Author: Kathrin

Wahlkampf, Verwirrung, Part 2

Gestern Abend im Übel und Gefährlich: Raus aus dem Aufzug, in dem der Liftboy anlässlich der DIE PARTEI Flyer “Die Partei hat immer recht” intoniert hatte. Doch wer sind diese Menschen, die ich nicht erwartet hätte? Warum hat einer ein Susaphon um seinen Körper gewickel? Was macht Claudia Roth in einem fast bodenlangen rosa Wollkleid auf der Misshapes-Party?

Das sind Momente im Leben, in denen man sich bewusst machen muss: Du hast wirklich erst ein Bier getrunken. Das ist die Realität.

Update 21. Feburar: Bei Spiegel TV gibt es den Beweis.

Selbstaufklärung vs. Dekonstruktion

Bei den F*cking Queers gibt es ein Radio Z Feature aus 2006 zu hören, in dem Jan Feddersen und Antke Engel über die Initiative Queer Nations diskutieren: Heim ins Reich mit Janne F.

Melanie Groß – Geschlecht und Widerstand

Die Dissertation von Melanie Groß liegt neben mir. Wahrscheinlich wird es noch eine Zeit lang dauern, biss ich dazu kommen werde, das Buch zu lesen. Aber schon das Inhaltsverzeichnis, das zusammen mit der Einleitung als PDF verfügbar ist, finde ich sehr überzeugend. Im Kapitel “Feministische Differenzen” diskutiert die Autorin strukturtheoretische Perspektiven auf Feminismus und poststrukturalistische feministische Ansätze. Sie bezieht aber auch queere und postkoloniale Feminismen mit ein. Damit macht sie deutlich, dass die Kritiken an Heteronormativität und hegemonialem Weißsein mittlerweile für eine Beschreibung von Feminismus von grundlegender Bedeutug sind.

In den anschließenden Kapitel stellt Groß Grounded Theory als Methode der empirischen Arbeit vor. Mit Gruppendiskussionen untersucht sie, wie drei unterschiedliche feministische Gruppen, die allesamt in der autonomen Szene verortet sind, sich den feministischen Diskursen bedienen und aufgrund unterschiedlicher Angriffsziele und Selbstverständnisse verschiedene Widerstandsformen gegen Normativität, Zuschreibungen und Wirkmächtigkeit entwickeln. Der Titel des Schlusskapitels “Perspektiven: Widersprüchliche Positionen – produktive Konflikte” lässt vermuten, dass die Vielfältigkeit und Konflikthaftigkeit feministischer Politiken positiv eingeschätzt werden kann und dass einer imaginären homogenen feministischen wahrlich nicht nachgetrauert werden muss.


Paperback, 240 Seiten
19,90 Euro
Januar 2008
Ulrike Helmer Verlag
Wie ist politische Handlungsfähigkeit möglich ohne Rückgriff auf ein fragwürdiges ‘Wir Frauen’? Seit den 1990er Jahren wird in der feministischen Diskussion ein Ausweg aus diesem theoretischen Dilemma gesucht. Gleichzeitig sind politische Gruppen aktiv, die durch ihre Orientierung am konkreten Handeln punktuelle Lösungen finden. Die Autorin zeigt auf, wie post-, queer- und linksradikal feministische Gruppen sich positionieren, um handlungsfähig zu bleiben. Die zwischen ihnen entstehenden Konflikte lassen sich als eine besondere Stärke politischer Bewegungen verstehen, durch die es möglich wird, unterschiedliche Ebenen gleichzeitig existierender Machtformen anzugreifen.

Franzen über die Vorwahlen

Der großartige Jonathan Franzen spricht mit der Welt-Online über die Vorwahlen in den USA. Das ist einen Link wert, auch wenn es ein bisschen schade ist, dass Franzen das “schwarzer Mann oder weiße Frau”-Spiel nicht durchbricht und dabei ein sehr statisches Verständnis von Geschlecht an den Tag legt.

Schwarze Männer haben in Amerika das Wahlrecht – wenigstens in der Theorie – viele Jahrzehnte vor den Frauen bekommen. In der Welt der Großunternehmen, ganz besonders an der Spitze, gibt es für schwarze Männer weniger Barrieren als für weiße Frauen. Und das Geschlecht ist, biologisch gesprochen, eine viel schärfere Trennlinie als die Rasse. Selbst in einer ethnisch vielfältigeren und gemischteren Welt bleiben Männer Männer und Frauen Frauen. Niemand hier sagt, dass Obama dem Job nicht gewachsen ist, weil er schwarz ist. Aber man hört immer noch Leute sagen, dass eine Frau als Präsident keine gute Idee sei.

Neben dem Interview sei noch ein Blick auf die Kommentare empfohlen … Erheiterung, Grusel, für jeden was dabei.

Hamburg wählt und ich bin verwirrt

Danke für die Erinnerung!

Äh, wie jetzt?

Moment, worum geht’s jetzt eigentlich noch mal?

Feminismus im Web 2.0 – alte und neue Fragen, Projekte und Interventionen

Bisher hatte ich immer ein Bisschen das Gefühl, die (deutschsprachige-feministisch-akademische) Diskussion zum Thema Internet sei zu sehr in der Fragestellung “Die Erfüllung aller Utopien oder der selbe Scheiß wie’s Real Life?” gefangen. Ich bin gespannt, wie sich die Diskussion in der 3. Feministischen Werkstatt am 14. Februar (19 – 21 Uhr) entwickelt. Die Ankündigung geht ja irgendwie schon wieder in diese Richtung, aber es wurden tolle Gäste eingeladen.

Seit den 1990er Jahren ist das Internet auch innerhalb feministischer Diskurse heftig umkämpft und wirft Fragen nach den ‘richtigen’ Strategien der Mitgestaltung und Nutzung auf. Wir möchten in der Veranstaltung Bilanz über Erfahrungen mit feministischer Internetgestaltung ziehen und gemeinsam mit den Macher_innen und Autor_innen des Gender@Wiki, des Genderblog und des mädchenblog die neuen Möglichkeiten des Web 2.0 diskutieren.

Wo? Kölibri, Hein-Köllisch-Platz, St.Pauli
Alle Infos auch unter:
http://www.feministisches-institut.de/aktuelles.html

Ein guter Plan … hätte von mir kommen können

Heute ist Sonja Eismann Tag :)

Ich hatte es im Urin, dass Sonja Eismann die Idee, ein BUST-Pendant für den deutschsprachigen Raum aufzuziehen, bestimmt auch schon hatte. Und ich hatte auch das Gefühl, dass sie es umsetzen würde. Missy soll sie heißen, die Zeitschrift für coole Frauen. Noch steht das Projekt vor einer wichtigen Hürde: Eine Anschubfinanzierung muss her. Darum haben sich Eismann und ihre Kolleginnen Chris Köver und Steffi Lohaus bei Hobonox um einen Preis beworben. Ihr könnt gleich dort hin gehen, um abzustimmen, oder erst zur Mädchenmannschaft surfen und dort mehr über Missy und das Procedere lesen.

Hot Topic-Lesung am 5. Februar in Hamburg

In genau einer Woche findet in der Galerie Linda eine Lesung mit Chris Köver, Barbara Schulz und Sonja Eismann statt. Ganz klar: Es geht um die Anthologie “Hot Topic- Popfeminismus heute”, zu der hier schon was steht. Die Galerie Linda ist in der Hein-Hoyer-Str.13, Hamburg-St. Pauli, und die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr.

Unterstützt vom FrauenRefeRat und dem Fachschaftsrat Gender- und Queer Studies der Uni Hamburg.

Futurekicks

Chaosradio 130 hatte den Titel Living The Future. Es ging um Momente im digitalen Leben, in denen mensch ich so zukünftig fühlt. Jetzt hatte ich auch ein solches Erlebnis: Sich Mit Hilfe von Apple TV beim Abendessen vorm Fernseher durch youtube zappen. Weder ist das Apple TV jetzt ein unglaublich tolles Gerät, noch waren die youtube Videos besonders spannend. Aber in der Kombination hatte das was.

Verstehen die Kapitalismus nicht …

… oder tun die nur so? “Kauft nicht beim Finnen!” scheint das neue Motto zu sein. Besonders aufklärend fand ich in diesem Zusammenhang eine Headline bei SpOn: