Glückwunsch! Ich freu mich drauf!
(Via mädchenblog.) Die Mädchenmannschaft hat ein Interview mit Sonja Eismann.
Glückwunsch! Ich freu mich drauf!
(Via mädchenblog.) Die Mädchenmannschaft hat ein Interview mit Sonja Eismann.
Bei Spiegel Online gibt es heute ein Interview mit Lisa Ortgies zum Thema Elternzeit und Vätermonate: “Die Frauen müssen die Machtfrage stellen”.
SPIEGEL ONLINE: Warum sind Väter im Kinderzimmer so wichtig?
Ortgies: Nur so wird sich das Rollenverhalten langfristig ändern. Solange es nach wie vor Frauen sind, die das ganze Pflegerische und Fürsorgliche in der Familie übernehmen, werden die Kinder sich das abgucken. Wenn aber kleine Kinder künftig ihre Väter regelmäßig am Wickeltisch und hinter dem Herd erleben, dann werden kleine Jungs bald auch öfter mit Puppen spielen. Dieser unsinnige Biologismus, die Mär, dass das Rollenverhalten angeboren ist, all das wird sich in Luft auflösen.
Über den Nextgenderation-Verteiler kam vor einigen Wochen ein französischer Aufruf zu einer profeministischen Woche, der von Daniel ins Englische übersetzt wurde. Wenn ich das richtig verstehe, wollen sich zwischen dem 22. und 30. März einige Leute in der Gegend von Haut-Diois treffen. Zweck der Übung ist es, sich darüber bewusst zu werden, dass Mann-Sein und/oder Weiß-Sein und/oder Hetero-Sein und oder der Mittelschicht (classe moyenne) anzugehören bedeutet, Privilegien zu haben.
Ich fand den Aufruf und die darin formulierten Überlegungen sehr interessant und möchte sie darum hier posten. Gerade jetzt, wo sich auch das Mädchenblog mit den Antifeministisch-Männerbewegten herumschlagen muss, wünsche ich mir doch, dass noch viele sich solche Gedanken machen.
It’s important to come to this event in a state of mind that leaves us open to self-reflexion and self-criticism. That is the basis for beginning to counter our habits of domination, including ways of acting and reacting that might seem banal and nothing to do with domination at first glance.
We also really really want these few days to be a true experience of collective living. We will share all tasks, from cooking to taking notes, we will organize ourselves with the aim of giving ourselves a set of rules that will allow to minimise hierarchies, especially those kinds that so often appear in all-male settings.
What we absolutely do not want is to re-create, under the pretext of profeminism, a kind of a solidarity among men that is directed against the interests of women as a class, and against feminist movements.
For example, we find it unacceptable and politically dangerous to claim that men who feel marginal or unhappy feel that way because they belong to the class of men. In other words, here we have this famous “suffering of men” that the media talk about so much and that is currently fashionable.
Certainly, there can be psychological discomfort related to our exercise of domination, a malaise, an unease, but this must not be mixed up with the very much harsher experience of being oppressed.
These male problems are “boomerang effects” for which only we ourselves are responsible.
Politically, it would be contrary to a profeminist stance to make these problems a central issue, or to use them to demand attention. That would be a bit like a capital owner complaining in front of his employees about how stressed he feels.
As a consequence of the set of patriarchal rules that discourage men from expressing their inner states, men may of course have trouble talking about their suffering – suffering that is due to other relations of domination: We may be oppressed as being immature, as nonwhite, as inexperienced, as non hetero, etc etc, but never because of the fact of our being a member of the class of men.
To think or claim otherwise implies the idea that we live in a world dominated by women or feminist movements. A delusion we leave to the masculinists.
You go, boys! Wer Interesse an Kontaktinformationen oder dem französischen Originaltext hat, meldet sich einfach bei mir.
Edit: Bitte um freundliche Beachtung von Teilnehmers Überlegungen: We ourselves are responsible?
Web Zwei nennt man das in Berlin also. Das habe ich am Donnerstag bei der Veranstaltung des Feministischen Instituts gelernt, und außerdem hat Tanja mir erzählt, dass es schon ein Weblog zu ihrem Seminar im Sommersemester gibt. Dort stehen auch weitere Infos. Hier als Teaser erstmal ein Ausschnitt aus der Seminarbeschreibung:
Inzwischen wird das Internet als „Web 2.0‘ diskutiert. Neue Webtechnologien und Angebote wie Weblogs, Wikis, Podcasting, Flickr, Youtube, Folksonomy und Social Tagging ermöglichen neue Formen kooperativer Datenbereitstellung und versprechen eine Stärkung der Partizipation der NutzerInnen. Hinsichtlich der Geschlechterverhältnisse scheint das ‚neue’ Internet aber auf den ersten Blick seine Ambivalenz zu behalten: Neben verschiedenen queer-feministischen Angeboten sind Sexismus und Antifeminismus keine Seltenheit, und viele Web-Communities erfordern von ihren Mitgliedern eine eindeutige geschlechtliche Positionierung.
In dem Seminar sollen die Angebote des „Web 2.0‘ einer näheren Betrachtung aus Genderperspektiven unterzogen werden. Neben der Auseinandersetzung mit ersten Forschungsergebnissen zu Nutzungsweisen und Potenzialen von Weblogs, Wikis etc. werden eigene Recherchen und Forschungen im Netz im Mittelpunkt des Seminars stehen.
Die Dissertation von Melanie Groß liegt neben mir. Wahrscheinlich wird es noch eine Zeit lang dauern, biss ich dazu kommen werde, das Buch zu lesen. Aber schon das Inhaltsverzeichnis, das zusammen mit der Einleitung als PDF verfügbar ist, finde ich sehr überzeugend. Im Kapitel “Feministische Differenzen” diskutiert die Autorin strukturtheoretische Perspektiven auf Feminismus und poststrukturalistische feministische Ansätze. Sie bezieht aber auch queere und postkoloniale Feminismen mit ein. Damit macht sie deutlich, dass die Kritiken an Heteronormativität und hegemonialem Weißsein mittlerweile für eine Beschreibung von Feminismus von grundlegender Bedeutug sind.
In den anschließenden Kapitel stellt Groß Grounded Theory als Methode der empirischen Arbeit vor. Mit Gruppendiskussionen untersucht sie, wie drei unterschiedliche feministische Gruppen, die allesamt in der autonomen Szene verortet sind, sich den feministischen Diskursen bedienen und aufgrund unterschiedlicher Angriffsziele und Selbstverständnisse verschiedene Widerstandsformen gegen Normativität, Zuschreibungen und Wirkmächtigkeit entwickeln. Der Titel des Schlusskapitels “Perspektiven: Widersprüchliche Positionen – produktive Konflikte” lässt vermuten, dass die Vielfältigkeit und Konflikthaftigkeit feministischer Politiken positiv eingeschätzt werden kann und dass einer imaginären homogenen feministischen wahrlich nicht nachgetrauert werden muss.
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Paperback, 240 Seiten 19,90 Euro Januar 2008 Ulrike Helmer Verlag |
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Bisher hatte ich immer ein Bisschen das Gefühl, die (deutschsprachige-feministisch-akademische) Diskussion zum Thema Internet sei zu sehr in der Fragestellung “Die Erfüllung aller Utopien oder der selbe Scheiß wie’s Real Life?” gefangen. Ich bin gespannt, wie sich die Diskussion in der 3. Feministischen Werkstatt am 14. Februar (19 – 21 Uhr) entwickelt. Die Ankündigung geht ja irgendwie schon wieder in diese Richtung, aber es wurden tolle Gäste eingeladen.
Seit den 1990er Jahren ist das Internet auch innerhalb feministischer Diskurse heftig umkämpft und wirft Fragen nach den ‘richtigen’ Strategien der Mitgestaltung und Nutzung auf. Wir möchten in der Veranstaltung Bilanz über Erfahrungen mit feministischer Internetgestaltung ziehen und gemeinsam mit den Macher_innen und Autor_innen des Gender@Wiki, des Genderblog und des mädchenblog die neuen Möglichkeiten des Web 2.0 diskutieren.
Wo? Kölibri, Hein-Köllisch-Platz, St.Pauli
Alle Infos auch unter:
http://www.feministisches-institut.de/aktuelles.html
Heute ist Sonja Eismann Tag :)
Ich hatte es im Urin, dass Sonja Eismann die Idee, ein BUST-Pendant für den deutschsprachigen Raum aufzuziehen, bestimmt auch schon hatte. Und ich hatte auch das Gefühl, dass sie es umsetzen würde. Missy soll sie heißen, die Zeitschrift für coole Frauen. Noch steht das Projekt vor einer wichtigen Hürde: Eine Anschubfinanzierung muss her. Darum haben sich Eismann und ihre Kolleginnen Chris Köver und Steffi Lohaus bei Hobonox um einen Preis beworben. Ihr könnt gleich dort hin gehen, um abzustimmen, oder erst zur Mädchenmannschaft surfen und dort mehr über Missy und das Procedere lesen.
In genau einer Woche findet in der Galerie Linda eine Lesung mit Chris Köver, Barbara Schulz und Sonja Eismann statt. Ganz klar: Es geht um die Anthologie “Hot Topic- Popfeminismus heute”, zu der hier schon was steht. Die Galerie Linda ist in der Hein-Hoyer-Str.13, Hamburg-St. Pauli, und die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr.
Unterstützt vom FrauenRefeRat und dem Fachschaftsrat Gender- und Queer Studies der Uni Hamburg.
Schön, wenn die Abendgestaltung so gut zusammen passt, wie nächste Woche. Am Mittwoch findet im Rahmen der Vorlesungsreihe “Jenseits der Geschlechtergrenzen” eine Podiumsdiskussion mit Angelika Hassani, Jennifer Petzen und Georg Klauda statt, in der die Debatten rund um den Hamburger Stadtteil St. Georg hinsichtlich der diskursiven Verschränkung von Homophobie und Islamophobie zum Thema gemacht werden. Dabei soll es insbesondere um die Frage gehen, welche Interventionsmöglichkeiten aus einer antirassitischen, queeren Perspektive denkbar sind. Am Tag darauf stellt sich Kanak Attak im Rahmen der zweiten Feministischen Werkstatt dem Rätsel des Feminismus. Auch hier wird es um Positionierungen in umkämpften Feldern gehen.
Welchen Ismen gehört St. Georg ?
Eine Podiumsdiskussion, angeregt von Artikeln und Leser_Innenbriefen aus dem Hamburger Homo-Magazin “Hinnerk”.Ausgangspunkt ist eine Debatte zum viel besungenen „Kulturkampf“, für dessen Schauplatz dieses Mal der Hamburger Stadtteil St. Georg auserkoren wurde und in dem DER Islam und DIE Schwulen gegeneinander antreten sollen. Anstelle einer Diskussionsrunde über potenzielle Lösungswege für ein “Stadtteilproblem”, wird eine kritische Perspektive eingenommen, in der die Hamburger Diskussion in den Kontext der Islam- und Integrationsdebatte der letzten Jahre eingeordnet wird. Von unterschiedlichen Standpunkten aus wird diskutiert, wie Islamophobie und Homophobie verstrickt sein können und welche Interventionsmöglichkeiten es in solche Debatten gibt, die stark von Stereotypen über “die Anderen” geprägt sind.
Es diskutieren:
Angelika Hassani, Mitgründerin von Queer-Muslime Hamburg e.V.
Georg Klauda, Dipl. Soziologe und freier Autor, Berlin
Jennifer Petzen, Doktorandin an der University of Washington, SeattleMittwoch, 12. Dezember 2007, 19 Uhr
Hörsaal F im Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Uni Hamburg
http://queerag.genderstudies-hamburg.de
Kanak Attak und das Rätsel des Feminismus
Eine Haltung gegen Rassismus und Sexismus beinhaltet oft den Spagat, beidem ausgesetzt zu sein. Praktisch heißt das, immer auf der Hut zu sein und Mehrarbeit an Sensibilisierung zu leisten. In diesem Kontext stellt Kanak Attak einige Überlegungen an über die Möglichkeiten,
einer antirassistischen und feministischen Positionierung gerecht zu werden.Donnerstag, 13. Dezember 2007, 19 – 21 Uhr
Kölibri, Hein-Köllisch-Platz, St.Pauli
http://www.feministisches-institut.de/aktuelles.html
Als ich vor einigen Jahren in einem Buchladen zum ersten Mal den Comic von Marjane Satrapi in den Händen halt, sprach mich der Zeichenstil sehr an. Doch damals war ich gerade zum ersten Mal mit der Kritik an eurozentristischem Feminismus in Berührung bekommen und dachte ich mir vorschnell “Mhm, aber ergötzen wir weißen Westlerinnen uns da nicht am Bild der unterdrückten Frauen in islamischen Ländern, denen es zu helfen gilt?” Ich stellte das Buch zurück ins Regal.
Weil ich bisher nur Gutes über den Film gehört hatte, war ich dann am Dienstag im Kino. Die Geschichte ist aus der Perspektive der kleinen Marjane erzählt, die aus einer regimekritischen Familie stammt, für die die Revolution 1979 mit sehr viel Hoffnung verbunden war. In den Jahren darauf verändert sich der Iran, die immer rebellische Marjane geht schließlich nach Wien, wo sie nihilistische Punks trifft, und im Fernsehen Derrick läuft.
Der Zeichenstil, der hauptsächlich mit großflächige schwarz/weiß Kontrasten und Grautönen arbeitet, macht sich im Kino sehr gut, weil dadurch die Details so betont werden. Persepolis hat witzige Dialoge und Bilder, ist lehrreich und stellenweise auch sehr traurig. Und: Es kommen mehr als zwei Frauen vor, die sich miteinander unterhalten, und zwar nicht über Männer. Die Darstellung der weiblichen Figuren in diesem Film ist wirklich eine seiner Stärken. Marjane hat eine tolle Mutter und eine großartige Oma. Meinen kulturrelativistischen Standpunkt von damals habe ich relativiert. Persepolis bedient nicht den paternalistischen Blick, sondern zeigt die individuellen, politischen Kämpfe im Iran nach der islamischen Revolution. Ich bin schwer begeistert und werde die Comics von Satrapi jetzt doch lesen.