Category: Hamburg

Hugs and Kisses #4 Releaseparty heute im Fundbureau

Erneut hat sich “Hugs and Kisses” nach dem bunten Treiben in der queeren Kultur- und Gedankenwelt umgeschaut und ist mehr als fündig geworden.

Ihr dürft gespannt sein auf eine Fülle von tollen Interviews, wunderschönen Foto´s und aufregenden Berichten über bekannte und unbekannten Gesichter aus dem Film-, Musik- und Kunstbereich. Desweiteren erwarten Euch wieder eine Menge Extras und Überraschungen.

debrapostkarte

Dieses Ereignis muss gefeiert werden!! Wir haben eine Menge toller Gäste vor Ort und laden Euch herzlichst zu unserer Releaseparty ein:

LIVE: Solange Tô Aberta – QueerPunkFunk aus Rio de Janeiro

2 Dancefloors:

DJ Martha Hari (Mis-Shapes)
DJ Yvette (Hugs and Kisses)
mit IndieElectroPopRockBeats

DJ Matt 3000 (Gedeih und Verderb)
DJ Donna Spring: d.i.s.c.o is my house
mit ElectroHouseTechnobeats

Am: 08.05.09
im Fundbureau, Hamburg/Stresemannstr. 114

Ab: 22:00 Uhr
Eintritt: 5 Euro

Buchvorstellung mit Georg Klauda

“Homophober Moslem, toleranter Westen?” – diese Vorstellungen versucht Georg Klauda in seiner Monographie “Die Vertreibung aus dem Serail: Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt” (Männerschwarm Verlag) zu historisieren und zu verkomplizieren. Am Dienstag Abend wird er das Buch im Rahmen eines Vortrags mit Diskussion in der Werkstatt 3 (Nernstweg 32, Hamburg Altona) vorstellen.

Islamische Staaten geraten durch die Verfolgung „Homosexueller“ immer wieder in den Blickpunkt der Medien, und wenn sich hierzulande deklassierte Halbstarke aggressiv gegenüber Schwulen zeigen, fragt man reflexhaft nach ihrem „kulturellen Hintergrund“. Dabei ist die klassische türkische und arabische Liebeslyrik voll von gleichgeschlechtlichen Motiven, die man in der Literatur des „aufgeklärten“ Abendlands vergeblich sucht.

Angesichts dieses Widerspruchs zeichnet der Referent die Konzepte mann-männlicher Liebe und Lust in christlichen und muslimischen Gesellschaften vergleichend nach. Er zeigt den historischen Anteil des Westens an der Formierung antihomosexueller Diskurse in der islamischen Welt und belegt, dass auch in Deutschland – trotz aller gegenwärtigen Liberalität – von einer Auflösung des heteronormativen Korsetts keine Rede sein kann.

Weitere Informationen und Termine zur Buch-Tour und ein Interview mit Georg Klauda von Radio Z in Nürnberg

Intersexualität Thema in der Hamburger Bürgerschaft

In der taz nord berichtet Eiken Bruhn, dass in der Hamburger Bürgerschaft heute über die medizinische Behandlung intersexueller Menschen diskutiert wird:

Damit will erstmals ein Landesparlament den “politischen Handlungsbedarf bei der Regelung für ärztliche Behandlungen von Hermaphroditen” ausloten – so der Titel der heutigen Anhörung des Gesundheitsausschusses.
Initiiert haben die Expertenbefragung die Fraktionen von SPD und Linkspartei, die im vergangenen halben Jahr mehrere Anfragen an die Landesregierung zum Thema Intersexualität – früher waren die Begriffe “Zwitter” und “Hermaphroditen” gebräuchlich – gestellt hatten. Zwar sei der Handlungsspielraum gering, räumte gestern die SPD-Gesundheitspolitikerin Anja Domres ein, da sie Ärzten keine Vorschriften machen könnten. Sie hoffe aber, “eine breite Diskussion” anzustoßen. (weiter zum Text)

MEN, LTTR & Vaginal Davis bei Girl Monster #4

“Are You A Boy Or A Girl?” fragt die vierte Ausgabe der Girl Monster Reihe auf Kampnagel in Hamburg hoffentlich nicht vollen Ernstes, wenn morgen Abend MEN auftreten. Immer, wenn ich in den letzten Tagen Leute gefragt habe, ob sie zu MEN gehen, habe ich schnell hinterhergeschoben, dass das 2/3 Le Tigre sind, also tue ich das auch jetzt. JD Samson und Johanna Fateman haben sich für ihr Kunst-Musik-Performance-Projekt zusammen mit Michael O’Neill und Ginger Brooks Takahashi (früher Mitglieder der Indie-Band The Ballett) und der Künstlerin Emily Roysdon aber auch einen denkbar ungooglebaren Namen ausgedacht.

Neben MEN stehen am Mittwoch (22. Mai, ab 20.30 Uhr) auch das feministisch-genderqueere Künstler-innenkollektiv LTTR auf der Bühne, und die zurzeit in Berlin residierende LA-Drag Queen Vaginal Davis hält eine Lecture. Apropos Lecture … warum die Auftritte von Bands wie Sleater Kinney, The Gossip, oder jetzt MEN in Hamburg seit Jahren regelmäßig auf den Jenseits der Geschlechtergrenzen-Mittwoch fallen, weiß die Geierin. Das wird ein vollgepackter, toller Abend. Ein genaueres Programm findet ihr im Missy-Blog.

Euromayday 2009 in Hamburg

Der erste Euromayday nach der Hochzeit des Neoliberalismus steht bevor. Am 1. Mai zieht wie jedes Jahr die große Parade der Prekären vom Michel aus durch Hamburg, und ab Freitag trifft mensch sich zur Einstimmung auf verschiedenen Veranstaltungen, im Kino oder in Blankenese.

Freitag, 24. April, 20 Uhr
Goldener Salon, Große Bergstraße 178, Hamburg Altona
Ich liebe dich trotzdem. Prekarität in der Kultur- und Wissensproduktion
Wo fängt unbezahlte Arbeit an? Wo hört sie auf? Ist unser Leben ein einziges Projekt? Was ist das Versprechen der Selbstständigkeit? Erste Antworten geben die Carrot Workers (London) und die Kampagne Mir reicht’s… nicht!

Sonntag, 26. April, 14 Uhr
Große Bergstraße (vor dem Goldenen Salon)
This party is so over! Euromayday lädt zur Afterhour.
Im Konvoi nach Blankenese und dort das Ende des Neoliberalismus feiern. Wir sagen es ihnen ins Gesicht: This party is so over! Ihr seid die Loser des nächsten Jahrzehnts! Bringt Fahrräder, Kostüme, Schilder und alte Schuhe mit.

Montag, 27. April, 20.00 Uhr
Goldener Salon
Grundlos Geld
Susanne Wiest hat mit ihrer ePetition für ein bedingungsloses Grundeinkommen über 50.000 Unterschriften an den Bundestag gesammelt. Wir haben mit unterzeichnet und laden weitere UnterzeichnerInnen und BefürworterInnen zu einer Versammlung ein. Unsere Fragen: Ist eine öffentliche Anhörung im Bundestag eine Protestbühne? Wo bleibt der Scheck: Grundeinkommen jetzt oder irgendwann? Wie sieht eine Aktion oder ein Wagen bei der Euromayday-Parade am 1. Mai aus? Durch den Abend führen Meike Bergmann, Andreas Georgiadis und Frank John mit Videoclips und Glücksrädern.

Dienstag, 28. April, 20 Uhr
B-Movie Brigittenstraße 5, St. Pauli
How it works. Arbeit im Wandel: Kleine geile Firmen
Inwieweit hat sich die Bedeutung von Autonomie in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt? Eine kinematographische Lesung und Diskussion von und mit Arndt Neumann zu Alternativprojekten zwischen Revolte und Management
Veranstalter: DIEnstagsDOKU und 5Tage5Nächte_euromaydayHamburg

Mittwoch, 29. April 2009, 20 Uhr
Goldener Salon
Warum flippen wir nicht aus?
Plebejische Perspektiven, Krise und Prekarität: Alles in Frage stellen. Eine Kurzgeschichte der Krisen. Thesen, Bilder und Beiträge von Frank John, Arndt Neumann, Myra Neumeier und Vassilis Tsianos

…und als Schmankerl obendrauf:
Freitag, 1. Mai, 14.00 Uhr // Wiese am Michel
Euromayday Parade 009: KrisenFEST durch die Stadt

My Gender Is Music Party in der Roten Flora

Am Samstag wird in der Roten Flora in Hamburg eine Anti-Repressions-Soli Party mit Liveacts und DJs für die kriminalisierten Aktivist_innen des vom AStA der Uni Hamburg abgeschafften feministischen Frauen_Lesben_TransRat gefeiert.

Flyer zur Soliparty in der Roten Flora

My Gender Is Music – 18. April 2009 ab 21.30 Uhr in der Roten Flora, Achidi-John-Platz 1 (Schulterblatt), Hamburg. Beginn der Liveacts um 22 Uhr. Mehr auf myspace.

Jenseits der Geschlechtergrenzen im Sommersemester 2009

In der nächsten Woche, genauer gesagt am 8. April, beginnt an der Universität Hamburg wieder die Vortragsreihe “Jenseits der Geschlechtergrenzen”, die von der AG Queer Studies organisiert wird.

Unsere Vortragsreihe “Jenseits der Geschlechtergrenen” startet wie gewohnt mit einer Einführung der AG?Queer Studies ins Sommersemester 2009. Am 14. April freuen wir uns auf Christian Klesse, einen alten Bekannten unserer Vortragsreihe, der über die “Schwierigkeiten in der Aushandlung nichtmonogamer Lebensweisen” sprechen wird. Mit feministisch-queeren Raumkonstruktionen am Bespiel des Ladyfests Wien beschäftigt sich Barbara Maldoner-Jäger in ihrem Vortrag am 20. Mai, und in der Woche darauf gibt uns Kerstin Palm einen Einblick in die evolutionstheoretische Schönheitsforschung, durch die “spezifische Schönheitsideale mit der Autorität der Natürlichkeit ausgestattet werden”.

Das Zusammendenken unterschiedlicher Formen des gesellschaftlichen Ein- und Ausschlusses bildet auch dieses Semester wieder einen Schwerpunkt in unserem Programm. Mit der intersektionalen Arbeit von LesMigras Berlin beschäftigt sich Lisa Thaler in ihrem Vortrag am 22. April, am 1. Juli spricht Olaf Stuve über “Identitätskritische Jungenarbeit aus intersektionaler Perspektive” und den Semesterabschluss bildet Martina Tißberger mit ihrem Vortrag “Dark Continents. Psychoanalyse, Gender und Whiteness” am 15. Juli. Wir freuen uns außerdem besonders, in diesem Semester zwei Vorträge aus dem Themenbereich Disability Studies im Programm zu haben. In Kooperation mit dem Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) wird Christiane Hutson am 13. Mai einen Vortrag mit dem Titel “Unverschämt – Was Rassismus, Heterosexismus und Ableismus mit uns machen” halten, und am 17. Juni spricht Swantje Köbsell über “Behinderung und Geschlecht”. Wie in jedem Semester decken die verschiedenen Vorträge ein interdisziplinäres Spektrum an Themen ab und verdeutlichen queerende Forschungspraxen und Perspektive auf Geschlecht und Sexualität. Weitere Informationen zu den einzelnen Vorträgen findet ihr im Programmheft und nach dem Klick!
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Ada Lovelace Day: Christiane Floyd

Ich habe Prof. Christiane Floyd einmal persönlich erlebt. Das war 2003 oder 2004. In einer Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses Gender Studies an der Uni Hamburg wurde damals über die Aufgaben der beteiligten Fachbereiche verhandelt. Frau Floyd war als Vertreterin der Informatik dabei. Ich fand ihre Art sympatisch und habe mir ihren Namen gemerkt. Ein paar Jahre später fiel bei einem Gespräch mit Informatikstudent_innen auf einer Party ihr Name. Einer erzählte, dass Frau Floyd mit mehreren wichtigen Informatikern verheiratet gewesen sei.

Sympatisch und mit wichtigen Männern verheiratet? Der Ada Lovelace Day kommt mir gerade Recht, um mein Wissen über diese Frau endlich zu erweitern.

Die in Wien geborene Christiane Riedl studierte ab 1961 an der Universität Wien Informatik. Bei einem Studienaufenthalt in München hatte sie einen Ferienjob als Programmiererin bei Siemens, wo sie ab 1966 – nach ihrer Promotion zur Dr. phil in Wien – im Zentrallabor an der Entwicklung eines Algol-60-Compilers arbeitete. Sie ging 1968 für fünf Jahre in die USA und war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stanford University. Zurück in München war sie von 1973 bis 1977 Leiterin des Bereichs Methodenentwicklung bei Softlab und arbeitet mit Harald Wieler an der weltweit erste Entwicklungsumgebung Maestro I.

Christiane Floyd wurde die erste Informatikprofessorin im deutschsprachigen Raum. 1978 erhielt sie eine Professur an der TU Berlin, und ab 1991 war sie an der Universität Hamburg Leiterin der Fachgruppe Software-Technik (SWT) am Fachbereich Informatik. Sie ist 2008 erimitiert.

In ihren zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigt sie sich mit so interessanten Themen wie den erkenntnistheoretischen Grundlagen der Software Entwicklung, Konstruktivismus (“In software development, we construct the problem as well as the solution.”), Verantwortung und Ethik. Im Rahmen des STEPS Projekt wurde eine Methode zur Softwareentwicklung entwickelt, bei der die letztlichen Nutzer_innen einbezogen werden.

Floyd war mehrmals Dozentin bei der informatica Feminale in Bremen und an der Internationalen Frauenuniversität ifu beteiligt. Im Rahmen der ifu entstand der Band “Feminist Challenges in the Information Age“, den sie zusammen mit Govind Kelkar, Silvie Klein-Franke, Cheris Kramarae und Cirilia Limpangog bei Leske und Budrich herausgegeben hat.

Christiane Floyd ist also keineswegs nur die Ex-Frau von Pionieren der Informatik, sondern selbst eine Pionierin. Dass sich Informatik nicht auf die Arbeit mit Computern reduzieren lässt, scheint ein zentrales Thema bei Floyd zu sein, die einmal sagte: “Als Informatikerin bin ich damit befasst, Wechselwirkungen zwischen lebendigen Prozessen und trivialen Maschinen zu gestalten” (aus einem Tondokument Seminar Ethik & Informatik (1994), via beat.doebe.li).

Ada Lovelace Day?

Am 24. März schreiben Blogger_innen über faszinierende und bewundernswerte Frauen aus Technologie und Informatik. 1663 Leute haben sich bereit erklärt, an der Aktion teilzunehmen. Auf ada.pint.org.uk findet ihr eine Liste und eine Kartenvisualisierung aller Ada-Lovelace-Day Posts.