Juli 2008

Hier ist die Link-Zusammenstellung der letzten Tage. Großen Dank noch mal an Mari*us für seine fünf exklusiven CSS Zeilen, durch die sich die Darstellung der del.icio.us Links hier extrem verbessert hat. Alle Links nach dem Klick!
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Wenn das Wörtchen “dass” nicht wäre

Tja, dann würde die wordle tag cloud meiner Magistraarbeit noch ein bisschen schicker aussehen. Wordle kann zwar herkömmliche deutsche Begriffe ausschließen, aber “dass” kennt es komischerweise nicht. Vielleicht ein veraltetes Wörterbuch. Ich bin jedenfalls beeindruckt, dass ich die ganze Arbeit da rein kopieren konnte.

Segen ohne Trauschein

Was passiert da gerade mit der Ehe? Zum 1. Januar kommenden Jahres tritt eine Änderung des Personenstandrechts in Kraft. Eine Trauung vorm Altar ist jetzt ohne vorherige standesamtliche Eheschließung keine Ordnungswidrigkeit mehr. Eine kirchliche Trauung allein ist aber rechtlich gesehen folgenlos: Das Paar ist nicht zum gegenseitigen Unterhalt verpflichtet, für den Staat gelten beide weiterhin als ledig. Das Verbot der kirchlichen Voraustrauung fiel einer Entrümpelung des Personenstandrechts zum Opfer. Da ich eine kleine, morbide Faszination für die Institution Ehe hege, frage ich mich, was diese Reform für die Institution Ehe und für das Verhältnis von Staat und Kirchen zu bedeuten hat.
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Links vom 6. bis 7. Juli 2008

Ich bin nicht zu frieden mit dem Platz, den meine del.icio.us Links jeden Tag auf dem Blog einnehmen. Im Newsreader ist das alles ganz schön, im Blog selbst etwas zu aufgebläht, und es lenkt von den anderen Posts ab. Darum will ich jetzt alle paar Tage, wenn ich Zeit dafür habe, die vergangenen Links zusammenführen zu einem Kombi-Post. Gute Idee? Oder viel zu umständlich gedacht, und ihr kennt ein tolles Plugin, das die Arbeit für mich übernimmt? Immer her damit! Ich wüsste außerdem noch gerne, warum im Newsreader die Listenansicht mit den schönen Pünktchen gezeigt wird, hier im Blog aber Link, Kommentar und Tags mit Zeilenumbrüchen, und wäre auch hier für Hinweise dankbar.

Nach dem Klick kommen die Links vom 6. bis 11. Juli 2008
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Taz Kommentar zu Thomas Beatie – Verstoß gegen Pressekodex?

Als in der vergangenen Woche in der Taz ein Pro/Contra Artikel zur Schwangerschaft von Transmann Thomas Beatie erschien, löste der Text von Arno Frank zur Frage, ob Beatie nun Vater oder Mutter sei, eine Vielzahl von Reaktionen aus. Obwohl die Taz auf dem Küchentisch lag, erfuhr ich über den Text zunächst über diverse Mailinglisten. Auch in Blogs wie yeahpope, andersdeutsch und bei Till Westermayer wurde das Thema kritisch aufgegriffen.

Der Text von Frank, den ich an dieser Stelle nicht zitieren möchte, löste Proteste aus: In der Leserbriefspalte der Taz am Wochenende war Franks Text das einzige Thema, und alle Leserbriefschreiber_innen bezogen Stellung gegen die diskriminierende und patologisierende Polemik des Autors. Auf der Webseite der Taz waren nach erscheinen des Textes zunächst drei Leser_innenkommentare zu sehen. Ich hatte selbst einen Kommentar hinterlassen, aber zu diesem Zeitpunkt wurden vermutlich zunächst keine weiteren Kommentare mehr freigeschaltet. Der Zählerstand blieb in den nächsten Stunden auf 3. Heute habe ich die Seite noch einmal aufgerufen, und jetzt sind dort 40 eingegangene Kommentare zu lesen (meinen aber nicht *seufz*). Anscheinend war die Zahl der Leser_innenreaktionen hoch genug, um den Redakteuren dort einiges an Arbeit zu machen.

Lukas hat in seinem Blog angeregt, beim Deutschen Presserat Beschwerde gegen den Text von Arno Frank einzulegen:

Sowohl der Autor als auch die Taz selbst, verstößt mit dem Verfassen und Abdrucken dieses Artikels gleich gegen mehrere Ziffern des Pressekodex und zwar gegen:

Ziffer 1 – Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

Ziffer 9 – Schutz der Ehre
Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.

Ziffer 12 – Diskriminierungen
Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

Das ist ein bedenkenswerter Vorschlag, wie ich finde. Ich hoffe ja noch darauf, dass die Taz von sich aus zu dem Thema noch einmal Stellung nimmt, und die negativen Reaktionen auf Franks Artikel selbstkritisch aufgegriffen werden. Eine Entschuldigung wäre angebracht. Bisher habe ich in dieser Richtung aber leider noch nichts gelesen.